So war 2007 – Meinungen, Charts, Poster und Most Wanted

Wieder neigt sich das Jahr dem Ende entgegen. Wie verlief die vergangene Zeit für den Horrorfilm? Sicher ist, dass überraschend großartige Filme wie The Descent in diesem Jahr fehlten. Dennoch verlief der Kampf an den weltweiten Kinokassen nicht weniger erfolgreich. Doch was denken die Redakteure über Erfolg und Missgeschick der Filmindustrie? Wieder präsentieren wir Euch zur Jahreswende die abschließenden Meinungen unserer Mitarbeiter. Welcher Film weilt wohl auf dem ersten und dem letzten Platz des Box Office? Wir lüften das Geheimnis! Zusätzlich kürten wir das schlechteste wie beste Kinoplakat 2007 und fassen die Favoriten des kommenden Jahres zusammen. Dein Geschmack ist nicht getroffen? Die Kommentare bieten ausreichend Platz für umfangreiche Eindrücke. Und weil der Zeiger langsam aber sicher gen 24 Uhr tickt, wünschen wir Euch auf diesem Wege einen guten Rutsch in das neue Jahr und viel spannende Filmunterhaltung!

Top 20 – Box Office

Einspielergebnisse weltweit


20. Mr. Brooks46,8 Millionen Dollar
19. The Messengers54,9 Millionen Dollar
18. 30 Days of Night60,8 Millionen Dollar
17. The Reaping62,8 Millionen Dollar
16. 28 Weeks Later
62,8 Millionen Dollar
15. Grindhouse66,0 Millionen Dollar
14. Halloween72,6 Millionen Dollar
13. Number 23 76,7 Millionen Dollar
12. Hannibal Rising81,1 Millionen Dollar
11. Pans Laybrinth83,2 Millionen Dollar
10. Die Vorahnung83,9 Millionen Dollar
09. Saw 4115,9 Millionen Dollar
08. Disturbia117,5 Millionen Dollar
07. Zimmer 1408 120,3 Millionen Dollar
06. Resident Evil: Extinction147,1 Millionen Dollar
05. Saw 3 164,9 Millionen Dollar
04. Beowulf180,7 Millionen Dollar
03. Ghost Rider228,7 Millionen Dollar
02. I Am Legend* 255,9 Millionen Dollar
01. 300465,1 Millionen Dollar
* angelaufen  

Torsten Schrader

Horror/Thriller/Mystery

1. Bug
Es ist durchaus bewundernswert, wie William Friedkin mit seinen über 70 Lenzen für derart tiefsinniges Kino stehen kann. Bug versteht sich dabei als vielschichtiger Psychotrip in die Seelen einsamer Landlebender, die mit dem Begriff Hoffnung längst abgeschlossen haben. Einem Kammerspiel gleichend zieht sich die Spannung dank hervorragender Leistungen der beiden Hauptdarsteller bis zum gnadenlosen Finale, ohne einen Durchhänger zu erleiden. Und die positive Eigenschaft dabei: Rätselraten in der Filmgemeinde ist angesagt, schließlich macht Friedkin keinen Hehl daraus, seinen Film als frei deutbar einzustufen.

2. The Girl Next Door
In der amerikanischen Buch-Landschaft für kontroverse Kost verschrien, gelang Jack Ketchum mit The Girl Next Door, betitelt Evil, im vergangenen Jahr ein erster Wurf in Deutschland. Wie passend, dass die Verfilmung der Geschichte bereits auf der Türschwelle einiger Verleiher steht. The Girl Next Door zeichnet sich als nahtlose Gratwanderung zwischen Drama und Terror aus, vereint junge wie talentierte Darsteller und konnte Gregory Wilson als Regisseur für sich gewinnen. Was könnte da noch schiefgehen? Gar nichts! Mitreißendes Genrekino in seiner reinsten Form, abseits aller ausgetretener Hostel- und Saw-Pfade.

3. Pans Labyrinth
Bei einem Namen wie Guillermo del Toro verhält es sich ganz ähnlich wie bei der US-Farb-Ideenfabrik Tim Burton: Ein Stil, der bereits anhand einiger Bilder zu erkennen ist. So verwundert es kaum, dass das spanische Kriegsepos Pans Labyrinth durch die Welt tingelte, Preise einheimste und auch bei den Oscars nicht vollkommen leer ausging. Auch wenn sich ein deutscher Film die Trophäe für den besten ausländischen Film ins Heimatland holte, überzeugt der von del Toro inszenierte Märchen-Thriller um ein ruheloses Mädchen in den Fängen faschistischer Machenschaften durch die bildgewaltige Erzählweise und einen durchdachten Verlauf.

FLOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Inland Empire
David Lynch und sein bester Film seit Anbeginn? Die Hoffnung war groß, die Enttäuschung am Ende umso deutlicher. Inland Empire ist undurchsichtig und in seiner Beschaffenheit zu viel des Meisters Willen. Wo Lynch bisher noch geringfügig Hilfestellung leistete, tappt der Zuschauer bei seinem neuesten Film allein in den dunklen und verworrenen Gehirnwindungen des Filmemachers. Ein Overkill an Bildinformationen. Der Stecker ist schnell gezogen.

2. Return to House on Haunted Hill
Wenn sich ein Video-Sequel an seinem 20 Millionen Dollar schweren Vorgänger messen will und dazu auch noch die gleichen Settings zur Präsentation benutzt, kann dieser Versuch nur geradewegs in die Hose gehen. Glücklicherweise bleibt ein länger andauerndes Dahinsiechen bei der fast schon erschreckend kurzen Spieldauer von 70 Minuten (ohne Credits) erspart. Wer sich von wallenden Lachkrämpfen erholt hat, sollte den Datenträger schleunigst schnappen und in die nächste Mülltonne befördern.

3. Sportkill
Hostel meets Casino. Die entfachte Erwartung, wenn ein neuer, noch blutigerer und gemeiner Slasher auf dem Plan steht, hat sich in den letzten Jahren stark eingeschränkt. SPORTKILL ist kein Sonderfall und beschränkt sich ganz eigenständig auf flache Dialoge und über- wie unterforderte Darsteller mit Hang zur Selbstüberschätzung. Wieder einmal viel Wind um Nichts, wie auch die deutsche Schnittfassung belegt. Finger weg!

 

Janosch Leuffen

TOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Planet Terror
Die Fun-Granate im Jahr 2007! Deftige Sprüche, hammerharte Splattereinlagen und ein verdammt cooles Styling machen den Film zum absoluten Fest für Horrorfans, die gerne auch mal lachen. Schmuddelkino mit wunderbar durchgeknallten Charakteren und Ideen! Da freut man sich jetzt schon auf die limitierte DVD im März. Wer „Planet Terror“ noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Kult!

2. Ex Drummer
In Belgien verboten, hierzulande Gott sei Dank erlaubt. Wie schockierend und beschämend Kino sein kann, beweist Koen Mortier in seinem Erstlingswerk auf eine Weise, die sich ins Gedächtnis brennt. Garantiert nichts für zart besaitete Zuschauer. Der wohl krasseste, aber vielleicht auch gerade deshalb authentischste Real-Horrorfilm in diesem Jahr. Braucht sehr viel Zeit, bis er halbwegs verdaut ist. Hammerhart!

3. Pans Labyrinth
Mysterie-Märchen in Kombination mit Kriegsfilm. Kann das gut gehen? Die Antwort lautet: Ja, und wie. Regisseur Guillermo del Toro fängt das ganze Szenario in wunderschönen Bildern ein, versieht diese aber gleichzeitig mit knallharten Kriegssequenzen. Ein wahrer (Alb-)Traum, wie die Mixtur aus den beiden grundverschiedenen Filmgenres gelingt. Dass Märchen nicht immer ausschließlich für Kinder sein müssen, demonstriert del Toro eindrucksvoll. Fantastisch!

TOP 3 – Mainstream/Independent/Sonstiges

1. Ratatouille
Wieder einmal schafft es Trickschmiede Pixar, die Messlatte für kommende Animationsfilme um einiges höher zu hängen. Der Film lebt von der unfassbar genauen Animation, einer lustigen und abgedrehten Story sowie einer Ratte, die jeder in sein Herz schließt. Noch dazu sorgt der Kurzfilm „Lifted“ vor Beginn des Hauptfilms für die ersten richtigen Lacher. „Ratatouille“, der vielleicht beste animierte Streifen von Pixar. Knaller!

2. The Prestige
Kostümfilme gehören nicht zu meinen Lieblingen, „Prestige“ allerdings gab ich die Chance, die dieser auch nutzen konnte. „Batman Begins“-Regisseur Chris Nolan lässt in der Geschichte um zwei konkurrierende Zauberer Christian Bale und Hugh Jackman aufeinander los, die im Kampf um die Gunst der Zuschauer und Frauen eine bemerkenswerte Leistung abliefern. Klasse Story, wunderbare Bilder und ein Ende mit Paukenschlag. Ansehen!

3. Kings of Rock
Wenn Jack Black in einem Film mitmischt, ist das meistens eine Komödie („King Kong“ ausgenommen). Nun also schnappt er sich seinen Bandkollegen Kyle Gass und spinnt eine Mission auf Zelluloid, die es von der Fun-Rockband Tenacious D zu erledigen gilt. Auf der Suche nach dem „heiligen Plektrum“ werden wir auf eine völlig abgespacte und ebenso sinnlose wie unfassbar komische Reise mitgenommen. Trash pur, aber was für einer! Fans von Tenacious D werden das Ding lieben und sich in den Boden lachen!

 

Rochus Wolf

TOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Pans Labyrinth
Guillermo del Toros Film ist nicht nur eine wunderschöne Parabel über den Faschismus, über Wahrheit, Versuchung und Träume sowie ein großartig imaginiertes und gefilmtes Märchen für Erwachsene, voller Phantasie und Blutrünstigkeit. Er ist vor allem eine Reflektion über das Erzählen selbst, über die Bedeutung von Geschichten für unser Leben und selbst unser politisches Handeln. (In dieser Hinsicht wird del Toro gerne unterschätzt, und auch da darf man, so mainstreamig-krachig es auch werden mag auf Hellboy 2 gespannt sein

2. Bug
Das ist maximal reduziertes Kammerkino: Wenn zwei Personen aufeinander krachen, die Außenwelt mehr und mehr verschwindet, und schließlich auch für den Zuschauer unbedeutend wird, und das alles passiert in einem kleinen, schäbigen Motelzimmer. William Friedkin legt mit diesem Film einen Psychothriller hin, der eigentlich eher psychologische Studie ist, in dem er sich ganz auf seine zwei großartigen Hauptdarsteller verlässt.

3. Planet Terror / Fido
Zwischen Planet Terror und Fido mag ich mich nicht entscheiden müssen, weil beide so gekonnt das Zombiegenre in jeweils gänzlich andere Richtungen fortschreiben. Planet Terror installiert Rodriguez endgültig als Spezialisten für B-Trash mit A-Budget: Er schreibt die Geschichte des Splatter weiter, ohne auch nur in die Gefahr zu geraten, wie so viele vor ihm, in Brain-Dead-Epigonie zu verfallen. Fido hingegen nimmt das stets unterschätzte komödiantische Potential der Untoten und kombiniert es subtil und spitz mit der sozialen Kritik, die spätestens seit Romeros Night of the Living Dead immer wieder zu sehen war.

TOP 3 – Mainstream/Independent/Sonstiges

1. Fay Grim
Hal Hartleys Fortsetzung seines Films Henry Fool ist eine kluge, ironische und sehr unterhaltsame Agentenposse, in der wenig wirklich je klar wird oder bleibt: So ist die Welt. Parker Posey ist die Titelheldin, die sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Mann (Fool) macht, dessen literarische Aufzeichnungen – bei denen es sich womöglich um codierte Spionagedaten handelt – von eigentlich allen Geheimdiensten der Welt gesucht werden. Dass das Bild permanent leichte Schieflage hat, mag man als Manierismus abtun, aber Hartley bildet wirklich nur die Schieflage unserer Wahrnehmung ab. Und schubst sie noch ein bisschen weiter. Und Posey ist ganz großartig.

2. Full Metal Village
Ein Dokumentarfilm über ein jährlich von Heavy-Metal-Fans überranntes Dorf in Norddeutschland, das alle beteiligten Musikstile mit großartigen Landschaftsaufnahmen und sehr komischen Portraits der Dorfbewohner verbindet – muss man das noch extra loben?

3. 2 Tage in Paris / Jungfrau, männlich, sucht…
Ebenfalls nicht recht entscheiden konnte ich mich zwischen den zwei besten romantischen Komödien des (meines) Jahres: 2 Tage Paris und das schon ein Jahr ältere 40, Jungfrau, männlich, sucht … Beide handeln von Sex, ohne sich auf den Sex zu konzentrieren, im Gegenteil: Hier haben die handelnden Figuren endlich einmal Charakter, Macken, Stärken, das sind ja geradezu richtige Menschen! Da verzeiht man den Filmen geradezu das teils sehr erwartbare Happy End. Hey, es ist eine Komödie!

 

Carmine Carpenito

TOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Disturbia
Wenn heutzutage ein Genre ausgelutscht ist, dann mit Sicherheit die Rubrik der Teenie-Slasher. Und auch wenn Disturbia das Genre nicht unbedingt neu erfunden hat, so bringt er dennoch frischen Wind in die Kategorie der Teenie-Filme. Während die erste Filmhälfte einer simplen Teen-Comedy bzw. Romanze ähnelt, wandelte sich Disturbia dann zum spannenden Horror-Trip. Und dabei gelang D.J. Caruso der Übergang perfekt. Für Fans des Genres absolut empfehlenswert, zumal Jungdarsteller Shia LaBeouf seinen Charakter sympathisch rüberbringt und auch für den ein oder anderen recht gelungenen Lacher sorgt, bis es dann letztendlich in der zweiten Halbzeit um die "Wurst" geht, in der dann sein schauspielerisches Talent gefragt und auch gefunden wurde.

2. Motel
Während bei 8MM mit Nicolas Cage die Täter eines Snuff-Videos gesucht wurden, werden wir hier Zeuge dessen, wie Snuff Material "gezeugt" wird. Auch wenn der Film Anlaufschwierigkeiten hat und der letzte Takt am Ende nicht wirklich für ein zufriedenstellendes Gefühl sorgt, so ist der Mittelteil im Motel sowohl spannend als auch atmosphärisch. Beckinsale und Wilson spielen überzeugend genug, um ihnen ihre Furcht, die Angst und Panik abzunehmen. Desweiteren wird hier gezeigt, dass Gore und Splatterszenen nichts zur Qualität beitragen. Wer blutige Kost bevorzugt, ist bei Hostel besser aufgehoben, denn hier glänzt Vacancy eher in den anderen Punkten, den wesentlich wichtigeren..

3. Behind the Mask
Wie heißt es so schön? Klein, aber oho. Auch wenn es dieser kleine Independent-Slasher nicht auf die große Leinwand geschafft hat, so ist er dennoch überzeugender als sämtliche Genrevertreter der letzten paar Jahre. Der Film beginnt wie eine Dokumentation, in der der Killer zunächst einmal vertieft und vorgestellt wird. Uns werden seine Pläne verraten und sämtliche Klischees werden auf den Arm genommen. Dann gerät der Film auf eine andere Schiene und wird wie ein gewöhnlicher Slasher fortgeführt. Allerdings haben sich die Macher ein paar schöne und überraschende Ideen einfallen lassen, die das letzte Drittel ebenfalls vorm 0815 Faktor retten. Für alte Fans von Robert "Freddy" Englund dürfte auch der kleine Cameo-Auftritt witzig und interessant sein.

TOP 3 – Mainstream/Independent/Sonstiges

1. The Golden Age
Ganze neun Jahre nach dem mit einem Oscar prämierten Elizabeth meldet sich Regisseur Shekhar Kapur kurz vor 2008 mit dem Sequel zurück, bei dem erneut Cate Blanchett in die Rolle der Queen Elizabeth schlüpfte. Und wie man am Endergebnis erkennen kann, hat der Gute nichts von seinem Wissen verloren. Der Film beeindruckt durch seine Kulissen mit der Liebe zum Detail, den guten Dialogen und einer glänzenden Blanchett, ohne die der Film nur halb so gut geworden wäre. Auch wenn die eigentliche Handlung mit der spanischen Armada gegen Ende an Bedeutung verliert und der Showdown eher dahingeklatscht wirkt, so ist die Weiterentwicklung und Vertiefung der Figur Elizabeth umso bewegender. Zudem wird der Film von einem Score begleitet, der einfach nur traumhaft erklingt und zum Kauf des Soundtracks anregt.

2. Abbitte
Nach dem im 2005 veröffentlichten Stolz und Vorurteil zeigt Joe Wright dieses Jahr in einer erneuten Zusammenarbeit mit der britischen Darstellerin Keira Knightley wieder einmal mehr, wie eine richtig gute Romanverfilmung auszusehen hat. Entstanden ist eine kleine Filmperle über Fehlentscheidungen, unüberlegtes Handeln, unerfülltes Leben, unmögliches Verzeihen und belastender Schuldzuweisung. Das Ende kommt überraschend und sorgt unter anderem für ein unangenehmes Bauchgefühl und einen nachdenklichen Abend nach der Vorstellung. Der Film ist realistisch, hart und voller Details. Der überragende Score setzt alle Szenen wie ein Puzzle zusammen und gerade die finale und auch schockierende Wendung zum Schluss lässt alles noch einmal von einem anderen Blickwinkel her erscheinen, sodass das ohnehin schon gute Gesamtbild noch einmal nach oben gekurbelt wird.

3. Waitress
Als Komödie beworben wirkt Waitress dann letztendlich doch "nur" wie ein Drama. Allerdings wie eines mit viel Herz. Die im November 2006 ermordete Regisseurin Adrienne Shelly, die sich in Waitress zugleich auch die Ehre in einer Hauptrolle gab, überzeugt mit einer Geschichte, die das Leben so zeigt, wie es tatsächlich ist: schwierig, kompliziert und anstrengend. Und auch wenn das Ende zu glücklich wirkt, so ist das keine negative Wendung, da dadurch ausschließlich der Neuanfang, die Chance auf ein zweites Leben, zusätzlich betont wird. Keri Russell als schwangere Kellnerin spielt überzeugender denn je. Mit ihrer lockeren, aufgestellten, aber dennoch auch ernsten als auch "etwas anderen" Art, bringt sie die Zuschauer einerseits zum Lachen, andererseits aber auch zum Weinen. Großes Plus des Films ist zudem, dass sich viele "kleine" Nachrichten in ihm verbergen, die alles zusätzlich aufwerten.

 

Germain Wagner

TOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Zodiac
In diesem Jahre bahnte sich eine weitere Verfilmung über die Zodiac-Morde an, welche die Bewohner der Stadt San Francisco Ende der 1960er Jahre in Angst und Schrecken versetzten. Doch niemand der vorangegangenen Regisseure verstand das Katz-und-Maus-Spiel zwischen den gierigen Reportern und dem Killer so perfekt und mitreißend zu inszenieren wie ein gewisser David Fincher, der nach so meisterhaften Werken wie "Fight Club" oder "Sieben" längst zu den ganz Großen des Filmbusiness zählt. Auch im Falle von Zodiac bewies er ein glückliches Händchen und schuf einen Thriller der Extraklasse, welcher dem Zuschauer über die beachtliche Lauflänge von insgesamt 159 Minuten keine fühlbaren Längen bietet und ihn bis zum Ende miträseln lässt, was sich wirklich hinter diesen Morden verbirgt. Unbedingt empfehlenswert!

2. Grindhouse
Für Trash-Fans ging wohl ein lang ersehnter Traum in Erfüllung, als die Nachricht durchdrang, dass sich die Verehrer dieses Genres, Robert Rodriguez und Quentin Tarantino, entschieden hatten, eine gemeinsame Hommage an die Grindhouse-Filme der 1960er und vor allem 1970er Jahre zu kreieren. Tarantino schickte auf der einen Seite mit Death Proof einen rasanten, abgefahrenen und vor allen Dingen sehr amüsanten Roadmovie ins Rennen, der mit Kurt Russel als völlig irren Stuntman "Mike" nicht hätte besser besetzt werden können. Sein Freund Robert setzte mit Planet Terror dagegen auf ein hoffnungslos durchgeknalltes Splattererlebnis, das mit wahnwitzig verrückten Ideen zum Rundumschlag ausholt. "Grindhouse" 2007: Kolossal und absolut unverkennbar!

3. Disturbia
Kein Genre ist so dermaßen breitgetreten wie das des Horrorfilms. Daran wird auch der Teenie-Horror Disturbia nichts ändern, aber D.J. Caruso inszenierte mit diesem Film einen äußerst überzeugenden Thriller, welcher sich durch seine Art, viel Wortwitz und eine überraschend gute Portion Humor von vielen anderen Horrorfilmen weit abzeichnet. Anfangs noch sparsam mit Schockeinlagen, spitzt sich das Geschehen minutenweise so zu, dass sich der Zuschauer mehr und mehr in den Sitz krallen muss. Zwar kommt das Ende ein wenig abrupt, aber dieses Popcorn-Kino weiß zu unterhalten, macht viel Spaß und ist packend bis zur letzten Sekunde. Newcomer des Jahres Shia LeBeouf ist nur einer der vielen Lichtblicke!

TOP 3 – Mainstream/Independent/Sonstiges

1. Smokin Aces
Ohne jeden Zweifel der Action-Knaller des abgelaufenen Jahres. Dieser Film verbindet einfach alle Komponenten miteinander, die einem Fan wichtig erscheinen. Bei Smokin’ Aces wird geradezu alles im Wegstehende über den Haufen geknallt und weggepustet. Wilde Feuergefechte und ein Haufen schräger, aber extrem unterhaltsamer Auftragskiller, soweit das menschliche Auge reicht. Hier bleibt kein Magazin unbenutzt, geschweige denn unverbraucht. Darüber hinaus, dass dieses Szenario von Regisseur Joe Carnahan noch in einem brillant anzuschauenden Look auf Zelluloid festgehalten wurde, dass dem Zuschauer das Wasser nur so im Munde zusammenläuft. Der Film ist heiß, stylisch und wahnsinnig vielschichtig. Also, wer diese Achterbahnfahrt noch nicht miterlebt hat, sollte sie schleunigst nachholen! Knallharte Action und salopp gesagt: Ein ultrabrutaler Höllentrip, den man nicht so schnell vergessen wird!

2. Babel
Vier Schicksale führen unterschiedliche Menschen auf drei Kontinenten zusammen. Babel erzählt eine Geschichte, wie sie nicht ergreifender sein kann. Besonders bemerkenswert an diesem grandiosen Drama ist, dass keines dieser individuell gestaltenden Geschehnisse der jeweiligen Protagonisten nicht genügend Zeit bekommt, um sich zu entfalten. Hier reißt jeder Schicksalsschlag mit und fasziniert. Alejandro González Iñárritu inszenierte erstaunlich und offenbart ausdrucksstarke Bilder, wie sie nur selten zu finden sind. Dazu kommen noch die meisterhafte musikalische Untermalung, die starke Kameraführung und die ausgezeichneten Schauspieler, die ihren verschiedenen Charakteren die nötige Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit verleihen, sodass die Handlung das Publikum von Anfang bis Ende aufwühlt. Babel ist nichts Geringeres als ein Filmhochgenuss, der auf allen Ebenen brilliert!

3. The Last King of Scotland
In diesem Film stellt Forest Whitaker einmal mehr unter Beweis, dass er schlichtweg zu den wandlungsfähigsten Darstellern unseres Jahrhunderts gehört und so vollkommen verdient mit mehreren Auszeichnungen (z.B. Oscar für "Bester Hauptdarsteller" oder Golden Globe für seine Darstellung in "The Last King of Scotland") für diese wahrhaft perfekte Leistung gewürdigt wurde. Er füllt die Rolle des wahnsinnigen Diktators "Idi Amin" von Uganda bis in die letzte Pore aus und legt ein Schauspiel hin, wie es nicht hätte kraftvoller sein können. Auch sein Pendant James McAvoy als Missionsarzt "Nicholas Garrigan", welcher anfangs in einem Paradies zu leben scheint, aber erst viel zu spät erkennt, dass er sich aussichtslos in den Fängen der Macht des Präsidenten befindet, spielt gekonnt und gibt seinem Charakter die notwendige Glaubwürdigkeit. Das Filmdrama, welches teils wahre Begebenheiten andeutet, schockiert und bewegt. Prädikat "umwerfend"!

 

Axel Krauss

TOP 3 – Horror/Thriller/Mystery

1. Bug
William Friedkin´s meisterhaftes Kammerspiel um Paranoia, Identitätssuche und den implodierenden Wahnsinn einer Liebe zwischen verzweifelten Monaden. Kopfhorror der Güteklasse A++ und ein Highlight des im Horrorgenre eher schwachen Jahres 2007.

2. The Mist
Makellos inszenierter "Oldschool"-Horror von "Shawshank Redemption"-Regisseur Frank Darabont. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen dieser Art werden hier nicht nur menschliche Urängste und Xenophobie auf´s Unbekannte draußen projiziert, sondern auf das schwarze Loch in uns selbst. Der Twist am Ende gehört zu den besten, nachdenklichsten des Genres bis heute.

3. Sublime
Surrealer Horrortrip mit stellenweise fast Lynch´schen Qualitäten. Phantasievoll, originell und ohne 0815-Vorwahl erzählt, spielt er mit den Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit. Ein Geheimtip für Cineasten.

TOP 3 – Mainstream/Independent/Sonstiges

1. The Man From Earth
Mit ganz großem Abstand einer der intelligentesten Science Fiction-Filme nicht nur des Jahres, sondern allgemein. Dialoge, die es faustdick hinter der Großhirnrinde haben, Philosophie unterhaltsam aufbereitet in Form eines Kammerspiels. Basierend auf dem Buch von Jerome Bixby. Ein Fest nicht nur für Genrefans, sondern für alle, die nach ungewöhnlicher, geistreicher Unterhaltung weit abseits vom Mainstream suchen.

2. Transformers
Da können Kritiker noch soviel unken – die Stories in den Filmen Michael Bays mögen ja nicht gerade mit der feinsten Nadel gestrickt sein, aber jeder, der Bay Unfähigkeit vorwirft, soll einen Regisseur unserer Zeit nennen, der Action so schweißtreibend inszeniert wie er. Das ist Big Budget-Popcornkino vom Feinsten, zwar sehr pathostriefend, überbunt, laut und veloziferisch, aber wer für eine Achterbahnfahrt Eintritt zahlt, sollte keinen Tretbootausflug mit anschließender Sartire-Lesung erwarten.

3. Michael Clayton
Cleverer Thriller mit einem George Clooney in Bestform. Klasse Dialoge, geschliffener Wortwitz und eine elegante, solide Inszenierung.

Das beste Kinoplakat 2007

Das schlechteste Kinoplakat 2007

Most Wanted 2008 der Redaktion:

REC (4 Votes)
Cloverfield (3 Votes)
The Ruins (3 Votes)
Eden Log (2 Votes)
The Mist (2 Votes)
Trick r Treat (2 Votes)

Gültige Einzelnennungen:

All the Boys Love Mandy Lane
Awake
Diary Of The Dead
Die Mumie 3
Inside
Mirrors
My Name is Bruce
One Missed Call
Pathology
Resident Evil: Degeneration
Seventh Moon
Spiral
Sweeney Todd
Teeth
The Poughkeepsie Tapes
The Eye
Vinyan

Geschrieben am 31.12.2007 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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