Treatment – LGBT-Horrorfilm: Millennial konfrontiert homophoben Schrecken

Seit der #MeToo-Bewegung, ausgelöst durch den Weinstein-Skandal, wurde Hollywood ganz schön auf den Kopf gestellt, die Regeln noch einmal wild durcheinander gewürfelt.

Viele Produzenten aus der Filmindustrie haben es sich inzwischen zur Aufgabe gemacht, die Diversität auf unserer Welt zu zelebrieren und jedem Filmschaffenden (völlig unabhängig von dessen Herkunft, Geschlecht oder sexuellen Orientierung) die Möglichkeit zu geben, sein Talent unter Beweis zu stellen und seine einzigartige Geschichte auf die Leinwand zu befördern.

So schlüpfen gegenwärtig immer mehr Frauen in taffe Action-Rollen, die ursprünglich mal überwiegend für «echte Kerle» bestimmt waren, während die LGBT-Community beispielsweise in der Coming Out-Romanverfilmung Love, Simon, dem dazugehörigen Hulu/Disney Plus-Spin-off Love, Victor, der im Dezember 2021 auf Netflix erscheinenden RomCom Single All the Way und der 2022 kommenden Universal Pictures-Produktion Bros. repräsentiert wird.

Brillierte 2015 im Drama Einen Freund zum Geburtstag: Cole Doman. ©Chicago Media Project

Der Film, der eine Premiere darstellt

Letztgenanntes Projekt, wo Brothers & Sisters-Star Luke Macfarlane eine Hauptrolle spielt, stellt dabei eine besondere Errungenschaft dar, da es sich um die weltweit erste romantische Komödie über zwei Männer handelt, die von einem Major produziert wird und in den USA landesweit in die Kinos gebracht werden soll. Niemand Geringeres als Comedy-Spezialist Judd Apatow überwacht das Werk.

Selbstverständlich befürworten wir diese Veränderung und Gleichberechtigung, hoffen jedoch, dass das Filmbusiness in naher Zukunft realisiert, dass am Ende immer noch die Handlung und die Charaktere zählen. In den letzten Jahren wurden jedoch einige Produktionen umgesetzt, die einzig und allein das offensichtliche Ziel verfolgt haben, ein politisches Statement abzugeben, Männer entweder abzuwerten oder als ausnahmslos böse, dumme Wesen darzustellen.

Zu den negativen Beispielen, die eher Schaden angerichtet haben, gehören Batwoman von The CW, die der Ansicht war, dass «Batmans Anzug erst dann perfekt sein wird, wenn er einer Frau passt!», das Black Christmas-Reboot, wo Mädchen schmutzigen Jungs «Nein» sagen und sich gegen eine übersinnliche, männliche Macht durchsetzen müssen, oder die Candyman-Neuauflage, wo nur Weiße ermordet werden, da «Schwarze in Vergangenheit oft genug gequält worden» seien.

Dieser Junge trifft in Treatment auf das Böse. ©Chicago Media Project

Wenn das politische Statement einen Film dominiert

Wenn statt der Handlung das politische Statement der Grund für die Existenz eines Projektes ist, besteht das sehr hohe Risiko, dass es vom Publikum abgelehnt wird. Kinogänger wollen von Filmen und Serien begeistert, berührt, erschreckt, zum Weinen und zum Lachen gebracht, nicht aber ständig an das erinnert werden, was sie in ihrem bisherigen Leben möglicherweise alles falsch gemacht haben – sei es im Hinblick auf Rassismus, Frauenfeindlichkeit oder Homophobie.

In welche Kategorie Treatment wohl fällt? Das Streaming-Portal Shudder, welches in den USA nach wie vor erfolgreich läuft, hierzulande jedoch eingestellt wurde, sicherte sich die Auswertungsrechte am Independent-Film von Regisseur Matthew Fifer (Cicada), der als psychologischer Horror-Thriller bezeichnet wird.

Erzählt wird die Geschichte des schwierigen, homosexuellen Millennials, der nach einer verheerenden Trennung in sein Elternhaus zurückkehrt. Dort stellt er jedoch entsetzt fest, dass seine ehemalige Heimatstadt inzwischen von homophobischem Terror überschattet wird.

Cole Doman feierte 2021 seinen 28. Geburtstag. ©Chicago Media Project

Cole Doman schafft es auf Shudder

In die Rolle des Protagonisten schlüpft der am 13. März 1993 geborene Schauspieler Cole Doman, der 2015 schon einmal einen schwulen Mann verkörperte – damals den 17-jährigen Henry Gamble im Coming of Age-Drama Einen Freund zum Geburtstag von Filmemacher Stephen Cone. Außerdem an Bord: Brian J. Smith (Sense8) und David Pittu (Halston).

Treatment wurde mittlerweile abgedreht und wird derzeit in einem Schnittstudio fertiggestellt. Erscheinen soll der Streifen irgendwann im kommenden Jahr. Ob er schafft, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen, ohne ihn belehren zu wollen?

©Chicago Media Project

Geschrieben am 17.11.2021 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News, Treatment



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