Moviebase The Call

The Call
The Call

Bewertung: 70%

Userbewertung: 65%
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Originaltitel: The Call
Kinostart: 11.07.2013
DVD/Blu-Ray Verkauf: 06.12.2013
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Emergency Films, Troika Pictures, WWE Studios
Produktionsjahr: 2013
Regie: Brad Anderson
Drehbuch: Richard D'Ovidio
Darsteller: Halle Berry, Abigail Breslin, Justina Machado, Tara Platt, Evie Thompson, David Otunga, Michael Linstroth, Michael Eklund

Was macht eigentlich Halle Berry? Das ehemalige Bond-Girl war 2012 mit „Cloud Atlas“ lediglich mit einem Film im Kino zu sehen. Der Haithriller „Dark Tide“ erschien hierzulande direkt auf DVD. Auch in diesem Jahr sah es für Berry-Fans nur wenig besser aus. Die Episodensammlung „Movie 43“, in der die 47-Jährige in einem umstrittenen Beitrag mit ihrer (unechten) Brust Guacamole zerstampfte, blieb von Kinobesuchern weitgehend unbeachtet. Und „The Call“ wirkte auf dem Papier wie eine müde Mischung aus „Final Call“ und „96 Hours“.

Doch obwohl der genreerfahrene Drehbuchautor Richard D’Ovidio („13 Geister“) eine auf den ersten Blick uninspirierte Geschichte niederschrieb, gelingt es Regisseur Brad Anderson („Transsiberian“) und den Hauptdarstellerinnen Berry und Abigail Breslin („Zombieland“), das Geschehen größtenteils auf einem konstant hohen Spannungslevel zu halten. Erzählt wird ein Tag im Leben der Polizeitelefonisten Jordan Turner (Berry), deren Aufgabe es ist, eingehende Notrufe sachlich und präzise zu beantworten. Als sie jedoch bei einem Anruf einen folgenschweren Fehler begeht, nimmt sich Turner eine Auszeit vom Beruf.

Ein halbes Jahr später kehrt sie als Assistentin zurück, um neue Angestellte einzuarbeiten. Mitten in der Vorstellung der Räumlichkeiten geht bei einer unerfahrenen Kollegin der verzweifelte Notruf von der jungen Casey (Breslin) ein, die von einem Mann verschleppt und in einen Kofferraum verfrachtet wurde. Turner übernimmt und steckt schon bald in einem mysteriösen Fall, bei dem die Entführung noch das kleinste Übel ist.

Die Parallelen zu thematisch ähnlichen Werken sind unübersehbar. Dennoch bietet Anderson ab der ersten Sekunde eine dramatische und rasante Arbeit. Spannend wird es während der Wechsel zwischen der Telefonistin und dem Opfer. Jordan kann aus ihrem Büro nichts weiter tun als Casey permanent Mut zuzusprechen und mit ihr gemeinsam Fluchtmöglichkeiten durchzugehen. Casey hingegen packt – verständlicherweise – die blanke Panik. Anderson inszeniert temporeich und präsentiert aufgestylte Bilder in teilweise ungewöhnlichen Einstellungen.

Dazu passt das stimmige Spiel der beiden Hauptprotagonisten. Berry sieht mit der explodierten Frisur anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aus, lässt ihre wuscheligen Locken aber schon bald vergessen. Sie ist engagiert bei der Sache und ihre Emotionen wirken authentisch und ungekünstelt. Auch Breslin weiß trotz ihrer erst 17 Jahre zu überzeugen, obwohl sie überwiegend schreien und weinen muss. Besonders fesselnd und klaustrophobisch sind die Szenen im engen Kofferraum geraten. Mit weitwinkeliger Kamera ist Anderson ganz nah dran an einer völlig verängstigten Person. Resultat: Der Zuschauer leidet mit und hofft auf einen glimpflichen Ausgang dieser Tortur.

Vor allem Berrys Charakter macht während der Spielzeit eine kleine Entwicklung durch und kann dadurch Sympathien verbuchen. Anderson stellt die Polizei zudem nicht als Alleskönner dar. Hier werden Fehler gemacht, genauso wie auf der Seite des Entführers. Dieser erhält ebenfalls nicht den Status eines Übergegners. Gerade die unüberlegten Dinge machen ihn menschlich und angreifbar. Alle Beteiligten reagieren nachvollziehbar und verständlich. Mit Authentizität hat „The Call“ bis hierhin also kein Problem – aber dann kommt das entscheidende Finale.

Plötzlich stimmt gar nichts mehr. Die actionlastige Hast gipfelt schließlich in einem zu weit hergeholten Schlussakt. Was sich D’Ovidio da zusammenreimt, passt so überhaupt nicht zum bisherigen Verlauf. Das ist hier besonders ärgerlich, weil der zusammengeklaute Thriller bis zur Auflösung prächtig funktionierte. Wenn dann aber mit dem Autoren die Pferde durchgehen, fällt das zur Last des gesamten Werkes.

Fazit: Ein in den ersten zwei Dritteln rasanter Entführungsthriller mit starken Momenten, der am fahrigen Ende fast zerbricht.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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