Moviebase Must Love Death

Must Love Death
Must Love Death

Bewertung: 75%

Userbewertung: 65%
bei 15 Stimmen

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Originaltitel: Must Love Death
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 19.08.2010
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 89 Minuten
Studio: Anna Wendt Filmproduktion / Pandastorm
Produktionsjahr: 2009
Regie: Andreas Schaap
Drehbuch: Andreas Schaap
Darsteller: Milton Welsh, Lucie Pohl, Tobias Schenke, Sami Loris, Manon Kahle, Jeff Burrell, Ben Posener, Bob Lenox, Peter Farkas, Philipp Rafferty, Katjana Gerz

Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Dass es auch tatsächlich, speziell beim Film, so sein kann, beweist aktuell auch die in den USA und in Deutschland abgedrehte Horror-Komödie „Must Love Death“. Die berühmt-berüchtigen Untergenres Torture-Porn und Romantic Comedy sind dabei derart verschieden, dass man bei einer Vermischung von zwei gleichpoligen Seiten eines Magnetes ausgehen würde, die sich immer wieder voneinander distanzieren. Im vom Regisseur Andreas Schaap (Die schwarze Kolonne) isnzenierten Film wurde jedoch ein Mix kreiert, in dem sich die beiden sehr unterschiedlichen Genres anziehen wie Plus und Minus.

Obwohl Norman (Sami Loris) von Jennifer (Manon Kahle) mit dem Auto angefahren wird, funkt es bereits wenig später zwischen dem Musiker und der Gelegenheitsschauspielerin. Doch dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits an Schauspiel-Kollege Fox C. Bigelow (Philip Rafferty) vergeben zu sein scheint, wird dem Musiker viel zu spät offenbart. Völlig enttäuscht vom Leben und der Liebe sieht Norman nur noch einen Ausweg – seinen eigenen Tod! Über das Internet verabredet er sich deshalb mit Sean (Jeff Burrell) und Gary (Peter Farkas), zwei Gleichgesinnten, die sich allerdings sehr bald als kaltblütige Killer der etwas anderen Art herausstellen, nachdem der Versuch, sein Leben in die Hände eines Strickes zu übergeben, scheitert. Denn nun muss Norman ausgerechnet an dem Ort, der für sein frühes Dahinscheiden verantwortlich sein sollte, um sein Leben fürchten und unfreiwillig Zeuge qualvoller Experimente sein, bevor auch an ihm unschöne Werkzeuge ausprobiert werden. Von hier beginnt eine romantische Folter-Komödie, bei der weder der Horror noch die Romantik zu kurz kommt.

Während sich diverse Horror-Komödien selbst ins Abseits befördern, indem sie sich im Verlauf der Handlung von einem der Genres distanzieren und das Gleichgewicht auf der Waage besonders im letzten Akt außer Kontrolle gerät, hat Andreas Schaap bei "Must Love Death" beide Seiten so sehr im Griff, dass weder das eine noch das andere Element vernachlässigt oder besonders hervorgehoben wird. Das Abenteuer gerät dabei nie zu ernst oder zu albern, sondern bleibt dem riskanten Mix stets treu. Selbst im letzten Akt kommen sowohl Romantiker als auch Anhänger des berühmt-berüchtigen Torture-Porn auf ihre Kosten.

Die Charakterzeichnung ist auf ihre eigene Art und Weise speziell und besonders, wobei an dieser Stelle gerade die Täter eine Erwähnung verdient haben, die nach einem völlig untypischen Schema agieren und nach und nach immer mehr Leidenschaft und Experimentierfreude in ihren für sie selbsverständlichen Handlungen entdecken. Die Folterspielchen sind äußerst makaber gestaltet und strotzen nur so vor schwarzem Humor, was spätestens dann klar sein sollte, wenn das Brechen von Fingern mit dünnen Astzweigen verglichen wird. Was also in „Hostel“ von Eli Roth, „Turistas“ von John Stockwell oder dem französischen Kollegen „Frontiér(s)“ von Xavier Gens als psychologischer Terror verkauft wird, nimmt man in „Must Love Death“ eher auf die leichte Schulter. So sind die Folterszenen eher spannendes und aufregendes Experiment für die Täter, welches anschließend in einer ausführlichen Quizz-Show (inklusive Werbeunterbrechungen) abgeleitet wird. Ihren Höhepunkt erreicht dieses Sammelsurium an Ideen erst, als sich Jennifer und Fox eigenständig auf die Suche nach Norman begeben. Um was es sich beim Joker handelt, sei an dieser Stelle allerdings nicht verraten…

Erwähnenswert ist außerdem, dass die Produktion kein typisches Muster verfolgt. Der Zuschauer erhält so gut wie nie das Gefühl, dass an dieser Stelle lediglich schlecht kopiert wurde. „Must Love Death“ konzentriert sich stets auf den ungewöhnlichen Mix der Gegensätze, die in diesem Fall sehr gut miteinander harmonieren. Besonders amüsant wird es dann im dritten Akt, wenn sich die beiden Filmgattungen gegenseitig die Klischees rauben und zunächst erwartete Wendungen von überraschenden Eingriffen zunichte gemacht werden. Mit „Must Love Death“ ist Regisseur Andreas Schaap und seiner Crew ein Experiment geglückt, von dem man gedacht hätte, dass es nicht oder lediglich unter schweren Umständen funktionieren würde. Mit der abgedrehten, witzigen, makaberen und unterhaltsamen Handlung wurde etwas ins Genre des fantastischen Films gebracht, was mittlerweile zur Rarität geworden scheint: frischer Wind.

>> verfasst von Carmine Carpenito

70%
deeply
geschrieben am 24.08.2010 um 11:00 Uhr
Netter Film.Kann man für ein Erstlingswerk durchaus empfehlen.
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