Matrix Resurrections – Nichts wird verharmlost: 4. Teil erhält R Rating

Die US-Altersfreigabe zu Matrix Resurrections beweist einmal mehr, dass es sich bei Warner Bros. um das derzeit wahrscheinlich risikofreudigste Produktionshaus aller Majors handelt.

Während Marvel unter der Führung von Disney und Sony konsequent darauf verzichtet, etwas härtere Comicverfilmungen umzusetzen und beispielsweise Venom oder Carnage ein sichtbares Gemetzel auf der Kinoleinwand zu ermöglichen, hat es sich Warner seit geraumer Zeit zur Aufgabe gemacht, mit ihren DC-Titeln auf ein erwachsenes Publikum abzuzielen. Mal geht es finanziell gewaltig in die Hose (The Suicide Squad), mal landen sie einen echten Volltreffer (Joker).

Die Matrix-Reihe war noch nie bekannt dafür, primär Jugendliche ansprechen zu wollen – und wenn man das Alter der Marke sowie das Comeback der ursprünglichen Garde statt der Einführung neuer junger Protagonisten berücksichtigt, dürfte es auch sehr unwahrscheinlich sein, dass sich das mit dem kommenden vierten Teil plötzlich ändert.

Neo kehrt endlich wieder zurück! ©Warner Bros.

Deswegen war das R Rating unumgänglich

Das R Rating, welches die MPAA (die amerikanische Version der hiesigen FSK) dem Mammutprojekt von Regisseurin Lana Wachowski verpasst hat, unterstreicht dies nur zusätzlich. Die Macher hegen nicht die Absicht, die «gewalttätigen Actionszenen und die Sprache», die auch in diesem Fall zum finalen Urteil geführt haben, in irgendeiner Form zu verharmlosen.

Selbstverständlich hat noch keiner der vergangenen Ableger mit Gore oder Splatterszenen auf sich aufmerksam gemacht, aber eine gewisse Härte war trotzdem in allen bisherigen Teilen zu spüren, was der Reihe keinen Schaden zufügen konnte. Gerne erinnern wir euch an dieser Stelle an die hervorragenden Einspielergebnisse der Ursprungs-Trilogie:

Der unglaubliche Erfolg der Original-Trilogie

Matrix Reloaded, der zweite Teil, der 2003 weltweit in die Kinos kam, konnte vor rund 18 Jahren mehr als 740 Millionen US Dollar in die Kassen schwemmen. Inflationsbereinigt reden wir hier also von über einer Milliarde US Dollar – damals waren das noch absolute Rekordzahlen, die sich selbst familienfreundliche Kost wie Fluch der Karibik oder Findet Nemo hart erkämpfen mussten.

Leider werden viele Fans kaum vergessen haben, dass die beiden Fortsetzungen zum Neunziger Jahre-Klassiker (der 2000 sogar mit vier Oscars ausgezeichnet wurde) einiges an Kritik eingesteckt haben. Auch das Box Office des dritten Teils Matrix Revolutions litt damals stark unter der allgemeinen Enttäuschung zahlreicher Kinogänger.

Was passiert dieses Mal in der Matrix? ©Warner Bros.

Wieso der vierte Film ein Hit, aber auch ein Flop werden könnte

Daher bleibt abzuwarten, ob sich Matrix Resurrections am Ende des Jahres als Franchise-Comeback herausstellt, das vom einstigen Hype und der damit verbundenen Nostalgie profitiert, oder böse Erinnerungen weckt, die das Fernbleiben des Publikums zur Folge hat.

Ein weiterer Punkt, der eher gegen ein großartiges Einspielergebnis spricht, ist die parallele digitale Veröffentlichung auf HBO Max, dem hauseigenen Streaming-Portal von Warner. Bisherige Werke, die in den USA auf dieselbe Art und Weise veröffentlicht wurden, waren an ihrem jeweiligen Startwochenende zwar trotzdem imstande, ein überzeugendes Resultat zu erzielen, sind allerdings gänzlich daran gescheitert, sich zu stabilisieren. Stattdessen sind die Projekte gnadenlos eingestürzt.

Ob Keanu Reeves und Carrie-Anne Moss, die in Matrix Resurrections erneut in ihre Paraderollen als Neo und Trinity schlüpfen, ein ähnlich unschönes Schicksal werden abwenden können, erfahren wir nach dem deutschen Kinostart am 23. Dezember 2021.

Ab 23. Dezember 2021 im Kino: Matrix Resurrections. ©Warner Bros.

Geschrieben am 21.10.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Matrix Resurrections, News



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