Pulp Fiction – Miramax verärgert: Studio verklagt Quentin Tarantino

Das in Knoxville, Tennessee geborene Ausnahmetalent Quentin Tarantino, das Genie hinter modernen Klassikern wie Inglourious Basterds, Django Unchained oder The Hateful Eight, und die US-amerikanische Filmproduktions- und Verleihgesellschaft Miramax haben in den vergangenen Jahrzehnten einige gemeinsame Erfolge gefeiert.

Schließlich sind aus der Zusammenarbeit unvergessene Kult-Filme wie Reservoir Dogs, Jackie Brown, Kill Bill: Volume 1 und Volume 2 entstanden. Doch der Filmemacher und das Studio, die sich einst so gut verstanden haben, müssen schon bald vor Gericht gegeneinander aussagen. Der Konflikt, der gelöst werden muss? Der hier:

Tarantino will exklusive, noch niemals zuvor publizierte entfernte Szenen aus seinem Pulp Fiction-Drehbuch als NFT beziehungsweise Non-Fungible Token (ein nicht ersetzbares digital geschütztes Objekt) an glückliche Abnehmer verkaufen. Interessierte Fans haben auf dieser Webseite jetzt (noch) die Gelegenheit dazu, sich auf die lange Warteliste setzen zu lassen.

Tarantino verkauft ohne Einverständnis von Miramax

Es handelt sich hierbei also um digitale Einzelstücke, was so viel bedeutet, dass nur der jeweilige Käufer einer solchen Szene Zugang zu seiner Errungenschaft haben wird, sich außerdem über einige Zusatzinhalte (etwa einem Kommentar von Tarantino höchstpersönlich) freuen darf.

Miramax hält jedoch nicht viel von dieser Absicht, da die Hollywood-Legende seinen ehemaligen Arbeitgeber, der sich durch diese Aktion hintergangen fühlt, nicht darüber informiert haben soll. In einem offiziellen Statement bedauert Miramax, diesen Schritt in die Wege geleitet haben zu müssen:

«Das Verhalten von Tarantino hat Miramax dazu gezwungen, diese Klage gegen einen geschätzten Mitarbeiter einzureichen, um an die vertraglich vereinbarten Eigentumsrechte dieses ikonischen Filmes zu erinnern, diese zu beschützen», verrät das Unternehmen via Variety.

«Würden wir nichts dagegen unternehmen, könnten Dritte fälschlicherweise glauben, dass wir an dieser Sache beteiligt sind. Außerdem werden andere Filmschaffende dadurch motiviert, den Irrglauben zu entwickeln, ähnliche Geschäfte oder Angebote verfolgen zu dürfen. Wir allein haben das Recht dazu, NFT’s von Pulp Fiction zu vermarkten und diese zu verkaufen», erklärt das verärgerte Produktionshaus.

Legendär: Die Tanzszene aus Pulp Fiction. ©Miramax

Anwalt beschreibt Filmemacher als rücksichtslos und gierig

Bart Williams von der internationalen Anwaltskanzlei Proskauer, der Miramax in diesem Fall vertritt, ergänzt: «Was Tarantino da tut, ist rücksichtslos und gierig. Richtig wäre es gewesen, sich an die festgelegten Vereinbarungen zu halten und mit Miramax über das Vorhaben zu sprechen. Eine solche Geschichte entwertet nur unnötig die NFT-Rechte dieses Streifens.»

Tarantino und seine Anwälte sind da allerdings anderer Ansicht und nehmen Bezug auf das Kleingedruckte – der Filmemacher habe sehr wohl das Recht, sein eigenes Drehbuch so zu veröffentlichen, wie es ihm gefällt. Wer den Gerichtssaal am Ende wohl mit einem Lächeln auf dem Gesicht verlässt?

Der Amerikaner und Miramax haben schon seit geraumer Zeit kein gemeinsames Projekt mehr auf die Beine gestellt – nach diesem Vorfall dürfte es aber auch schwierig werden, sich erneut an einen Tisch zu setzen, um eine neue Kooperation zu diskutieren. Was das wohl für das Threequel Kill Bill: Volume 3, das Tarantino als möglichen Abschlussfilm in Betracht zieht, heißt? Sicherlich nichts Gutes. Hoffen wir also, dass sich die beiden Parteien doch noch einig werden und Freunde keine Feinde werden.

©Miramax

Geschrieben am 17.11.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News, Pulp Fiction, Top News



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