Moviebase Iron Doors 3D

Iron Doors 3D
Iron Doors 3D

Bewertung: 15%

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Originaltitel: Iron Doors 3D
Kinostart: 10.03.2011
DVD/Blu-Ray Verkauf: 16.08.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: 08.07.2011
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 83 Minuten
Studio: Fullfeedback Productions / Kinostar
Produktionsjahr: 2010
Regie: Stephen Manuel
Drehbuch: Stephen Manuel
Darsteller: Rungano Nyoni, Axel Wedekind
Es ist wohl kein Geheimnis, dass es junge Filmemacher, die ihren ersten Spielfilm mit eigenem, gemessen an Großproduktionen minimalem Budget produzieren, schwer haben in einer Filmwelt, in der es scheinbar schon alles gegeben hat. Selten gelingt ein großer Wurf (beispielsweise "Paranormal Activity"), der letztlich als Cash-Cow ausgeschlachtet wird. Regisseur Stephen Manuel, der Erfahrungen bei Serien wie "Alarm für Cobra 11", "Der Clown" und "Axel will’s wissen" sammelte, wagt sich mit "Iron Doors" an das Erstlings-Drehbuch von Autor Peter Arneson. Und weil die dritte Dimension aktuell total angesagt ist, fallen die Eisentüren dann auch gleich in 3D ins Schloss. Auch wenn die folgende Besprechung auf der zweidimensionalen Fassung beruht: mit einer Ebene mehr lässt sich ein schwaches Drehbuch auch nicht retten.

Seit James Wan und sein Kumpel Leigh Wannell vor nun gut sechs Jahren in "Saw" zwei Männer in ein heruntergekommenes Badezimmer einsperrten, sind enge Räume ohne Ausweg speziell für das Horror-Genre ein willkommener Austragungsort. Und fürwahr, eine klaustrophobische Spannung ist durch diese Gegebenheiten nahezu vorprogrammiert – wenn man es denn richtig anstellt. Neu-Autor Peter Arneson gelingt dies nicht. Er schafft es, dass sich der Zuschauer beim Betrachten der gesamten 80 Minuten permanent langweilt und eigentlich gar nicht wissen möchte, was als nächstes passiert – weil er es schon weiß.

Irgendein Kerl (wir erfahren weder Namen, Beruf noch sonstige Hintergrundinfos, die es möglich machen würden, einen Zugang zum Charakter zu bekommen und eventuell eine Verbindung aufzubauen) wacht in einem grauen Raum auf. Eine dicke Eisentür verriegelt den Ausgang und außer einem abgeschlossenen Schrank und einer toten Ratte gibt es zwischen diesen vier Wänden nichts. Was also tun? Tatenlos rumsitzen ist überhaupt nicht Marks (so heißt er, zumindest sagt es das DVD-Cover) Ding, weshalb er sich bald aufmacht, einen Ausweg aus der Misere zu finden.

Der unsympathische Protagonist und das fehlende Wissen über ihn sind ein großes Problem von "Iron Doors". Wie gerne würde man mitleiden und hoffen, dass es Mark (gespielt von Axel Wedekind) irgendwie aus diesem Raum schafft. Doch dagegen wehrt sich der Hauptcharakter selbst. Von Beginn an wird geflucht, was das Beleidigungsvokabular hergibt; von „motherfucking cocksucking motherfuckers“ ist gar die Rede. Und das permanent und ohne Punkt und Komma. Wer weiß, vielleicht sitzt Mark ja sogar zu Recht in diesem Raum und wir würden uns freuen, wenn er lange und quälend festgehalten wird? Zwischen all den verbalen Ausrastern sehen wir unseren Freund außerdem beim Versuch, ein Loch durch die Mauer zu graben und beim leckeren Madenfrühstück samt vitaminhaltigem Uringetränk aus dem eigenen Schuh. Mehrmals. Zugegeben: trotz all der wenigen inhaltlich verwertbaren Punkte, die das Skript hergibt, gelingt es Kameramann Jan Reiff, stimmungsvolle Bilder mit Zooms, Schwenks und Schärfeverlagerungen einzufangen. Auch die Postproduktion hat ihr Bestes gegeben und bringt in einigen Situationen zumindest etwas Dynamik in das ansonsten triste Szenario.

Ob das Ganze in 3D wirklich interessanter ist, darf bezweifelt werden. Merkliches Vorbild für Arneson scheint der vor knapp 10 Jahren noch innovative "Cube" gewesen zu sein. Denn auch in "Iron Doors" – und so viel darf verraten sein – spielt der Protagonist ein kleines "Räumchen wechsel Dich"-Spiel, bei dem er nicht alleine ist.

An dieser Stelle sei vor einem möglichen folgenden Spoiler gewarnt.

Mark gräbt ein Loch durch eine Mauer des Raums, hinter der allerdings nicht die befreiende Außenwelt sondern ein weiterer Raum wartet. In diesem zweiten Raum wartet dann tatsächlich eine afrikanische Frau. Offensichtlich weiß auch sie nicht, was sie in dieser etwas größeren Garage verloren hat. Auch fehlen ihr die nötigen Sprachkenntnisse, was die Kommunikation zwischen den beiden schwierig macht. Doch auch wir wissen wieder einmal nicht: Wer ist diese Frau? Warum wurde sie eingesperrt? Wichtig ist aber auch das nicht, denn spannender wird es mit nun zwei Charakteren überhaupt nicht. Leid tun können einem die beiden Eingesperrten lediglich aus dem Grund, weil sie mit dem jeweils anderen ausharren müssen.

"Iron Doors" verspielt sein sowieso geringes Potenzial gleich zu Beginn. Besteht zunächst immerhin ein kleiner Funken Hoffnung, der auf die gelungene Ausleuchtung und gute Kameraarbeit zurückzuführen ist, wird diese während der Spielzeit immer weiter von einem größer werdenden Gähnen verschluckt. Da hilft auch kein Techtelmechtel zwischen dem vulgären Weißen und seiner Pocahontas. Ungereimtheiten, Klischees und ein spannungsfreier Ablauf verhindern zu jeder Zeit einen wenigstens durchschnittlichen Thriller. Was Drehbuchautor Arneson beim schnell herunter gekurbelten Finale wohl durch den Kopf ging, möchten wir da gar nicht erst wissen.

Mögen die eisernen Türen für immer verschlossen bleiben.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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