Things Seen and Heard – Schleichendes Grauen im Trailer: Netflix-Grusel mit Amanda Seyfried

Wer seine Horror-Szenarien wuchtig (Zack Snyder’s Army of the Dead) und schweißtreibend (Alexandre Ajas Oxygen) bevorzugt, kommt bei Netflix in nächster Zeit voll auf seine Kosten. Aber auch Freunde schleichenden, gemächlichen Grusels gehen nicht gänzlich leer aus. Dafür sorgt unter anderem Things Seen and Heard mit Mamma Mia-Star Amanda Seyfried (Jennifer’s Body) in einer eher ungewohnten Rolle, den Regisseur Robert Pulcini (American Splendor, Nanny Diaries) als übersinnlichen Thriller in der Tradition von Wenn die Gondeln Trauer tragen und Schloss des Schreckens umschreibt. Wer sein Grusel-Vergnügen aus möglich effektiv gesetzten Jumpscares bezieht, dürfte hier also vermutlich eher fehl am Platz sein.

Denn ein handelsüblicher Horrorfilm sei Things Seen and Heard nicht geworden, stellt Pulcini schon jetzt klar. Dafür erwartet Netflix-Abonnenten eine Geschichte, die sich über die Dauer von knapp zwei Stunden (119 Minuten, um genau zu sein) immer weiter zuspitzt und vor allem von der aus dem Ruder laufenden Beziehung der beiden Hauptcharaktere lebt.

Schleichender Gothic-Horror

Entsprechend zaghaft beginnt der offizielle Trailer, als Catherine Clare (Seyfried) und ihr Mann George (James Norton) von der Stadt aufs Land umziehen. Catherine fügt sich nur widerwillig in ihre neue Rolle als Hausfrau, bemerkt gleich zu Beginn: „George will das [den Umzug] so sehr, und ich schulde es ihm, es zumindest zu versuchen.“ Schon hier deutet sich also da: Zwischen dem frisch vermählten Paar, das nach außen hin ein perfektes Leben führt, liegt offenbar etwas im Argen.

Die neue Umgebung bringt das Schlimmste zum Vorschein. ©Netflix

Denn kaum im verschlafenen Hudson Valley und ihrem neuen Zuhause angekommen, nimmt ihre bis dahin perfekte Beziehung eine unerwartet unheimliche Wendung. Ob das von Geistern oder einem grausamen Mord, der an einer Stelle im Trailer bereits angeteasert wird, herrührt, will Pulcini noch nicht verraten. Bis zur Netflix-Premiere am 29. April gibt er uns aber so viel mit auf den Weg:

„Ihr werdet überrascht sein, wie eng die übernatürlichen Elemente mit der Story verwoben sind. Things Seen and Heard ist eine Gothic-Geistergeschichte, aber mehr in der Tradition von Schloss des Schreckens und mit einer weiblichen Heldin, die in all dem ihren Frieden zu finden versucht.“ Ob Amanda Seyfried nach David Finchers Mank ihre nächste Oscar-würdige Performance hinlegt? Sie befindet sich jedenfalls in bester Gesellschaft, teilt sich den Film mit Co-Stars wie Natalia Dyer aus Netflix‘ Stranger Things, F. Murray Abraham (Grand Budapest Hotel), Karen Allen (Indiana Jones).

©Netflix

Geschrieben am 01.04.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News