Malignant – James Wans größter Flop? 40 Millionen schwerer Giallo-Thriller enttäuscht am Box Office

Irgendwann musste es ja passieren und leider ist zu befürchten, dass sich diese unerfreuliche Neuigkeit negativ auf kommende Genre-Produktionen auswirkt, die von Hollywood Studios als Risiko eingestuft werden. Aber fangen wir ganz von vorne an:

Als James Wan vor 17 Jahren mit Puzzlemörder Jigsaw die Kinocharts eroberte, standen dem ambitionierten Filmemacher alle Türen offen.

Doch mit seinem 2007 erschienenen Rache-Thriller Death Sentence – Todesurteil mit Kevin Bacon konnte er genauso wenig an seinen Durchbruchserfolg anknüpfen wie mit dem im selben Jahr veröffentlichten Horrorfilm Dead Silence, obwohl dieser erneut in Zusammenarbeit mit SAW-Drehbuchautor Leigh Whannell entstand.

Annabelle Wallis hat Visionen von einem Serienmörder. ©Warner Bros.

Zwischen 2011 und 2021 war James Wan nicht aufzuhalten

Erst als sich Wan und Whannell 2011 mit dem heutigen Genrespezialisten Jason Blum, der kurz davor Dank seines Found Footage-Phänomens Paranormal Activity zu einem der wohl gefragtesten Produzenten der Filmindustrie aufstieg, zusammentaten und gemeinsam den Gruselfilm Insidious stemmten, konnten die beiden Herrschaften die Kinosäle wieder füllen und somit erneut die Aufmerksamkeit großer Produktionshäuser auf sich ziehen.

Was folgte, war eine Kooperation zwischen Wan und Warner Bros., durch die ein Genrewerk realisiert wurde, welches 2013 den Horror in ein Blockbuster-Genre transformierte: Conjuring – Die Heimsuchung. Von da an war jedes einzelne Regiewerk von Wan, egal ob jetzt die beiden Sequels Insidious: Chapter II und Conjuring 2 oder der Actioner Fast & Furious 7 und die Comicverfilmung Aquaman, ein Box Office Hit.

Leider endet diese Glückssträhne ausgerechnet jetzt, wo Wan vor seiner Arbeit an Aquaman 2 ein fast vergessenes Horror-Subgenre wieder beliebt machen und mit seiner neuen Perle Malignant die Massen erreichen wollte. Ein Versuch, der – wie wir jetzt wissen – gnadenlos scheiterte.

Ob der Killer auf dem Dachboden lauert? ©Warner Bros.

Als der von Fachkritikern überwiegend positiv aufgenommene Giallo-Thriller, der hierzulande schon am 2. September in die Kinos kam, zum Start kaum mehr als 10.000 deutsche Kinogänger zum Kauf einer Eintrittskarte bewegen konnte, war ein ähnliches Fiasko in den USA bereits abzusehen.

Dass die 40 Millionen Dollar schwere Produktion aber selbst die niedrigsten Erwartungen unterbietet, stellt eine immense Enttäuschung dar und zwar sowohl für Warner Bros. als auch für uns Genreliebhaber.

Denn auch wenn hier nicht unser Geld auf dem Spiel steht, so wäre es dennoch falsch zu denken, dass sich ein Flop dieser Größenordnung nicht negativ auf zukünftige Werke dieser Art auswirkt – und schließlich wollen wir auch weiterhin originelle Genrekost auf der Leinwand erleben.

Doch ein Studio, welches einen zweistelligen Millionenbetrag in ein totgeglaubtes Subgenre investiert, muss erst einmal gefunden werden – und nach dieser Geschichte dürfte das wieder eine große Herausforderung darstellen.

Da Wan im vergangenen Jahrzehnt immer lieferte und die Kinokassen regelmässig sowie zuverlässig zum Klingeln brachte, konnte ihm Warner Bros. unmöglich den Wunsch verwehren, sein aktuelles Herzensprojekt umzusetzen. Aber ob sie für ihn das nächste Mal erneut so tief in die Tasche greifen?

Die Zahlen, die am vergangenen Wochenende in US-Kinos erzielt wurden, lassen sich in keinster Weise schönreden. Malignant wurde sehr zuversichtlich in rund 3.500 amerikanischen Lichtspielhäusern im Programm aufgenommen, konnte übers Wochenende aber keine sechs Millionen Dollar einspielen – das sind kaum 15% von dem, was Insidious: Chapter II oder Conjuring 2 damals geschafft haben.

Regisseur James Wan auf dem Set von Malignant. ©Warner Bros.

MALIGNANT startet rund 35 Millionen Dollar unter CONJURING 1 & 2

Es handelt sich hierbei sogar um das zweitschwächste Ergebnis in Wans bisheriger Karriere. Nur Death Sentence, der vor 14 Jahren mit 4.2 Millionen Dollar eröffnete, lief weniger gut an – der wurde aber auch in halb so vielen Kinos ausgewertet und erschien in einer Zeit, als Tickets in den USA noch um einiges preiswerter waren als sie es gegenwärtig inzwischen sind.

Was glaubt Ihr, wieso der Streifen kein Publikum finden konnte und derart auf die Schnauze fiel – lag es an der Vermarktung, am parallelen US-Streaming-Start auf HBO Max oder war schlichtweg kein Interesse da?

Ab sofort im Kino: Malignant. ©Warner Bros.

Geschrieben am 13.09.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Malignant, News



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