Moviebase Happy Deathday

Happy Deathday
Happy Deathday

Bewertung: 70%

Userbewertung: 60%
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Originaltitel: Half to Death
Kinostart: 16.11.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: 22.03.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 22.03.2018
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Blumhouse Productions, Digital Riot Media
Produktionsjahr: 2017
Regie: Christopher Landon
Drehbuch: Christopher Landon, Scott Lobdell
Darsteller: Jessica Rothe, Israel Broussard, Ruby Modine, Rachel Matthews, Charles Aitken, Jason Bayle, Phi Vu, Donna Duplantier

Mitte der neunziger Jahre wirbelten Kultregisseur Wes Craven und Drehbuchautor Kevin Williamson das in vielen Teilen erstarrte Horrorkino gehörig durcheinander. „Scream – Schrei!“ arbeitete sich vor allem an den Konventionen des Teenie-Slashers ab, die durch John Carpenters „Halloween – Die Nacht des Grauens“ und Sean S. Cunninghams „Freitag der 13.“ zementiert wurden, und kommentierte die Klischees auf augenzwinkernde Weise, ohne dabei die Spannung der Meuchel-Handlung aus den Augen zu verlieren. Der Erfolg dieses gewitzten Metastreifens zog eine Welle zumeist plumper Imitationen nach sich, die bis heute nicht abzuebben scheint. Immer wieder entstehen Filme, in denen naive jugendliche Protagonisten ins Gras beißen, wobei die Raffinesse der Craven-Arbeit meilenweit entfernt ist. Auch die Slasher-Komödie „Happy Deathday“ kann „Scream“ nicht das Wasser reichen, erweist sich mit ihrer „Und täglich grüßt das Murmeltier“-Dramaturgie aber als weitgehend unterhaltsamer, wenngleich zahmer Vertreter des Teenager-Thrillers.

Ausgerechnet an ihrem Geburtstag, den sie vor ihrer Umgebung geheim hält, erwacht die feierwütige Studentin Tree (Jessica Rothe, „La La Land“) im Zimmer ihrer Partybekanntschaft Carter (angenehm natürlich: Israel Broussard, „Fear the Walking Dead“), den sie mit wenig freundlichen Worten abkanzelt. Auf dem Weg zu ihrem Verbindungshaus bekommt auch ihr Verehrer Tim (Caleb Spillyards, „Evan’s Crime“) sein Fett weg. Und nur wenig später liefert sich Tree ein kurzes Wortgefecht mit Danielle (stark affektiert: Rachel Matthews), der Vorsitzenden ihrer Schwesternschaft. Wenig Beachtung schenkt die verkaterte junge Frau ihrer Mitbewohnerin Lori (Ruby Modine, „Shameless“), die ihr einen selbst gebackenen Cupcake zum Geburtstag überreicht. Als Tree am Abend allein über den Campus streift und einen dunklen Tunnel erreicht, begegnet sie einem Maskierten, der sie kaltblütig ermordet. Statt zu sterben, kommt die Studentin allerdings am selben Morgen erneut in Carters Zimmer zu sich.

Das Erzählprinzip der Zeitschleife nutzte zuletzt das Jugenddrama „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“, in dem die von Zoey Deutch gespielte, Hauptfigur ihren Todestag stets von neuem angehen muss und dadurch langsam zu einem verständnisvolleren Menschen wird. Auch Tree ist anfangs eine überaus selbstbezogene, unsympathische Erscheinung, die sich nicht um die Gefühle anderer schert, durch ihr endloses Mord-Schicksal aber zum Umdenken bewegt wird. Während das Drehbuch ihre Läuterung eher oberflächlich abhandelt, beeindruckt Hauptdarstellerin Jessica Rothe mit einer kraftvoll-facettenreichen Performance, die von Herablassung über Panik, Wut und Entschlossenheit unterschiedlichste Emotionen transportiert. Ihrem ausdrucksstarken Spiel ist es zu verdanken, dass man Tree – im Gegensatz zu vielen anderen nervigen Horrorfilmfiguren – die Daumen drückt, sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.

Werden im Slasher reihenweise junge Menschen umgebracht, trifft es hier, von kleinen Ausnahmen abgesehen, ausschließlich die Protagonistin, womit Regisseur Christopher Landon („Scouts vs. Zombies – Handbuch zur Zombie-Apokalypse“) und Drehbuchautor Scott Lobdell das altbekannte Abzählschema auf pfiffige Weise abwandeln. Reizvoll ist überdies der Gedanke, die im Genre oft propagierte Unterscheidung zwischen moralisch guten, bis zum Ende durchhaltenden und schlechten, früh das Zeitliche segnenden Figuren aufzulösen. „Happy Deathday“ führt die verschiedenen Ausprägungen in einer Person zusammen und hebt sich damit ab vom plumpen Horroreinerlei.

Neben einigen soliden Spannungspassagen liefert der sich wiederholende, jedoch stets ein wenig abgeänderte Geburtstagsdurchlauf auch herrlich komische Momente. Etwa dann, wenn Tree einen Officer bedrängt, sie endlich festzunehmen, da sie vor ihrem Mörder im Gefängnis sicher zu sein glaubt. Der spielerische Umgang mit bestens vertrauten Mustern und Situationen erinnert an „Scream“, fällt unter dem Strich aber weniger clever aus als in Cravens Genre-Meilenstein. Kleine Schnitzer wie die platten Furzwitze in einer Diner-Szene, eine nur halbherzig ausgeschöpfte Backstory und abgedroschene Täter-Motive, trüben den Eindruck etwas ein. Als kurzweilige Slasher-Variation dürfte man „Happy Deathday“ aber dennoch in Erinnerung behalten – selbst wenn die finale Auflösung aufmerksame Zuschauer nicht aus den Socken hauen wird.

>> von Christopher Diekhaus

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