Joker – DC-Film wird zum Phänomen: Marke von 1 Milliarde Dollar geknackt!

Jetzt ist es geschafft: Joker hat als erster R-Rated Film überhaupt die magische Schallmauer von einer Milliarde US-Dollar an den Kinokassen durchbrochen und dadurch einen einmaligen, bis dato nicht erreichten Rekord aufgestellt. Damit setzt Warner Bros. ein Zeichen, denn der DC-Film kommt mit dem bei Studios und Executives so verhassten R-Rating daher, das häufig für das Scheitern gewisser Filme verantwortlich gemacht wird. Hier stürmten die Kinogänger aber nicht trotz, sondern gerade wegen des ungeschönten, manchmal unbequemen Blicks auf einen von DC bekanntesten Comicschurken ins Kino, um zu erleben und zu erfahren, was hinter der bunten Fassade des sonst eher einseitig porträtierten und gezeichneten Charakters vor sich geht. Das hebt Joker sehr deutlich von anderen Comicverfilmungen der letzten zehn Jahre ab und macht den Film eben nicht zu einem weiteren austauschbaren, beliebigen Action-Blockbuster und Effektgewitter, bei dem eher Augen und Ohren denn Kopf und Verstand gefragt sind. Und das kommt offenbar hervorragend an:

Mit einem aktuellen IMDb-Score von 8,8 bei annähernd 470.000 gezählten Stimmen ist Todd Phillips‘ Werk auf Platz 14 der bestbewerteten Filme aller Zeiten eingestiegen, was Joker zu einem todsicheren Anwärter auf einen Oscar macht. Das gilt insbesondere für Joaquin Phoenix, der in der wohl anspruchsvollsten Rolle seiner bisherigen Karriere brilliert.

Der Joker hat allen Grund zu tanzen. ©Warner Bros. / DC

Mit nun einer Milliarde Dollar lässt Joker andere R-Rated Comicfilme wie Logan (620 Millionen US-Dollar) oder Deadpool (782 Millionen US-Dollar) und Deadpool 2 (785 Millionen Dollar) weiter hinter sich zurück. Joker ist aber nicht nur erfolgreich, sondern auch extrem profitabel. Geben andere Studios gerne mal mittlere dreistellige Millionenbeiträge für ihre Comicverfilmungen aus, kam Philips mit im Vergleich dazu überschaubaren 55 Millionen Dollar aus. Insider schätzen, dass sein Film am Ende einen Profit zwischen 800 und 900 Millionen Dollar abwerfen wird – das sind Zahlen, bei denen selbst den sonst so erfolgsverwöhnten Kollegen von Marvel schwindelig werden dürfte.

Doch es zeigt, dass es sich lohnen kann, gewisse Risiken einzugehen – nicht nur im Bezug auf das R-Rating. Wie groß die Wellen sind, die DC und Warner Bros. damit schlagen werden, dürfte sich vermutlich frühestens in den nächsten ein bis drei Jahren zeigen. Dann nämlich läuft eine ganz neue Generation großer Comicfilme in den Kinos an, und die wird ihre eigenen Lehren aus dem aktuellen Box Office-Phänomen ziehen.

Aktuell wird bereits über Joker 2 nachgedacht. ©Warner Bros. / DC

Geschrieben am 18.11.2019 von Torsten Schrader
Kategorie(n): Joker, News