Red Sonja – Drehbuch der The Witcher-Autorin war zu sexualpolitisch

Es grenzt ja fast schon an ein Wunder, dass das Remake von Red Sonja nach vielen Jahren, einigen Regie- und Schauspielerwechsel nun doch noch aus dem Boden gestampft werden konnte, obwohl der Kollege Conan aus dem Originalfilm noch immer auf seinen großen Comeback-Moment wartet.

Wie hat das Regisseurin M.J. Bassett (Ash vs Evil Dead, Solomon Kane) bloß angestellt? Indem sie am Ball geblieben ist und immer wieder ihr Interesse am Projekt bekundete: «Jedes Mal, als eine Neuigkeit angekündigt wurde, habe ich den Produzenten mitgeteilt, dass sie sich doch bitte bei mir melden sollen, wenn sie sich erneut umentscheiden», verrät Bassett im Hollywood Reporter-Interview – und genau das haben sie dann auch getan.

Joey Soloway (Transparent: The Lost Sessions, I Love Dick) distanzierte sich vom Vorhaben oder wurde entfernt – was das betrifft, sind beide Parteien ganz unterschiedlicher Ansicht: Yariv Lerner, CEO von Nu Boyana Film Studios, behauptet nämlich, dass Soloway schlicht und ergreifend nicht das richtige Talent für diesen kniffligen Job gewesen sei, während die Dame die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis setzte, sich verabschiedet zu haben, weil sie einer Dokuserie den Vorrang gab.

Solomon Kane-Regisseurin reanimiert Red Sonja. ©Constantin Film

Red Sonja ist im Kasten

Die Wahrheit liegt wohl irgendwo dazwischen. Es ist aber keine Überraschung, dass Filmemacher früher oder später weiterziehen müssen, wenn sich intern einfach nichts tut – und im Fall von Red Sonja sprechen wir von etwa 15 Jahren, welche die potenzielle Wiederbelebung in der sogenannten Produktionshölle verbrachte.

Jedenfalls; als Bassett eines Tages die Gelegenheit dazu erhielt, ihre Vision Produzent Avi Lerner (Criminal, 16 Blocks) vorzustellen, wurde sie mitten im Gespräch unterbrochen: «Mach einfach einen Film, der sich verkaufen lässt», waren die Worte, bevor sie den Zuschlag bekam.

Da Bassett mit dem bereits vorhandenen Drehbuch, das von Soloway und Tasha Huo (The Witcher: Blood Origin, Women in the Dirt: Landscape Architects Shaping Our World) verfasst wurde, höchst unzufrieden war, hat sie es bis zum Drehstart ein Dutzend Mal überarbeitet – bis es ihrer eigenen Vorstellung entsprach:

Drehbuch der The Witcher: Blood Origin-Autorin wurde verworfen

«Das ursprüngliche Skript beschäftigte sich viel zu sehr mit Sexualpolitik – in meinem persönlichen Leben interessiert mich das sehr, aber in meinem beruflichen als Geschichtenerzählerin überhaupt nicht», enthüllt Bassett, die außerdem eine in Sonjas Hintergrund verankerte Vergewaltigung strich.

«Ich habe keine Lust auf eine fiktive Frau, welche die Erfahrung eines Missbrauchs als treibende Kraft ihrer Motivation einsetzt. Dieser Film dreht sich um eine starke weibliche Persönlichkeit, aber es geht nicht um Geschlechter. Sonjas Reise stellt eine Allegorie für existenziellere Fragen rund um das Überleben der Art angesichts des Klimawandels dar.»

Man darf also gespannt sein, was Bassett hier auf die Beine gestellt hat! Die kommende Neuverfilmung von Red Sonja befindet sich mittlerweile in der langwierigen Nachbearbeitungsphase und wird aller Voraussicht nach 2024 veröffentlicht werden.

©STUDIOCANAL

Geschrieben am 12.01.2023 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): Red Sonja, News



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