Moviebase Alien: Covenant

Alien: Covenant
Alien: Covenant

Bewertung: 55%

Userbewertung: 47%
bei 494 Stimmen

Jetzt voten:
Originaltitel: Prometheus 2
Kinostart: 18.05.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: Unbekannt
Studio: 20th Century Fox
Produktionsjahr: 2015
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Jack Paglen, Michael Green
Darsteller: Noomi Rapace, Michael Fassbender

Als Ridley Scott im Jahr 2012 PROMETHEUS – DUNKLE ZEICHEN präsentierte und sich damit anschickte, die weit zurückliegende Vorgeschichte von ALIEN zu erzählen, lief das nicht ganz so, wie erhofft. Einerseits für den Regisseur, der sich weit von ALIEN entfernen wollte, aber stattdessen einen etwas zu wirren Film erschuf, und andererseits für das Publikum, das von diesem Werk nicht wirklich begeistert war. Ein Sequel wurde immer wieder angesprochen; mit ALIEN: COVENANT ist es nun da. Und es pflegt eine weit größere Verwandtschaft mit ALIEN als mit PROMETHEUS.

Das Raumschiff Covenant ist auf dem Weg zur Welt Origae-6, wo 2000 Kolonisten abgesetzt werden sollen. Sie alle befinden sich im Kälteschlaf, aber als ein Notfall eintritt, weckt der Android Walter (Michael Fassbender) die Besatzung. Der Captain stirbt dabei, weswegen Oram (Billy Crudup) übernehmen muss. Als eine Nachricht von einem nicht weit entfernten Planeten aufgefangen wird, der bewohnbar ist, entscheidet er, sich diese Welt genauer anzusehen, in der Hoffnung, dort ansiedeln zu können und sich so eine weitere mehr als siebenjährige Reise zu ersparen. Doch die Welt, auf der sie landen, hält eine bösartige Überraschung bereit. Schon bald kämpfen die Menschen ums Überleben.

Das Interessanteste an PROMETHEUS sind sicherlich die Engineers, denen in ALIEN: COVENANT unglücklicherweise keinerlei Bedeutung mehr zukommt. Es gibt gerade mal einen Rückblick, als David und Elisabeth Shaw mit einem Schiff der Engineers auf ihrem Planeten landen. Das sieht groß und mächtig aus, aber es ist eben auch nur ein kurzer Moment, der keinerlei neue Informationen über diese Welt oder dieses Volk bietet. Stattdessen bekommt man im Grunde einen reinrassigen ALIEN-Film, der sich fast schon dafür zu schämen scheint, etwas mit PROMETHEUS zu tun zu haben. Aber wo dieser Film zumindest Ambition hatte, bleibt die bei ALIEN: COVENANT auf der Strecke, da sich das Skript von John Logan und Dante Harper ganz und gar auf Altbekanntes kapriziert. Daran ändert auch nichts, dass die erste Inkarnation der Aliens noch anders aussieht oder dass die Inkubation anders abläuft. Das sind Details, die am großen Ganzen jedoch nichts ändern.

Ebenso verleugnet ALIEN: COVENANT, was PROMETHEUS am Ende eigentlich versprochen hat: Zur Welt der Engineers zu reisen und dort Antworten zu finden. Da verwundert es dann auch nicht mehr, dass Scott die Elisabeth Shaw-Darstellerin Noomi Rapace kurzerhand aus dem Sequel wegrationalisiert hat. Ihr größter Auftritt findet schon in einem der sogenannten Prolog-Kurzfilme statt, mit denen Scott im Vorfeld des Kinostarts eine Verbindung zwischen PROMETHEUS und COVENANT herstellen wollte. Einer davon zeigt, wie Shaw und David unmittelbar nach PROMETHEUS die lange Reise zur Heimat der Ingenieure antreten und, erstmal dort angekommen, etwas Verheerendes lostreten.

Die Tugenden von Scotts erstem Film sind jedoch vorhanden. Er setzt auf eine bodenständige Crew, auf echt anmutende Menschen, auf Arbeiter im All, die auf eine ungewöhnliche Situation treffen. Am besten ist hier Danny McBride als Tennessee, der dieses Hemdsärmelige am glaubwürdigsten rüberzubringen versteht. Das ist sympathisch, das gefällt, aber es ist auch nichts, was neu wäre – weder innerhalb noch außerhalb der ALIEN-Reihe.

ALIEN: COVENANT lässt sich so etwas Zeit, bis die Geschichte beginnt. Mit der Landung auf dem fremden Planeten befindet man sich aber auf echtem ALIEN-Terrain. Hier zieht Scott die Spannungsschraube schnell an und überzeugt auch dadurch, dass die natürliche Umgebung eine wohltuende Abwechslung zu den dunklen Raumschiffsgängen und Höhlen ist – aber die gibt es in diesem Film dann eben auch zuhauf. Gerade das ist dann auch enttäuschend, da das Finale lediglich eine unwesentliche Variation des Originalfilms darstellt.

Die eigentliche Existenzberechtigung ist, dass davon erzählt wird, wie die Xenomorphen entstanden sind - also jene Alien-Kreaturen, die man aus den zeitlich später spielenden Filmen kennt. Scott begründet damit die Mythologie, aber es bleibt abzuwarten, ob das, was nach ALIEN kam, auch später noch Bestand haben wird. Der Regisseur hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass er die Ideen seiner Nachfolger nicht mag. Aber da COVENANT sowie alle noch kommenden Filme allesamt vor dem Original aus dem Jahr 1979 spielen, kann sich doch ein vollkommener evolutionärer Prozess ergeben. Das ist interessant, aber – typisch Prequel – auch nicht wirklich essenziell. Die Umstände kannte man nicht; aber wie die Aliens entstanden sind, ist eigentlich auch nicht relevant.

Das macht ALIEN: COVENANT zu einem eigentlich bedeutungslosen Film, der aber solide und einigermaßen spannend seine Geschichte erzählt. Als Sci-Fi-Horror funktioniert er, aber das gilt auch für viele der Monster-Epigonen, die im Fahrwasser von ALIEN produziert wurden. Bei einem neuen Teil dieser Reihe erwartet man einfach mehr als Standardware.

P.S. Fans von James Franco können sich den Besuch sparen, mehr als etwa zehn Sekunden ist er nicht dabei.

>> verfasst von Peter Osteried

Bewertung abgeben:




JIGSAW
Kinostart: 26.10.2017SAW 8: Legacy versteht sich als modernes Reboot der bekannten Horror-Reihe um Puzzlemörder Jigsaw und sein Gefolge.... mehr erfahren
Happy Death Day
Kinostart: 16.11.2017In Half to Death erlebt Jessica Rothe (Mary + Jane, La La Land) den gleichen Tag immer und immer wieder auf Neue. Und der endet stets damit, dass sie auf brutale Weise vo... mehr erfahren
Polaroid
Kinostart: 23.11.2017In Polaroid entdecken Sarah (Annika Witt) und Linda (Thea Sofie Loch Næss) im Haus von Sarah eine alte Polaroid-Kamera. Selbstsüchtig nutzen sie die Kamera für ihre Zw... mehr erfahren
Flatliners
Kinostart: 30.11.2017Flatliners (2017) ist eine Fortsetzung zum Kultfilm aus dem Jahr 1990. Wieder experimentiert eine Gruppe junger Medizinstudenten mit Nahtoderfahrungen und tritt damit ein... mehr erfahren
Sum1
Kinostart: 07.12.2017SUM1 erzählt von der Invasion durch eine übermächtige, außerweltliche Rasse, die dafür gesorgt hat, dass sich die Menschheit seit Jahrzehnten in unterirdischen Bunke... mehr erfahren
Veronica - Spiel mit dem Teufel
DVD-Start: 26.10.2017Den Geist des toten Vaters zu beschwören, ist keine gute Idee. Erst recht nicht, wenn man dafür eines der berüchtigten Ouija-Boards verwendet und bei der Gelegenheit d... mehr erfahren
RAW
DVD-Start: 27.10.2017Im RAW begleiten wir Garance Marillier bei ihrer Ausbildung zur Tierärztin, die sie vornehmlich der Familientradition zuliebe in Erwägung zieht. Als die überzeugte Veg... mehr erfahren
Open Water 3: Cage Dive
DVD-Start: 27.10.2017Um sich für eine neue Reality-Show zu bewerben, wollen drei Freunde ein aufregendes Bewerbungsvideo drehen. Sie planen einen Tauchgang auf dem offenen Meer. Die Digitalk... mehr erfahren
Demon Girl
DVD-Start: 02.11.2017In The House on Willow Street werden aus vermeintlichen Bösewichten schnell die Gejagten. Hintergrund ist die Entführung einer reichen Unternehmerstochter. Die entpuppt... mehr erfahren
South of Hell [Serie]
DVD-Start: 02.11.2017Maria Abascal ist eine attraktive eiskalte Kopfgeldjägerin, die allerdings keine normalen Aufträge annimmt. Sie hat sich auf den Exorzismus von Dämonen spezialisiert. ... mehr erfahren