Shadowhunters – Im Interview: Matthew Daddario zur zweiten Hälfte der zweiten Staffel

Seit Montag kämpft Matthew Daddario abermals mit Pfeil und Bogen gegen das ultimative Böse. Doch was genau erwartet Fans der Mystery-Serie mit der Wiederkehr von Shadowhunters: The Mortal Instruments? Passend zum aktuellen Startschuss der zweiten Season 2-Staffelhälfte, die hierzulande auf Netflix verfolgt werden kann, haben wir uns mit dem sympathischen Schauspieler über kommende sowie vergangene Ereignisse, Unsterblichkeit, das Verlieren von Erinnerungen und andere Themen unterhalten. Wer die erste Staffel noch nicht gesehen hat, sei an der Stelle schon einmal vor Spoilern gewarnt. In Shadowhunters: The Mortal Instruments verkörpert Daddario Alec, der zusammen mit Clary, Jayce und Co. sein Zuhause, seine Familie und seine Freunde vor Valentine, Clarys Vater, zu beschützen versucht. Der will nämlich seine eigenen Shadowhunters kreieren, um so das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen. Doch das ist noch längst nicht alles…

Matthew, die Jagd nach dem Seelenschwert hat begonnen. Was können Fans sonst noch von der zweiten Hälfte der zweiten Staffel erwarten?

Zunächst muss ich sagen, dass die Dreharbeiten jetzt schon seit einer ganzen Weile abgeschlossen sind. Daher werden meine Aussagen vielleicht nicht ganz wahrheitsgetreu sein, aber ich gehe stark davon aus, dass es wie folgt weitergeht: Als erstes gilt es herauszufinden, was aus dem Institut wird, aus dem sie unbedingt fliehen müssen. Außerdem erwartet uns die Ankunft einer neuer Person von außen. Es handelt sich um Sebastian Verlac, der von Will Tudor gespielt wird. Seine Auftritte sind sehr mysteriös gehalten, weswegen die Fans sicher ihre Freude daran haben werden. Und was meine Figur Alec betrifft: Für ihn geht es in der zweiten Hälfte zwar gut los, aber wie bei allen Staffeln von „Shadowhunters – und ich bin mir sicher, es werden noch welche folgen – kann die gute Phase für jeden in der Serie auf einen Schlag enden.

Die Dinge gehen schließlich immer genau dann schief, wenn man erwartet, dass sie aufgehen. Jayce muss beispielsweise einen Weg finden, wie er mit der Tatsache umgehen soll, dass Clary nun doch nicht seine Schwester ist. Aber dazu nur so viel: Es wird kompliziert. (lacht) Darauf bin ich sehr gespannt, weil ich mich selbst nicht mehr 100%ig daran erinnern kann, wie er damit zurecht kommt. Aber es wird eines der zentralen Themen während der nächsten Episoden sein.

Dann lass uns jetzt ein paar vergangene Themen besprechen: Alec stand immer für Regeln und das Gesetz. Trotzdem hätte er Clary dabei geholfen, ihre Mutter wiederzubeleben. Denkst du, er hätte anders reagiert, wenn er sich nicht schuldig gefühlt hätte?

Auf jeden Fall! Diese Entscheidung war eine enorme Abweichung von der Person, die er normalerweise ist. Ich will zwar kein Urteil fällen, aber sich da einzumischen und Clary bei der Wiederbelebung ihrer Mutter zu helfen, war ganz sicher keine besonders schlaue Idee. Für Alec wurde es aber wenigstens zu einer Art Lernerfahrung, auch wenn wir nicht sehr viel Zeit damit verbracht haben. Er hätte bei seinem Protokoll bleiben müssen, wenn es um das Lösen solcher Konflikte geht. Doch seine Schuldgefühle, obwohl ihn eigentlich gar keine Schuld trifft, brachten ihn dazu, sich davon abzuwenden. Sicherlich lernt er daraus. Denn ohne diese Gefühle in ihm hätte sich Alec nie und nimmer darauf eingelassen!

Anders als Alec oder Clarys Mutter sind viele Charaktere unsterblich. Jedes Mal, wenn wir Schauspieler fragen, ob sie gerne unsterblich wären, zögern sie oder antworten mit „Nein“. Bist du die Ausnahme und sagst „Ja“?

(lacht) Im Grunde geht es doch darum, was man aus seinem Leben macht. Als Sterblicher kann man in 80 Jahren einiges erreichen. Und trotzdem gibt es Tage, an denen man einfach nur herumsitzt und nichts tut. Wenn man aber alle Zeit der Welt zur Verfügung hätte, würden wohl viele Beziehungen in die Brüche gehen, weil die Leute um dich herum entweder sterben oder anderswie verschwinden. Sich selbst kennt man nach einer Weile auch bestens. Unter solchen Umständen hört es sich also gar nicht mehr so lukrativ an, unsterblich zu sein. Wenn man mit Personen darüber spricht, sehen viele tatsächlich eher einen Fluch als einen Segen darin. In „Shadowhunters“ kann man aber trotzdem sterben, so könnte es beispielsweise auch Magnus erwischen. Daher sollte selbst er Gefahren meiden, denn auch als Unsterblicher würde man vermutlich nicht wirklich sterben wollen. Ich persönlich habe aber irgendwie keinen Schimmer, wie ich die Frage beantworten soll. Das ist gar nicht so einfach, sehr philosophisch. Wenn man sich zu stark mit dem Thema auseinandersetzt, werden immer mehr Fragen aufgeworfen und man zerbricht sich dann den Kopf – so wie ich gerade. (lacht)

Was findest du unheimlicher: Wie Alec in Magnus einen Partner zu haben, der nie altert und wahrscheinlich weit über deine Zeit hinaus lebt, oder der Unsterbliche wie Magnus zu sein, der alle um sich herum altern und sterben sieht?

Die Sterblichen – und das schließt wohl auch Alec mit ein – würden es schwerer haben, weil sie eben realisieren, dass der Partner auch noch lange nach ihrem Tod weiterleben wird. Zudem altert Alec. Klar, letztlich wäre es für beide Seiten eine äußerst unglückliche Lage, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Aber wenn sie eine Möglichkeit finden, ihre gemeinsame Zeit trotzdem irgendwie zu genießen, dann hat das ja auch etwas Schönes an sich. Es wäre aber sicherlich wichtig, dass Magnus sein Leben segmentiert.


Bleiben wir gleich bei Magnus: Er existiert seit Jahrhunderten und hat Casanova oder Michelangelo kennengelernt. Wenn du einen längst verstorbenen Philosophen persönlich kennenlernen könntest: Welcher würde es sein und wieso?

Ohh… Das ist eine spaßige Frage.

Fällt dir jemand ein?

Da gibt es schon ein paar. Aber es ist schwierig, sich festzulegen. Sicherlich würde ich mir eine Person aussuchen, deren Verstand so kreativ und interessant ist, dass sie mir immer noch neue Dinge beibringen könnte, von denen ich noch keinerlei Ahnung habe. Aber das sagt sich so leicht. Man kennt ihre Persönlichkeit ja nicht wirklich. Neben Michelangelo wäre bestimmt auch Leonardo da Vinci ein interessanter Kandidat, aber ich weiß nicht. Das ist eine wirklich gute Frage. Ich würde garantiert einen Denker beziehungsweise Philosophen wählen und zwar… Ich wähle… Oh man, keine Ahnung. Es ist viel zu hart, sich einen auszusuchen.

Dann versuchen wir es einmal damit: In der Serie geht es teilweise darum, schlechte oder Probleme verursachende Erinnerungen zu löschen. Wenn du eine beliebige Erinnerung an den Nagel hängen könntest: Welche wäre das?

Das ist eine Frage, zu der ich auch eine Antwort weiß. Und zwar würde ich keine einzige Erinnerung aufgeben wollen. Denn egal, wie negativ und schmerzhaft manche von ihnen auch sein mögen – sie haben mitunter dazu beigetragen, dass ich zu der Person wurde, die ich bin. Zudem machen sie einem zu einem interessanteren Menschen und darum geht es doch im Leben. Selbst die grausamsten Erinnerungen würde ich keineswegs löschen wollen, weil sie mich mit definiert haben. Sie zu verlieren, würde bedeuten, mich selbst zu verlieren. Und ich könnte mir nichts Schlimmeres vorstellen.

Na also.

(lacht)


Zum Abschluss würde uns noch Folgendes interessieren: Die Wesen aus „Shadowhunters“ sind zwar stärker und teilweise unsterblich, haben aber alle ein Handicap. Vampire können beispielsweise nichts mehr Essen.

Wenn man genauer darüber nachdenkt, was die menschliche Erfahrung alles beinhaltet und was das Leben großartig macht, dann nimmt Essen einen sehr wichtigen und großen Platz ein, weil man so was auch gemeinschaftlich tut. Dass Vampire bei Tageslicht nicht mehr raus können, ist bestimmt extrem brutal. Aber nicht mehr dazu in der Lage zu sein, zu essen, wäre richtig mies!

Welches Essen würde dir denn fehlen, wenn du plötzlich nichts mehr zu dir nehmen dürftest?

Das hört sich jetzt vielleicht verrückt an, aber es wären Brot und Käse. Für mich gehört Brot zum geschmackvollsten, was wir essen. Das mit Käse oder auch Käse im Allgemeinen mag ich sehr – Käsebrote in allen möglichen Varianten. (lacht)

 

Geschrieben am 10.06.2017 von Carmine Carpenito


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