Moviebase Gone

Gone
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Bewertung: 30%

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Originaltitel: Gone
Kinostart: 22.03.2012
DVD/Blu-Ray Verkauf: 28.09.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 95 Minuten
Studio: Summit Entertainment
Produktionsjahr: 2012
Regie: Heitor Dhalia
Drehbuch: Allison Burnett
Darsteller: Amanda Seyfried, Jennifer Carpenter, Wes Bentley, Sebastion Stan, Emily Wickerhsham

In den USA ist das erste englischsprachige Projekt des brasilianischen Regisseurs Heitor Dhalia erfolgreich gescheitert, landete am Startwochenende lediglich auf einem unbefriedigenden neunten Platz der Kinocharts. Ein Vorbote für eine bevorstehende Schmach in deutschen Gefilden? Verwunderlich wäre das nicht, denn „Gone“ ist alles, nur kein spannungsgeladener Thriller. Trotz einer taff aufspielenden Amanda Seyfried.

Amanda Seyfried ist die junge Jill Parrish. Als diese nach einem langen Arbeitstag nach Hause zurückkehrt, ist ihre Schwester plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Schnell wird klar, dass sie von dem Serienkiller entführt worden sein muss, der vor vielen Jahren auch schon Jill in seine Gewalt brachte. Doch kein Mensch will ihr glauben, dass der Mörder wieder da ist, um sein Werk zu vollenden. Also macht sich Jill auf die Suche nach dem Entführer und ihrer verschollenen Schwester und muss dabei in ein ihr bereits bekanntes Gesicht blicken…

Im Vorfeld eines jeden Films gibt es einen kurzen Überblick über das, was in der Langfassung geschehen wird. Bei „Gone“ waren das neben TV-Spots und Trailern (die ein völlig falsches Bild vermitteln) auch eine knappe Inhaltsangabe. Wie sich herausstellte waren weitere Details auch gar nicht notwendig. Es geschehen die üblichsten Dinge, die nur passieren können: Die Polizei möchte nicht helfen, weil sie Jill für verrückt hält. Jill dagegen macht sich selber auf, den Peiniger ihrer Schwester zu finden. Dabei rennt sie von einem Verdächtigem zum anderen, ohne den richtigen zu finden. Klingt lahm? Ist es auch.

Seyfried hat dabei die größte Bürde zu tragen. Sie muss die knapp anderthalb Stunden quasi im Alleingang tragen und bestreiten. Ohne Frage, die amerikanische Schauspielerin ist ein netter Eyecatcher, aber wirklich glaubhaft wirkt das von ihr Dargebotene nicht. Einige Vorgehensweisen sind so unerklärlich, dass man nicht weiß, ob man jetzt lachen oder den Kopf schütteln soll. Das betrifft aber nicht die Hauptfigur alleine. Auch der Täter scheint aus seiner ersten Entführung nicht sonderlich viel gelernt zu haben und verkommt zur reinen Witzfigur.

Die falschen Fährten, die Drehbuchautorin Allison Burnett („Underworld: Awakening“) für Jill und den Zuschauer legt, sind gänzlich spannungsfrei. Es sind noch nicht einmal wirkliche Finten, da wir weder sonderlich überrascht noch angestrengt sind, mitzufiebern. Das Schlimmste, was einem Film passieren kann, ist das ausbleibende Interesse gegenüber seinen Charakteren. Genau das ist bei „Gone“ der Fall. Seyfried hetzt von einem Ort zum anderen, ohne dabei ein besonderes Mitgefühl oder wenigstens eine rege Anteilnahme verbuchen zu können. Dafür ist das Szenario einfach zu öde.

Das Werk von Heitor Dhalia sieht man sich besser ausgeschlafen an. Nicht etwa, weil das Gezeigte den eigenen Kopf fordert, sondern weil sonst die Gefahr besteht, wegzunicken. Die Zeit verstreicht mit teilweise ansehnlichen Bildern nur sehr schleppend, auf einen großen Plottwist oder Überraschungseffekt wird vergebens gewartet. Der geschichtliche Nebenstrang, der in Flashbacks von der Entführung Jills erzählt, ist dabei so belanglos wie unaufregend. Dass das gute Mädchen vor einiger Zeit verschleppt wurde und sich befreien konnte, weiß der Zuschauer von der ersten Sekunde an. Etwas Neues erzählen dann auch die aufkeimenden Erinnerungen Jills nicht.

Zum Ende hin wird es dann nochmal richtig ärgerlich. Welche vollkommen unglaubwürdige Antwort die Filmemacher hier vorsetzen, wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Als gelungene Belohnung für den zähen Story-Verlauf ist die Lösung unzureichend. Einige Fragen werden zwar gelöst, die interessanten aber bleiben unbeantwortet. Man könnte sich über diese Art der Filmbeendigung ärgern, aufgrund der schwachen Hinführung zum „großen“ Finale aber wäre das reine Energieverschwendung. Spätestens wenn der Vorhang die Kinoleinwand verdeckt, hat sich „Gone“ aus dem Gedächtnis verabschiedet.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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