Pig – Bald auch bei uns: Nicolas Cages bester Film seit Jahren!

In einem Alter, das andere eher als Aufforderung sehen, sich langsam in den wohlverdienten Ruhestand zu begeben, dreht Nicolas Cage noch einmal richtig auf und reißt sich eine abgefahrene Rolle nach der anderen unter den Nagel.

Aber schon lange nicht mehr haben wir den Schauspieler, der einst zu den bestbezahlten und gefragtesten Hollywoods gehörte, so fragil, aber gleichzeitig wild entschlossen und zu allem bereit erlebt wie in seinem neuen Film Pig, der in den USA gerade Höchstwertungen abstaubt – etwas, das man bei einem Nicolas Cage-Film schon nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Die amerikanischen Kritiker, die Pig im Zuge der Kinopremiere bereits sehen durften, überschlagen sich förmlich vor Lob für den Film, vor allem aber Cage selbst, der einen zurückgezogen lebenden Mann spielt, dem sein wertvollster und liebster Besitz auf der ganzen Welt gestohlen wird – sein Hausschwein, mit dem er in den Wäldern nach sündhaft teuren Trüffeln sucht.

Rob und sein Schwein. ©Neon

Nicolas Cage zeigt sich verletzlich wie lange nicht

Nun könnte man basierend auf dem ersten Trailer vielleicht annehmen, dass er daraufhin loszieht und in bester John Wick-Manier (nur mit dem Schwein anstelle des Hundes) Rache übt. Aber die Geschichte nimmt dann doch eine ganz andere, eher unerwartete Wendung.

Pig ist die mysteriöse Charakterstudie eines Mannes, der vor seiner Berühmtheit und Vergangenheit flieht und jeden Tag aufs Neue erinnert wird, wer er in einem früheren Leben einmal war. Für Cage, dessen große Blockbuster- und Leinwandhelden-Tage bekanntlich lange hinter ihm zurückliegen, müssen die Dreharbeiten also vermutlich eine leicht autobiografische Erfahrung gewesen sein.

Und ähnlich wie sein Pig-Charakter Rob würde offenbar auch er nicht noch einmal dorthin (seine alten Hollywood-Tage) zurückwollen, selbst wenn er die Möglichkeit dazu hätte.

„Ich kenne die Beweggründe von Rob nicht, denn das wird im Film nie eindeutig geklärt. Aber ich persönlich wüsste nicht, ob ich mich diesem ganzen Erlebnis, einen weiteren Disney-Film [etwa Das Vermächtnis des geheimen Buches 3] zu drehen, hingeben wollen würde“, gesteht er Variety. „Das wäre richtig beängstigend. Dort herrscht ein Klima der Angst vor.“

Ganz schön abgekämpft: Nicolas Cage in Pig. ©Neon

Alle sind sich einig: Der beste Cage-Film seit Jahren

Nun schaltet er nach dem psychedelischen Rache-Trip aus Mandy oder dem Monster-Roboter-mordenden Einsatz in Willy’s Wonderland also erstmal wieder einen Gang zurück, um zu zeigen, dass er noch immer in ihm steckt, dieser ruhige, bedachte, groß aufspielende Cage.

Pig sei wie, als würde man Perlen vor die Säue kippen, urteilt Ty Burr vom Boston Globe. „Ein tiefsinniger, wohldurchdachter Film für ein Publikum, das nach Wegwerf-Unterhaltung schreit.“ Und nicht nur er ist begeistert: Beim Review-Barometer Rotten Tomatoes kommt Pig nach 112 gezählten Kritiken auf phänomenale 97%.

Etwas müssen Cage und Regisseur Michael Sarnoski, der mit dem Fantasy-Mystery-Thriller sein Spielfilmdebüt abliefert, also richtig gemacht haben. Darum wird es den einen oder anderen sicher freuen zu hören, dass Leonine für eine zeitnahe Veröffentlichung in Deutschland sorgt, Pig bereits am 19. November auf DVD und Blu-ray Disc in den Handel stellt!

©Leonine

Geschrieben am 17.09.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News



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