OST Besprechung – Ich weiß, wer mich getötet hat

Im Handel erhältliche Soundtracks kommen in der heutigen Zeit selbst bei kleinen oder unerfolgreichen Filmen vor. Um dieser Bewegung ihren Tribut zu zollen, findet Ihr im Inneren dieser News unsere erste Besprechung eines OST (Original Motion Picture Soundtrack). Auf dem Plan steht in der heutigen Ausgabe die musikalische Untermalung des Chris Sivertson Thrillers Ich weiß, wer mich getötet hat, dessen Kinostart mit Lindsay Lohan in der Hauptrolle am 03. Januar des kommenden Jahres erfolgt. Aubrey Fleming ist eine clevere High-School-Schülerin mit einer viel versprechenden Zukunft; sie lebt in einer intakten Familie, hat einen Freund und ihre Clique. Doch eines Nachts verschwindet sie plötzlich wie vom Erdboden… Zwei Wochen später wird sie schwer verletzt mitten im Wald gefunden: Aubrey war von einem brutalen Serienkiller entführt worden, konnte aber fliehen. Sie wird ins Krankenhaus gebracht, wo sie vom FBI verhört wird. Doch sie kann sich an nichts erinnern und noch schlimmer: Ihre Eltern und Freunde müssen realisieren, dass sie ihre Identität leugnet und alles, was jemals zuvor in ihrem Leben passiert ist, offenbar vergessen hat. Das Mädchen glaubt, sie sei die Stripperin Dakota Moss, eine Figur, die Aubrey einmal für einen Schulaufsatz erfunden hat.

 

Eine neue Rubrik bei BlairWitch.de startet heute mit der Besprechung des Original Motion Picture Soundtracks zu ICH WEIß, WER MICH GETÖTET HAT. Verantwortlich für die musikalische Begleitung zeichnet Joel McNeely, der bereits für die Filme „Air Force One“, „Uptown Girls“ und „Ghosts of the Abyss“ die Musik beisteuerte. Der Soundtrack zum Lindsay Lohan-Film versprüht vor allem düstere und tiefe Klänge, aber auch liebliche Melodien sind ab und an zu vernehmen.

Beginnend mit einer düsteren, aber mit 56 Sekunden knapp bemessenen „Prelude for a Madman“ steigert sich die bereits angekündigte Angst in das kommende Unheil. Stetig anhaltende hohe Töne der Streicher machen sich im zweiten Track bemerkbar, während gleichzeitig aber auch eine gruselige und unheimliche Grundstimmung vorherrscht, die aber wiederum eine sanfte Seite hat. Das „Fairytale Theme“ lässt ein eher trauriges Märchen vermuten, wirkt in seiner Spielweise zwar durchaus beruhigend, dennoch tritt ein aggressiver Unterton mit auf den Plan. Das offene Ende stellt die abschließende Frage: Wie wird das Märchen für unsere Hauptdarstellerin ausgehen?

Wer diese Scheibe an einem romantischen Abend bei kuscheligen Stunden zu zweit auflegt, hat nicht direkt verloren. Mitunter bietet der OST von ICH WEIß, WER MICH GETÖTET HAT sanfte, beruhigende und harmonische Klänge, doch im Vordergrund stehen eindeutig die tiefen, dunklen, panischen Seiten, dominiert von Pauke, Trompete und düsteren Klaviertönen. Diese Stimmung kommt vor allem in den Mittelstücken der CD zum Vorschein. Hektische Streicher bilden den Gegenpol zum eher deprimierten, traurigen Klavier. Bei „Spontaneous Bleed“ und „Going Home“ befinden wir uns scheinbar auf dem Höhepunkt des Terrors. Die gezupften Violinen verbreiten Hektik und Anspannung im gesamten Raum, das stampfende Klavier und der ansteigende Lautstärkepegel geben einem den Rest. Als Kontrast, um die Spannung weiterhin aufrecht zu halten, fällt die mystische und zugleich klare, wundervolle Stimme von Caitlin Kazepis mit ein, die für einen kurzen Moment Lieblichkeit und Wohlbehagen verkündet.

Joel McNeely bietet dem Hörer gekonnt inszenierte Spannung für die Ohren. Man muss den Film nicht kennen, um zu wissen, was dort eigentlich passiert. Wer sich bisher bei Musik nur aufgrund der schlechten Gesangsdarbietungen zweitklassiger Popsänger erschreckt hat, sollte sich den Soundtrack von ICH WEIß, WER MICH GETÖTET HAT zu Gemüte führen. Legt man die Scheibe ein, hüllt sich in seine Bettdecke und lauscht dem Orchester, ahnt man sich ab und an in Sicherheit, wird aber mit einem Mal aus der Ruhe gerissen. Und genau dann, wenn man es eben nicht erwartet.

Horror, Angst und Panik vermittelt McNeely auch ohne Bilder eindrucksvoll. Wer nicht immer auf einen Bildschirm starren möchte, um eine Gänsehaut zu bekommen, liegt bei diesem OST richtig. Um den oben angesprochenen Abend der Zweisamkeit etwas zu verschärfen, eignet sich McNeelys Soundtrack ebenfalls. Wenn manche Schauspieler doch nur so gut spielen würden wie manch ein Komponist komponiert – wir würden uns freuen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

Geschrieben am 28.12.2007 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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