Suicide Squad – David Ayer hofft auf Director’s Cut, sein Film hätte Warner Angst gemacht

David Ayer ist es leid, den Kopf für einen Film hinhalten zu müssen, der offensichtlich nicht der seine war. Denn was 2016 unter Suicide Squad ins Kino gebracht wurde, hätte genauso gut jeden beliebigen Namen tragen können. Sein gefühlvolles Drama sei von den Studiobossen in eine Komödie umfunktioniert und im Zuge der gemischten Reaktionen auf Batman v Superman regelrecht auseinandergenommen worden, um damit Platz für eine Antwort auf den damals gerade extrem populären Deadpool zu schaffen, berichtete Ayer kürzlich. Der Plan schlug natürlich fehl, denn viele Zuschauer durchschauten das Vorhaben und erkannten Suicide Squad als was, was es war:

Eine halbgare Mischung, die mit Gewalt in ihre aktuelle Filmform gepresst wurde. Dass die Entstehungsgeschichte von Suicide Squad ähnlich unrühmlich ist wie die von Justice League, machte Hoffnung, dass nach Zack Snyder nun auch David Ayer (Netflix‘ Bright) eine zweite Chance eingeräumt werden könnte, um vergangene Fehler aus der Welt zu schaffen – ein Irrglaube, der von WarnerMedia-Chefin Ann Sarnoff umgehend im Keim erstickt wurde.

2016 noch mit von der Partie: Will Smith ©Warner Bros.

Darum könnte Warner dagegen sein

Weder werde man einen Ayer-Cut von Suicide Squad entwickeln noch gebe es Pläne zu weiteren DC-Filmen von Zack Snyder, hieß es anlässlich der gefeierten Premiere von Zack Snyder’s Justice League, die sich hinsichtlich der Reichweite nur Wonder Woman 1984 geschlagen geben musste. Der Director’s Cut war für das Unternehmen offenbar ein voller Erfolg. Warum also investiert man nicht in weitere „Neufassungen“ bekannter Stoffe?

Eine offizielle Antwort darauf gibt es nicht. Wir vermuten aber: Einerseits würde man sich damit öffentlich Fehler eingestehen, die es wiedergutzumachen gilt, andererseits steht im Fall von Suicide Squad natürlich bereits ein gerade prominent vorgestelltes Reboot in den Startlöchern.

Bei Warner würde man den alten Film also vermutlich lieber verdrängen und für immer vergessen – und das, obwohl „David Ayers Variante“ mit weltweiten Einnahmen von 750 Millionen Dollar extrem erfolgreich war.

So gut wie alle Joker-Szenen wurden im Schneideraum entfernt. ©Warner Bros.

David Ayer glaubt weiter an Director’s Cut

Deshalb nimmt Ayer die Absage von Sarnoff zwar zur Kenntnis, kämpft aber munter weiter für seinen ganz persönlichen Suicide Squad-Film. Jetzt ging er sogar noch weiter ins Detail und plauderte mit Entertainment Weekly darüber, wie der Film ausgesehen hätte, wenn Warner nicht eingeknickt wäre.

Suicide Squad sei großartig gewesen, aber er hätte der Chefetage Angst eingejagt, schlussfolgert Ayer, der gerade seinen mit Shia LaBeouf besetzten Crime-Thriller The Tax Collector abgeliefert hat. So sei nun mal das Geschäft, stellt Ayer ernüchtert fest. Dennoch sei es frustierend gewesen, sein tiefgründiges Drama in Stücke gerissen und in eine Art Deadpool-Verschnitt umgewandelt zu sehen. „Dann startet der Film und man steckt als braver Kapitän des sinkenden Schiffs jede abgefeuerte Kugel ein.“

Ayer hofft, dass Warner die richtigen Schlüsse aus dem Erfolg von Zack Snyder’s Justice League zieht. „Ob nun Kanon oder nicht – Fans lieben die Charaktere, wollen mehr Zeit mit ihnen verbringen. Die Filmerfahrung ist heute eine ganz andere als früher. Es gibt Platz für verschiedene Dinge, unterschiedliche Fassungen, Paralleluniversen.“

Wenn Justice League eines gezeigt hätte, dann, dass die Filmindustrie diese Fanbewegung braucht, um aus ihrem Tiefschlaf aufzuwachen und sich für mehr filmische Diversität zu öffnen.

Neustart: James Gunns The Suicide Squad soll anders werden. ©Warner Bros.

Geschrieben am 31.03.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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