Violation – Harter Rachefeldzug auf den Spuren von I Spit on Your Grave – diesen Herbst

Manchmal genügt schon ein kleiner Tropfen, um ein Fass zum Überlaufen zu bringen. Bei Miriam (Madeleine Sims-Fewer), der Hauptfigur aus dem Festival-Geheimtipp Violation, ist das wohl die Tatsache, von der eigenen Schwester und ihrem Schwager hintergangen zu werden. Danach ist für sie (und somit auch uns als Zuschauer) nichts mehr so, wie es früher einmal war.

Denn die beiden Newcomer Dusty Mancinelli und Madeleine Sims-Fewer lassen uns in ihrem Spielfilmdebüt, das nach der Sundance-Premiere prompt durch Shudder aufgekauft wurde, bei uns aber ganz klassisch in den Handel kommt, hautnah an ihrem Schicksal und dem zunehmend dramatischer und auch gewalttätiger werdenden Diskurs teilhaben.

Rache, Misstrauen, Angst und Schuldgefühle – all das prasselt in den fast zwei Stunden Lauflänge wie ein nicht mehr enden wollender Wolkenbruch auf das Genre-affine Publikum ein, dem Rape and Revenge-Geschichten natürlich fremd sind.

Ein folgenschwerer Feldzug beginnt

Schließlich gilt der berühmt-berüchtigte I Spit On Your Grave als Geburtsstunde der gnadenlos Rache übenden Frauen, die sich für begangenes Unrecht an ihren Peinigern vergehen und dabei auch vor eher drastischen Methoden nicht zurückschrecken.

Hier sind es aber meist namenlose Fremde ohne Verbindung zum Opfer, deren Motivation auch eher oberflächlich und im Dunkeln bleibt. Violation macht es sich nicht ganz so leicht, siedelt das schwierige Thema innerhalb der Familie an und löst so, wie es der britische Guardian treffend auf den Punkt bringt, das „vielleicht brutalste Frau-gegen-Mann-Martyrium seit Audition“ aus.

Miriam (Madeleine Sims-Fewer) ist außer sich. ©Nameless Media

Denn, da sind sich so gut wie alle einig, wohl auch Fantasy Filmfest Nights-Besucher, die Violation bereits im Rahmen der diesjährigen Ausgabe sehen konnten: Bei dieser Geschichte kommen wieder Mann noch Frau glimpflich davon!

Und auch den Zuschauern verlangen Dusty Mancinelli und Madeleine Sims-Fewer mit ihrer gemächlichen Erzählweise, den oft von stillen Naturaufnahmen unterbrochenen Sequenzen und manchmal nur schwer verdaulichen Gewaltexzessen einiges ab. Gerade diese eher sperrige Haltung könnte Violation aber zu einem echten, weil andersartigen Geheimtipp für Fans des Rape and Revenge-Subgenres machen.

Violation punktet mit starken Naturaufnahmen. ©Nameless Media

Violation erscheint in Deutschland

Das ist wohl einer der Gründe, weshalb Nameless Media den Film passend zu Halloween zunächst exklusiv in drei streng limitierten Mediabook-Varianten vertreibt, für die uns aber noch kein konkreter Veröffentlichungstermin vorliegt.

Wer direkt zum Start dabei sein möchte und Violation bei den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights verpasst hat, sollte also schnell sein! Mit der regulären Heimkino-Veröffentlichung im Keepcase rechnen wir erst gegen 2022.

Violation beginnt harmlos. Miriam fährt mit ihrem Mann übers Wochenende aufs Land zu ihrer Schwester. Das Verhältnis der beiden Frauen ist angespannt. Auch aus Miriams Ehe ist völlig die Luft raus, das Paar wechselt kaum ein Wort.

Einzig von ihrem Schwager Dylan fühlt sie sich angenommen. Als ein feuchtfröhlicher Abend am Lagerfeuer mit ihm unerwartet aus dem Ruder läuft, bricht sich in der verletzten Miriam anschließend eine Wut Bahn, für die es kein Zurück mehr gibt.

©Nameless Media

Geschrieben am 10.08.2021 von Torsten Schrader
Kategorie(n): News



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