Moviebase Apollo 18

Apollo 18
Apollo 18

Bewertung: 60%

Userbewertung: 80%
bei 101 Stimmen

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Originaltitel: Apollo 18
Kinostart: 13.10.2011
DVD/Blu-Ray Verkauf: 16.03.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 15.02.2012
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 85 Minuten
Studio: Weinstein Company
Produktionsjahr: 2010
Regie: Gonzalo López-Gallego
Drehbuch: Brian Miller, Cory Goodman
Darsteller: Unbekannt
Wenn gar nichts mehr geht, dann muss der Mond ran. Als das Publikum genug hatte von Karibikstränden, Skipisten und europäischen Metropolen, schickte man James Bond 1979 in "Moonraker" auf den Mond. Heraus kam zwar mit Abstand eine der absurdesten, aber auch der unterhaltsamsten 007-Episoden, die den Vorgänger "The Spy Who Loved Me" auch an der Kinokasse übertrumpfte. Dem zuletzt etwas arg überstrapazierten "Found-Footage-Genre" soll nun mit "Apollo 18" auf dem Erdtrabanten scheinbar ebenfalls eine Frischzellenkur verpasst werden. Nachdem bereits die Großstadt ("Cloverfield", "Rec"), die Vorstadt ("Paranormal Activity") und das Hinterland ("Blair Witch Project") für pseudo-authentische Horrorbilder den Hintergrund boten, steht nun der Aufbruch ins Weltall bevor. Das passt zumindest insofern, als dass die realen Aufnahmen der diversen Mondmissionen uns ja tatsächlich als verwackelte, oft unscharfe Filmclips erreicht haben, wie sie auch zum visuellen Repertoire des Reality-Horrors gehören. Und, wie man seit dem Anbeginn der Science-Fiction weiß, scheinen im Weltall nicht nur Raum und Zeit, sondern auch aggressive außerirdische Lebensform in unendlicher Fülle vorhanden zu sein.

Die Geschichte von "Apollo 18" ist zwar simpel, bietet aber, wie für sein Subgenre üblich, einen komplizierten Twist, der sozusagen die "fiktive Echtheit" des Filmmaterials bestätigt. In diesem Fall behauptet der Film von sich selbst, der authentische Zusammenschnitt der Aufnahmen einer geheimgehaltenen NASA-Mondmission zu sein, die von einer Organisation namens "Lunar Truth" dreißig Jahre später im Internet veröffentlicht wurde. Der Film will erklären, warum es daraufhin seit den 70er Jahren nie wieder einen bemannten Mondflug gegeben hat. Wir folgen also den drei Astronauten bei ihren Spaziergängen durch die gespenstische Mondlandschaft, mal gefilmt aus ihrer Perspektive, mal mit Überwachungskameras aufgenommen. Dabei gelingen Kameramann Jose Montero und Cutter Patrick Lussier (u.a. Regie bei "Drive Angry") teilweise grandios minimalistische Bilder, die das Gefühl der Leere, der Einsamkeit und des damit verbundenen Unwohlseins gekonnt transportieren.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings, dass "Apollo 18", vor allem während der ersten halben Stunde, anstrengender anzuschauen ist als der abgedrehteste Experimentalfilm. Das liegt an der etwas zu weit getriebenen Liebe zur Authentizität des Films, der uns kein Flimmern, keine Bildstörung, kein weißes Rauschen erspart. Die relativ ruhigen und deutlichen Einstellungen innerhalb der Raumkapsel wirken wie Balsam für die erschöpften Augen und Ohren, die sich nach all dem Ruckeln, Wackeln und Rauschen nach geradliniger Hollywoodästhetik sehnen. Der Wackel-Stil mag zwar dem Inhalt durchaus entsprechen, ob er zu großem Erfolg an den Kinokassen führen wird, darf noch bezweifelt werden. Horror-Szenarien im Weltall vermögen meist zwar allein schon aufgrund ihres beeindruckenden Settings leicht zu begeistern, man hat aber das Gefühl, dass Regisseur Lopez-Gallego es sich mit "Apollo 18" selbst unnötig schwer macht.

Mag die grundlegende Plotidee mit ihrer bierernsten Verschwörungstheorie noch überzeugen, so kommt der Film vor allem in der Wahl und visuellen Präsentation seiner Gegenspieler ins Straucheln. Es sei dem Rezensenten verziehen, dass er im folgenden die Natur der bösartigen Außerirdischen verrät: Es handelt sich um blutgierige Gestein-Spinnen, die im Ruhezustand von gewöhnlichem Mondgestein nicht zu unterscheiden sind. Visuell gibt das leider recht wenig her, teilweise wirken die kleinen Krabbler eher putzig als bedrohlich. Die einzig witzige Idee ist die sich daraus ergebene Erkenntnis, warum die NASA unzählige Tonnen an Mondsteinen aufbewahrt. Schon eher gelungen sind die wahren Bösewichte: Amerikanische Militärs, die nur als gottgleiche Stimme aus dem Funkgerät in Erscheinung treten und deren kalter Zynismus sich im Laufe des Films mehr und mehr offenbart.

"Apollo 18" ist eine weitere, harmlose Variante des Reality-Horrors, die zwar nicht langweilt, in der Wahl ihres Sujets und ihrer Inszenierung aber oftmals reichlich unoriginell wirkt. Beispiel: Natürlich ist es immer extrem effektiv, einen komplett schwarzen Bildausschnitt mit ultrakurzen, hellen Blitzen zu erleuchten, die Abstände zwischen diesen Blitzen immer mehr zu verringern, bis schließlich im grellen Lichtstrahl etwas Angsteinflößendes erscheint. Ein kurzer Schreckmoment ist damit garantiert. Dieses bekannte Stilmittel, besonders prominent verwendet im ersten Teil des "Saw"-Franchises, aber gleich in zwei Schlüsselmomenten des Films zu verwenden, wirkt lieblos und schlichtweg faul. Eine Einstellung, die beispielhaft ist für den gesamten Film, der zwar einige gute Ideen vorzuweisen hat, aber oft nicht vermag, diese adäquat umzusetzen. Ein Fehlschlag ist "Apollo 18" durchaus nicht, von den großen Momenten des "Mondfilms", wie beispielsweise "Moon" oder eben "Moonraker" bleibt dieser blutleere Wackel-Horror allerdings Lichtjahre entfernt.

>> verfasst von Tim Lindemann

70%
lilalalumpum
geschrieben am 08.11.2011 um 22:17 Uhr
Für mein Geschmack ZU VIEL Gewackel und ZU VIEL Undeutlichkeit, in diesem Film vorhanden...Die idee des Films ist echt gut und teilweise ist er auch recht spannend, aber im großen und ganzen ....Hatte schon 0 Erwartungen als n Kumpel meinte "der ist rott" :DAber ich kann ihm leider größtenteils nur zustimmen... Mittelmaß!Die geschichte ist finde ich sehr gut gelungen und auch die szenerie ist sehr gut.Das schlimmste an diesem Film ist aber, das jeder (und es sind sehr wenige!!!) Schockmoment im Trailer gezeigt wurde, man sich also beim anschauen gar nicht erschreckt!(Zumal die Schockmomente im Film langweiliger waren als im Trailer: beispiel für Nates Schreck als er die Augen öffnet, als er vermeintlich schläft! ;)Aufgrund der gut erzählten Geschichte, der tollen Idee und der guten Umsetzung was das "gefundene" Videomaterial angeht, bekommt er aber seine 70%Ins heimische Regal wirds die Scheibe aber nicht schaffen ;)
70%
Slapstick
geschrieben am 14.10.2011 um 22:49 Uhr
Kann mich der Rezension nicht ganz anschließen, habe mich wirklich gut im Kino amüsiert. Natürlich abhängig von der Erwartungshaltung, denn wer sich einen Film im Blockbuster Format, Innovationen und bombastische Effekte erhofft, der wird enttäuscht. Wer dagegen einen sehr solide Gerne Film erwartet und sich dankenswerter Weise nicht vorher schon den Inhalt aus diversen Reviews gezogen hat, der wird mir Spannung, Atmosphäre, Authentizität und einigen Schockmomenten belohnt. Voraussehbar, ja einiges schon, aber der Film bringt einige Ideen mit und das eine oder andere wird man so sicher nicht erwarten.Gerade in Hinblick der kargen Sc-Fi Horror Landschaft ein wie ich finde nettes Kleinod, dass sich kein Fan eben dieses Genres entgehen lassen sollte. Nur halt nicht zu viel erwarten, und auch nicht zu wenig, der Film hat definitv was zu bieten!
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