Moviebase Jonah Hex

Jonah Hex
Jonah Hex

Bewertung: 20%

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Originaltitel: Jonah Hex
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 04.02.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 81 Minuten
Studio: Legendary Pictures / Warner Bros.
Produktionsjahr: 2010
Regie: Jimmy Hayward
Drehbuch: Mark Neveldine
Darsteller: Megan Fox, Josh Brolin, John Malkovich, Michael Fassbender, Will Arnett, Thomas Lennon, Aidan Quinn, Michael Shannon, David Patrick Kelly, Brandi Coleman, Lisa Rotondi, David Jensen, Amy Stipkovich, Mark Casimir Dyniewicz, Clint James, Eric Scott Woods, Earl Maddox

Man weiß bei „Jonah Hex“ von Jimmy Hayward eigentlich gar nicht so recht, wo man anfangen soll, sich aufzuregen. Der Film ist natürlich von den Anfängen seiner Entstehung an unter strengster Beobachtung einer nicht unbedingt freundlichen Menge von Fanboys und -girls gewesen – „Jonah Hex“ beruht auf einer Serie von „DC Comics“, und entsprechend fanden sich zahlreiche Comic- und Filmnerds, die alles genau wissen wollten.

Entsprechend ausführlich fanden sich in Blogs und Foren auch die Diskussionen über die ersten Testvorführungen (mit bestürzend negativem Echo), über nachgedrehte Szenen, neue Schnittfassungen und all das – und da waren die endlosen Streitereien über das Casting (vor allem die Besetzung einer Rolle mit Megan Fox wurde heiß diskutiert) immerhin schon weitgehend verebbt.

Wenn man sich das Endergebnis nun ansieht, das in einigen europäischen Ländern und den USA schon gestartet ist, dann muss man erst mal sagen: Das war viel Lärm um Nichts, aber leider nicht in Shakespeare'scher Qualität, ganz im Gegenteil. An diesem Film stimmt fast nichts, und selbst wer die Besetzung von Megan Fox als „Eye Candy“ begrüßt haben mag, wird bitterlich enttäuscht werden: Denn ihre Rolle in dem mit 81 Minuten eh schon bemerkenswert kurzen Film ist minimal, willkürlich eingefügt und im Wesentlichen: überflüssig.

Jonah Hex (Josh Brolin), der Titelheld, ist ein ehemaliger Soldat der amerikanischen Südstaatenarmee, der einem Befehl des despotischen Offiziers Quentin Turnbull (John Malkovich) Widerstand leistete – er sollte ein Krankenhaus niederbrennen. Turnbulls Sohn kam dabei durch Hex ums Leben, als Rache ließ Turnbull die Familie von Jonah Hex ermorden, dieser kam gerade noch mit dem Leben davon, musste aber von Indianern vor dem nahen Tod bewahrt werden und hat seitdem nicht nur eine enge Beziehung zu Krähen, sondern kann auch mit Toten sprechen.

Mit all diesen Informationen wird der Zuschauer direkt in den ersten Minuten des Films zugeworfen, in einem Vorspann, der halb Comicanimation, halb Realfilm ist – später soll man sich mit solcherlei Exposition nicht mehr aufhalten müssen. Man bekommt dann einen Eindruck davon, dass Hex, der Turnbull für tot hält und sich deshalb als Kopfgeldjäger verdingt, ein Herz fürs etwas Übertriebene hat: seien es die Schnellfeuergewehre, die er rechts und links an sein Pferd montiert hat oder die übertrieben makellose Schönheit von Megan Fox, die als Lilah seine Lieblingsprostituierte gibt.

Vielleicht wollte Hayward den unwahrscheinlichen Kontrast noch erhöhen – jedenfalls stellt er Brolins Hex, der durch eine Brandverletzung im Gesicht entstellt ist, Fox nicht nur in ihrer natürlichen Form gegenüber, sondern legt ihr Bild auch immer unter einen schmeichelhaften Weichzeichner. Viel mehr ist ihm zur Figur der Lilah allerdings nicht eingefallen. Sie schmachtet Hex an, kann sich auch selbst gegen aufdringliche Freier zur Wehr setzen und kämpft schließlich sogar an Hex' Seite – am Ende aber verschwindet sie einfach aus dem Film.

Solche Schlampigkeiten in der Erzählung und Inszenierung finden sich zuhauf. Aus Hex' Fähigkeit, mit den Toten zu sprechen, macht der Film ein einfaches Gimmick zur Informationsbeschaffung, ohne die moralischen wie weltanschaulichen Untiefen dieser Fähigkeit auch nur anzudeuten. Die gefährlichen Kanonenkugeln, mit denen Turnbull plötzlich wieder auftaucht und die junge amerikanische Nation bedroht, scheinen aus dem Nichts zu kommen. Geographische Zusammenhänge und zeitliche Abläufe spielen für den Film überhaupt keine Rolle; und dann gibt es eine Kampfszene zwischen Hex und Turnbull, die plötzlich von Bildern aus einem parallel stattfindenden Kampf zwischen den beiden unterbrochen wird, der wohl in einer Art Vorhölle gelegen ist und als Abbild des „realen“ Kampfes dienen soll. Dieser zweite Kampf ist so unmotiviert eingeschoben, dass man letztendlich sich auch für den in der „Realität“ nicht mehr interessieren mag.

Aber sowieso ist das alles ziemlich egal: Malkovich legt seinen Bösewicht als völlig alberne Parodie seiner selbst an – der Mann ist ja eigentlich ein hervorragender Schauspieler, aber er scheint im Moment großes Gefallen daran zu haben, völlig übertriebene Bösewichter oder ähnliche Figuren in ziemlich schlechten Filmen zu spielen – der Mann hatte allen Ernstes eine Nebenrolle in „The Mutant Chronicles“.

Wie viel von diesem furchtbar misslungenen Gemisch aus Spaghettiwestern, postmodernem Actionkino und leichtem Gruselfilm der Umarbeitung des Films zu verdanken ist, wird sich vermutlich kaum eruieren lassen; jedenfalls hätte man von einem Film, dem ein Drehbuch von Neveldine & Taylor zugrunde liegt – diesen zwei verdankt die Welt die sehr seltsamen, aber jedenfalls hochgradig zeitgemäßen „Crank“-Filme und „Gamer“ –, mehr erwarten dürfen. Ein bisschen ahnt man ihre Handschrift noch in der Lässigkeit und Kaltschnäuzigkeit (auch: völlig ahistorischen Modernität), mit der am Anfang die „Terroristen“ – so nennt der Film sie tatsächlich schon – einen Zug überfallen und ihn schließlich mitsamt aller Passagiere sprengen.

>> verfasst von Rochus Wolff

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