Moonfall – Box Office: Deutschland lässt Emmerich hängen

Roland Emmerich nennt man nicht umsonst den Master of Disaster, schließlich gilt er in Hollywood schon längst als echter Experte, wenn es darum geht, unseren schönen Heimatplaneten immer wieder aufs Neue in Schutt und Asche zu zerlegen. Mit dem Sci/Fi-Werk Independence Day fing im Jahr 1996 alles an, gefolgt sind ebenso bildgewaltige Filme wie Godzilla, The Day After Tomorrow, 2012 und Independence Day: Wiederkehr.

In den allermeisten Fällen erwies sich das Konzept, diverse Sehenswürdigkeiten zu vernichten, die Menschheit von Tsunamis, Erdbeben, anderen Naturkatastrophen oder Alien-Invasionen überrumpeln zu lassen, als ein ziemlich zuverlässiges. Wann auch immer Emmerich einen Blockbuster am Start hatte, standen Kinogänger in der Regel Schlange, um Teil seines düsteren Szenarios zu werden.

Bei seiner neuen Produktion, dem 140 Millionen US-Dollar schweren Moonfall, der in Zusammenarbeit mit Lions Gate Entertainment, dem zu Hause von Horrorfilm-Reihen wie SAW oder Hostel, auf die Beine gestellt wurde, haben wir nun allerdings einen ganz anderen, eher ungewöhnlichen Fall. Zum ersten Mal überhaupt lassen Filmliebhaber den Blockbuster-Spezialist links liegen.

Jetzt floppt MOONFALL auch in Deutschland

Zunächst war das in den USA so, wo der Sci/Fi-Film zum Start keine 10 Millionen US-Dollar in die Kassen schwemmen konnte, nun aber auch bei uns in Deutschland, wo der Filmemacher bislang eigentlich immer noch von einem kleinen Heimvorteil profitieren durfte.

Selbst Independence Day: Wiederkehr, der zwar nicht als finanzieller Flop, aber als Box Office-Enttäuschung in die Geschichte einging, war hierzulande dazu imstande, in der Startwoche über 650.000 Leute dazu zu bringen, ein örtlich gelegenes Lichtspielhaus aufzusuchen, um Jeff Goldblums und Bill Pullmans Franchise-Comeback auf der großen Kinoleinwand zu erleben. Von solchen Zahlen ist Moonfall, wo Donald Sutherland in einer Nebenrolle agiert, meilenweit entfernt.

Wie wir nach dem gestrigen Starttag wissen, dürften sich am ersten Wochenende gerade einmal rund 110.000 Nasen in einen Saal verirren, in dem das Spektakel abgespielt wird – und sechsstellig eröffnet es auch nur, weil es fast der einzige Kandidat war, der bundesweit in Sneak-Previews lief. Diese Zahlen werden bekanntlich beim eigentlichen Wochenende hinzuaddiert. Ohne sie würden wir jetzt vermutlich von keinen 100.000 Besuchern reden.

Zum Vergleich: The Day After Tomorrow brachte 2004 über 1.7 Millionen Menschen dazu, Jake Gyllenhaal und Dennis Quaid dabei zuzusehen, wie sie mitten in der Kälte um ihr Überleben kämpfen, bei 2012 waren immerhin noch mehr als 1.35 Millionen Fans am Start. Sogar 10.000 BC, der weder im Naturkatastrophen- noch Alien-Genre zu Hause ist, zählte 2008 fast 370.000 Besucher in der Startwoche – die von Moonfall wird wohl knapp 150.000 wert sein.

Roland Emmerich verliert gegen Karoline Herfurth

Da läuft es für die Konkurrenz deutlich besser. Tod auf dem Nil, das Sequel zu Mord im Orient Express, sollte bis Sonntag 140.000 Tickets verkaufen, während Karoline Herfurths Wunderschön am 2. (!) Wochenende noch einmal um die 240.000 Gäste in Empfang nehmen wird.

Man darf gespannt sein, wie sich das Fiasko auf die Zukunft von Emmerich auswirken wird, da der Regisseur in den vergangenen Jahren immer wieder mal kleinere Herzensprojekte inszenierte – beispielsweise Anonymous und Stonewall, die am Box Office so gut wie keine Rolle gespielt haben, aber auch bewusst für ein kleineres Publikum umgesetzt wurden.

Mit seinen Blockbustern brachte er die Kinokassen dann meist wieder zum Klingeln. Dass das nun offenbar nicht mehr möglich ist und aus einer ehemaligen Zuverlässigkeit ein Risiko wird, stellt durchaus ein Problem für die Karriere des Künstlers dar. Drücken wir unserem Mann in Hollywood also die Daumen, dass seine Hauptdarsteller Halle Berry und Patrick Wilson wenigstens in Asien etwas reißen können, um den finanziellen Schaden, der hoch sein wird, ein klein wenig aufzufangen.

©Lions Gate Entertainment

Geschrieben am 11.02.2022 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Moonfall, News



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