Moviebase Tall Man, The

Tall Man, The
Tall Man, The

Bewertung: 60%

Userbewertung: 80%
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Originaltitel: The Tall Man
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 10.05.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: 17.04.2013
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 106 Minuten
Studio: Minds Eye Entertainment
Produktionsjahr: 2010
Regie: Pascal Laugier
Drehbuch: Pascal Laugier
Darsteller: Jessica Biel, Jodelle Ferland, Stephen McHattie, William B. Davis, Samantha Ferris, Katherine Ramdeen, Jakob Davies, Janet Wright, John Mann, G. Michael Gray

Wenn ein Film in seinem Entstehungsland von der Kultusministerin gewürdigt und unterstützt, hierzulande dagegen mit einem roten Ab-18-Siegel der FSK abgesegnet wird, steigt das Interesse. Der Franzose Pascal Laugier hat genau diese Erfahrung gemacht. Sein schwer verdaulicher „Martyrs“ erregte vor fünf Jahren durch seine kontroverse Thematik und die schonungslose Umsetzung die Gemüter. Gleichzeitig gewann das Werk fünf Filmpreise.

Für Laugier tat sich dadurch eine neue Chance auf. Wie viele seiner Kollegen zuvor bestritt auch er den Weg in die USA, um seiner Karriere einen weiteren Schub zu verpassen. Und wie schon bei „Martyrs“ verfasste der französische Filmemacher auch für „The Tall Man“ das Drehbuch und nahm auf dem Regiestuhl Platz. Mit Jessica Biel und Jodelle Ferland ergatterte Laugier zwei gefragte Darstellerinnen. Darüber hinaus stand ein Budget von geschätzt 18 Millionen Dollar zur Verfügung. Der große Wurf ist das Mystery-Drama letztlich aber nicht geworden.

In der abgelegenen Bergarbeiterstadt Cold Rock, die ihre besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat, führt die Krankenschwester Julia (Jessica Biel) mit ihrem kleinen Sohn David ein ruhiges und zufriedenes Leben. Als jedoch nach und nach immer mehr Kinder aus der Stadt verschwinden, wird der Frieden der Kleinstadt rapide erschüttert. Die Einwohner vermuten, dass ein mysteriöses Wesen, von allen „The Tall Man“ genannt, hinter den Entführungen steckt. Als eines Nachts auch David verschwindet, heftet sich Julia an die Fersen des „Tall Man“ und gerät in einen schrecklichen Albtraum.

Laugier begibt sich für seine erste englischsprachige Arbeit in ein ganz anderes Gebiet als bei „Martyrs“. Zwar steht auch diesmal eher der psychische Horror im Vordergrund, das Gesamtprodukt aber ist wesentlich weichgespülter und fast schon typisch amerikanisch ausgefallen. Jessica Biel ist darin der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Dem hübschen Schmollmund möchte man am liebsten schnell zur Hilfe eilen, um sie bei der Suche nach den vermissten Kindern zu unterstützen.

Die Krankenschwester hetzt von Kulisse zu Kulisse und stößt schon recht bald auf den großen, Schwarzen Mann. Laugier setzt bei der Verfolgungsjagd auf konstruierte und übertriebene Action, die sich nicht so recht mit dem wesentlich ruhiger gestalteten Rest verschmelzen will. Denn „The Tall Man“ ist mitnichten ein Action-Thriller, auch keinesfalls ein Horrorfilm. Vielmehr entwickelt sich das Szenario zu einem Mystery-Drama, dass nach der Hälfte der Spielzeit seltsamerweise an M. Night Shyamalans Gruselhit „The Village“ erinnert.

Die vermeintliche Auflösung präsentiert sich bereits mitten im Geschehen. Doch Laugier hält noch einen weiteren Dreh in der Hinterhand bereit und sorgt damit für Verwirrung. Was hat es mit dem „Tall Man“ und den Kindesentführungen tatsächlich auf sich? Wer steckt dahinter und weshalb? Fragen, die der Regisseur bewusst zurückhält, um die ganze Geschichte im Finale komplett auf den Kopf zu stellen. Der Versuch ist durchaus lobenswert, auch wenn das interessante Finish etwas zu gewollt wirkt. An die überraschende Wendung seiner vorangegangenen Arbeit kommt Laugier nicht heran.

„The Tall Man“ spielt über lange Zeit mit der Erwartungshaltung des Zuschauers und nutzt diese gekonnt aus, um ein merkwürdiges Drama über abergläubische Menschen zu erzählen. Das Mysteriöse verliert sich nach der frühen ersten Aufklärung, kehrt aber im Schlussakt stark zurück. Richtig rund ist das alles dennoch nicht.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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