In den letzten 13 Jahren hat sich das Evil Dead-Universum spürbar verändert. Angefangen mit Fede Alvarez’ Remake im Jahr 2013 über Evil Dead Rise bis hin zu Evil Dead Burn schlugen die neueren Ableger einen extrem ernsten Weg ein. Damit entfernten sie sich weit von Sam Raimis kultiger Original-Trilogie, die vor allem in Tanz der Teufel 2 und Armee der Finsternis auf herrlich abgedrehten Horror-Slapstick setzte. Das schmeckt nicht jedem Fan – und auch Franchise-Ikone Bruce Campbell teilt diese Kritik nun überraschend offen.
In einem aktuellen Gespräch mit dem Men’s Journal machte der Ash-Darsteller und heutige Produzent seinem Ärger über den aktuellen Tonfall Luft. Er wünsche sich dringend die Rückkehr des Humors im Kampf gegen die Deadites. Die letzten drei Filme seien ihm persönlich viel zu humorlos und verbissen gewesen.
Man könne laut Campbell verdammt gruselig sein, ohne direkt in eine depressive, düstere Grundstimmung zu verfallen. Ein bisschen Humor würde den Filmen nicht schaden. Zudem fehle ihm ein echter Held zum Mitfiebern – so wie Ash, der zwar ein Idiot war, dessen Überleben man aber jede Sekunde herbeigesehnt hat.
Neben der Tonalität stört sich Campbell, der sich seit Evil Dead Burn operativ etwas im Hintergrund hält, auch an der visuellen Gestaltung moderner Horrorstreifen. Er zieht einen amüsanten Vergleich: Heutige Filmemacher würden ihre Werke farblich am liebsten wie einen David Fincher-Film oder ein Krankenhauszimmer anstreichen – alles wirke grau-grün wie in einer schlecht beleuchteten Garage.
Das sei zwar eine bewusste kreative Entscheidung, aber definitiv nicht seine. Campbell schlägt stattdessen vor, das Publikum auszutricksen: Man solle einen Horrorfilm ruhig wunderschön und farbenfroh aussehen lassen, um den Zuschauern dann den Schrecken umso härter um die Ohren zu hauen.
Trotz aller Kritik blickt der Kult-Star extrem optimistisch auf das nächste Projekt: Das in den 1970er-Jahren angesiedelte Prequel Evil Dead Wrath, das am 7. April 2028 in die US-Kinos kommen soll. Die Regie übernimmt Francis Galluppi (The Last Stop in Yuma County), von dessen bisherigem Schaffen Campbell ein großer Fan ist. Galluppis Debütfilm sei clever und durchdacht gewesen – für das neue Franchise-Werk sei das bereits die halbe Miete.

©Sony Pictures