Im Interview – Escape-Regisseurin Julia Zimanofsky

Während unsere Mitarbeiterin Angela Berroth ins kalte Bayern fuhr, um der Crew von Escape einen Setbesuch abzustatten, blieb auch noch Zeit für ein Interview mit der Regisseurin Julia Zimanofksy. Dieses findet Ihr weiter unten in der News. Zimanofsky spricht in dem Interview über ihr Empfinden als Regisseurin und Drehbuchautorin und den knallharten Dreh, bei dem nicht nur Escape-Hauptdarstellerin Theresa Scholze an ihre Grenzen ging. Escape wird als Kurzfilm über das Label Autobahn publiziert, welches uns auch schon die beiden Filme "Hard Candy" und "Brick" bescherte. Für eine eventuelle Langfassung des Films hat sich Autobahn bereits die First-Look-Rechte gesichert. Escape markiert das Debüt der Jungregisseurin Zimanofsky und erzählt von einer jungen Frau, die aus einem albtraumhaften Gefängnis entkommt, um sich dann in ihrer persönlichen Hölle wiederzufinden. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen des Interviews!

 

Im Interview – JULIA ZIMANOFSKY

Hallo Julia. Wir alle sind schon gespannt auf Dein erstes Projekt ESCAPE. Was kannst Du uns über den Film verraten?
Ich weiß nicht, wie viel man eigentlich sagen kann, ohne den Schluss zu verraten. Vielleicht sollte man es folgendermaßen formulieren: Eine junge Frau entkommt aus einem albtraumhaften Gefängnis und findet sich in ihrer eigenen Hölle wieder. Der Zuschauer glaubt, er hätte es mit einem normalen Psychothriller oder Horrorfilm zu tun, aber dann entdeckt er, dass er auch in einer Art Drama gelandet ist.

Das Drehbuch hast Du ja selbst geschrieben. Wie kamst Du auf diese Geschichte?
Ausgangspunkt war eine ganz einfache Situation – eine Frau wird irgendwo gefangen gehalten und versucht dann zu entkommen. Aber das allein war mir zu langweilig, deshalb suchte ich nach etwas, das die Geschichte verändern und vertiefen konnte. Mich interessiert die Auseinandersetzung mit der Gewalt, die in uns allen stecken kann, und die Möglichkeit, diesen inneren Abgründen zu entkommen. So ist aus „Escape“ letztlich auch eine Erlösungsgeschichte geworden.

ESCAPE ist Dein Debüt als Regisseurin. War es Dir wichtig, dass Dein erstes Projekt aus eigener Feder stammt oder hättest Du auch das Werk eines anderen Schreibers genommen?
Vielleicht hätte ich etwas von einem anderen Autoren genommen, wenn ich eine Geschichte gefunden hätte, die meinem Geschmack entsprochen hätte. Da das nicht der Fall war, musste ich etwas für mich selbst schreiben.

Und wie lange hast Du an dem Drehbuch gearbeitet?
Ich würde sagen, etwa vier Monate. Denn ich schreibe ziemlich langsam, da ich zuerst die Bilder sehe, und diese Bilder in Worte zu übersetzen braucht natürlich Zeit.

Wie lange hat dann die restliche Planung des Films gedauert, bis es endlich zum Dreh kam?
Nach der Fertigstellung des Buches ging es eigentlich recht schnell. Ich schickte das Skript an Senator Film; Vorstand Marco Weber, der auch die Autobahn-Reihe begründet hat, wollte das Projekt unterstützen. Danach fand ich einen Produzenten. Allerdings stieg der zwei Monate vor dem geplanten Dreh aus, weil er sich um einen Langfilm kümmern musste. Aus dem Grund habe ich die Produktion selbst übernommen, und dadurch verschob sich der Dreh von Anfang Juli auf Ende August.

ESCAPE soll ja in einer Kurzfilmsammlung erscheinen. Kannst Du uns etwas über die Zusammenhänge der Filme sagen?
Über die Verwertung kann Senator Film besser Auskunft geben, da man die Verleihrechte besitzt. Senator hat sich auch die First-Look-Rechte für eine mögliche Langfilmfassung gesichert. Aber erst muss ich den Kurzfilm fertigstellen.

Entsteht die Langfassung ebenfalls unter Deiner Regie?
Wenn es dazu kommt – klar. Ich möchte Regie führen und keine Drehbücher für andere Leute schreiben. Das ist auch der Grund, warum ich selbst diesen Film gemacht habe.

Dein Team bestand ja hauptsächlich aus jungen Leuten, die in der Branche als vielversprechende Talente gehandelt werden. Wie war die Zusammenarbeit mit ihnen?
Wunderbar! Die ganze kreative Crew war so gut, wie ich es mir nur wünschen konnte! Ich habe nach Leuten gesucht, die besonders gut visuell arbeiten konnten, da ich für den Film ein ganz bestimmtes Design- und Farbkonzept entwickelt hatte. So fand ich Felix Novo de Oliveira, auf den ich über den Talentcampus der Berlinale gestoßen war. Schon bei seinem Demo-Reel habe ich gesehen, wie er mit Licht arbeitet und wie er einfach schöne und stimmungsvolle Bilder machen kann. Genauso ging es mir mit Jörg Möhring, der das Produktionsdesign für „Rohtenburg“ gemacht hat. Und beide, aber auch die ganze Kreativ-Crew, haben mir geholfen, das visuelle Konzept toll umzusetzen. Es war ein Traum, mit allen zusammenzuarbeiten.

Ja, das hat man auch am Set gemerkt! Dort hast Du mir ja auch erzählt, dass der Film einen ganz eigenen Stil bekommen soll, gerade was die Farben angeht. Wie können wir uns das vorstellen?
Wir wollten über Kamera, Produktions- und Lichtdesign, verbunden mit Nebeleffekten, einen bestimmten Stil kreieren. Diese stilisierten Bilder haben wir dann in einem quasi-dokumentarischen Stil mit Handkamera gefilmt. Außerdem haben wir auch mit Zeitlupe und Motion Blur gearbeitet, um damit ein wenig zu experimentieren. Endgültig wird das dann im Schnitt ausgearbeitet. Ich hoffe, das Resultat wird interessant sein.

Das hoffe ich auch. Was hat Dir bei der ganzen Arbeit an diesem Film eigentlich am meisten Spaß gemacht?
Zu sehen, wie etwas, das in deinem Kopf entstanden ist, von so vielen Menschen so eindrucksvoll zum Leben erweckt wird. Spannend war es auch, meiner Hauptdarstellerin Theresa Scholze bei der Arbeit zuzuschauen. Sie ist derart gut und professionell, es war wirklich ein Vergnügen, mit ihr zu arbeiten. Eigentlich waren die ganzen Dreharbeiten ein riesiger Spaß, auch wenn es sehr hart und anstrengend war, da wir in kurzer Zeit sehr viele Einstellungen drehen mussten.

Und hattest Du eine bestimmte Lieblingsszene beim Drehen?
Ich würde sagen, vielleicht die Kampfszene gegen Schluss – wenn die Heldin ins Licht zu kommen versucht und von ihrem Widersacher aufgehalten wird.

Als ich Euch am Set besucht habe, war ja wirklich furchtbares Wetter. Es hat ständig geregnet und es war ziemlich kalt. Was machte da die meisten Probleme?
Das größte Problem war, dass sich durch den Regen Licht und Kontrast ändern. Deshalb waren wir gezwungen, die wichtigsten Einstellungen innerhalb kurzer Zeit in den Kasten zu bekommen. Außerdem war es für Theresa sehr schwer. Bei dieser Kälte musste sie im Trägerkleid herumlaufen, sogar teilweise barfuss. Und da wir, wie ich schon sagte, sehr viele verschiedene Einstellungen drehten, wurde es noch härter für sie.

Gab es sonst noch irgendwelche Komplikationen?
Nein, die Hauptkomplikation war schon das Wetter. Wir hatten auch nicht den finanziellen Spielraum, dass wir noch einen Tag länger hätten drehen können.

Was war eigentlich für Dich persönlich beim Außendreh am schlimmsten?
Abgesehen vom Zeitdruck – Theresa zuzuschauen. Denn ich hatte ein so schlechtes Gewissen, dass ich sie bei dieser Kälte durch den Dreck jagen musste. Theoretisch hast du natürlich die Wahl, auf bestimmte Sachen zu verzichten, aber bei diesen Szenen war es einfach nicht möglich.

Kannst Du uns schon irgendetwas zum Erscheinungsdatum von ESCAPE sagen?
Mein Ziel ist es, den Film bis Ende des Jahres fertig zu stellen. Danach werden wir sehen. Er soll auf jeden Fall sobald wie möglich zu sehen sein.

Hast Du vor, ESCAPE bei den Shocking Short Awards einzureichen?
Das ist sicher eine Option. Aber über die Vermarktung und die Festivaleinreichungen wird Senator Film entscheiden. Ich halte Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, wann ESCAPE zu sehen sein wird.

Geschrieben am 05.10.2007 von Janosch Leuffen
Kategorie(n): News


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