Moviebase Lights Out

Lights Out
Lights Out

Bewertung: 60%

Userbewertung: 55%
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Originaltitel: Lights Out
Kinostart: 04.08.2016
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: New Line Cinema
Produktionsjahr: 2016
Regie: David F. Sandberg
Drehbuch: von Eric A. Heisserer
Darsteller: Teresa Palmer, Emily Alyn Lind, Billy Burke |

Der Mann ist ein echtes Phänomen. Fast alles, was Horrorfilm-Spezialist James Wan anfasst, wird irgendwie zu Gold. Nachdem das von ihm inszenierte Sequel zum Überraschungshit „Conjuring – Die Heimsuchung“ bereits ein Vielfaches seiner Herstellungskosten eingespielt hat, reüssiert an den Kinokassen nun auch der preisgünstige Genrestreifen „Lights Out“, für den der Australier als Produzent im Einsatz war. Dank Wans tatkräftiger Unterstützung konnte der schwedische Regisseur David F. Sandberg seinen gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahr 2013 zu einer abendfüllenden Genre-Arbeit ausbauen, die trotz einer eher überschaubaren, wenig originellen Geschichte annehmbare Gruselunterhaltung bietet.

Handelte das knapp dreiminütige Ursprungswerk lediglich von einer jungen Frau (Sandbergs Gattin Lotta Losten), die in ihrer Wohnung einen Dämon entdeckt, der sich nur im Dunkeln manifestieren kann, weitet die Spielfilmversion den Schrecken auf eine ganze Familie aus und versieht das böse Wesen mit einer unheimlichen Hintergrundgeschichte. Im Mittelpunkt des Geschehens steht die selbstbewusste Rebecca (Teresa Palmer), die mit schrecklichen Erinnerungen an ihre Kindheit konfrontiert wird, als sie ihren kleinen Halbbruder Martin (Gabriel Bateman) bei sich aufnimmt. Des Nachts findet der Junge keinen Schlaf mehr, da ihre gemeinsame Mutter Sophie (Maria Bello) nach dem gewaltsamen Tod ihres zweiten Ehemannes immer stärker in Depressionen und Wahnvorstellungen versinkt. Wie früher auch kommuniziert sie mit einer angeblichen Freundin namens Diana (Alicia Vela-Bailey). Einer geisterhaften Präsenz, die die Familie schon damals terrorisiert hat. Um die Bedrohung endlich zu bannen, begibt sich Rebecca zusammen mit ihrem Freund Bret (Alexander DiPersia) auf Spurensuche und taucht in die Vergangenheit ihrer entfremdeten Mutter ein.

Kurzfilm und Langfilm greifen auf die weit verbreitete Angst vor dem, was in der Dunkelheit lauern könnte, zurück und entwickeln aus dieser Furcht die Eigenschaften der dämonischen Kreatur, die Rebecca und ihre Liebsten heimsucht. Sandberg experimentiert dabei mit unterschiedlichen Lichtquellen, etwa einer aufblinkenden Leuchtreklame, die die Protagonisten vor einem direkten Angriff bewahren. Gleichzeitig schüttelt der schwedische Regisseur aber auch einige wirkungsvolle Schockmomente aus dem Ärmel, bei denen Diana blitzartig aus der Finsternis zuschlägt. Digitale Effekte kommen nur selten zum Einsatz, sodass „Lights Out“ häufig einen unmittelbaren, physischen Eindruck hinterlässt – in Zeiten ausufernder CGI-Orgien ein Segen!

Der logisch manchmal etwas wackelige Plot, den Sandberg und Drehbuchautor Eric Heisserer („Final Destination 5“, „A Nightmare on Elm Street“) um ihre Figuren spinnen, ist alles andere als innovationsverdächtig, sondern arbeitet sich die meiste Zeit an vertrauten Genre-Mustern ab. Gleichwohl wird ab und an das Bemühen um eine genauere Ausleuchtung der familiären Drucksituation erkennbar, ohne dass der Film jedoch derart intensiv und dramatisch geraten würde wie die zum Teil tief bewegenden Genre-Werke „Oculus“ oder „Conjuring 2“. Teresa Palmer, Gabriel Bateman und Maria Bello gewinnen ihren klischeebeladenen Rollen vereinzelt interessante Seiten ab, während Alexander DiPersia als Rebeccas Freund Bret wohl am meisten überraschen darf. Das Schicksal der Figur scheint vorgezeichnet. Am Ende unterlaufen die Macher allerdings die Erwartungen auf unspektakulär-sympathische Weise.

Dass Sandberg die wichtigsten Genre-Regeln verinnerlicht hat und Spannungsszenen ordentlich in den Kasten bringen kann, zeigt der letzte Akt, der uns noch einmal mit den bedrängten Protagonisten mitfiebern lässt. Auch wenn es atmosphärisch etwas eindringlicher zugehen könnte, bleibt das Interesse des Zuschauers erhalten – was man beileibe nicht von jedem Horrorfilm-Showdown behaupten kann. Gespannt sein darf man nach dieser ersten abendfüllenden Kostprobe, welche Richtung Sandberg im Sequel zum eher müden „Conjuring“-Ableger „Annabelle“ einschlagen wird, mit dessen Inszenierung Förderer James Wan den jungen Schweden beauftragt hat.

>> von Christopher Diekhaus

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