Moviebase Kong: Skull Island

Kong: Skull Island
Kong: Skull Island

Bewertung: 65%

Userbewertung: 70%
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Originaltitel: Kong: Skull Island
Kinostart: 09.03.2017
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Legendary Pictures, Universal Pictures
Produktionsjahr: 2017
Regie: Jordan Vogt-Roberts
Drehbuch: Max Borenstein, Derek Connolly, John Gatins, Dan Gilroy
Darsteller: Tom Hiddleston, Brie Larson, Corey Hawkins, Samuel L. Jackson, John Goodman, Thomas Mann, Toby Kebbell, John C. Reilly, Jason Mitchell, Shea Whigham, John Ortiz, Eugene Cordero

2005 hauchte „Herr der Ringe“-Mastermind Peter Jackson dem wohl berühmtesten Affen der Kinogeschichte neues Leben ein und schenkte dem Publikum mit „King Kong“ einen zuweilen erstaunlich berührenden Blockbuster. Zwölf Jahre später erscheint nun eine Neuauflage der berühmten Gorilla-Geschichte, die sich seit ihrem ersten Auftauchen 1933 zu einem Leinwandmythos entwickelt hat. Am Ruder stand dieses Mal kein Regie-Schwergewicht, sondern der Independent-Filmer Jordan Vogt-Roberts, der mit „Kong: Skull Island“ den zweiten Teil des sogenannten MonsterVerse verantworten durfte. Gemeint ist damit eine im selben Kosmos spielende Monsterfilmreihe, die das „Godzilla“-Reboot 2014 einläutete. Anders als Peter Jackson setzt Vogt-Roberts bei seiner Neuinterpretation nicht auf starke Emotionen, sondern auf ein überwältigendes Actionspektakel, das sich vor allem einen Filmklassiker als Vorbild nimmt: Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsalbtraum „Apocalypse Now“.

Im Jahr 1973 wendet sich der für die Geheimorganisation „Monarch“ tätige Wissenschaftler Bill Randa (John Goodman, „10 Cloverfield Lane“) an einen US-Senator, um Unterstützung für die Erkundung einer geheimnisvollen, erst kürzlich entdeckten Insel im Südpazifik zu erhalten, auf der er vorzeitliche Lebewesen vermutet. Als er grünes Licht bekommt, wird ein schlagkräftiges Team zusammengestellt, dem neben anderen Forschern auch der Fährtenleser James Conrad (Tom Hiddleston, „Crimson Peak“), die Kriegsfotografin Mason Weaver (Brie Larson, „Raum“) und der Soldat Preston Packard (Samuel L. Jackson, „Die Insel der besonderen Kinder“) samt Mannschaft angehören. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, lässt Randa bei ihrer Ankunft über dem unbekannten Eiland einige Bomben abwerfen, die King Kong schließlich auf den Plan rufen. Scheint von ihm zunächst die größte Gefahr auszugehen, zeigt sich schon bald, dass Skull Island weitere tödliche Geheimnisse bereithält.

Mitreißendes, technisch überzeugendes Monster-Actionkino bietet schon die erste Auseinandersetzung mit dem gigantischen Gorilla, der die eintreffende Hubschrauberflotte spielend leicht vom Himmel holt. Binnen weniger Augenblicke verwandelt sich die Expedition in einen Höllenritt vor glutrotem Hintergrund. Explosionen, Abstürze und die Bewegungen des bestechend animierten Riesenaffen ergeben eine dynamische Choreografie der Zerstörung, die sich vor den wuchtigen Kampfsequenzen im weiteren Verlauf nicht verstecken braucht. Immer wieder streift die Kamera ausgiebig durch die exotische Landschaft mit ihrer üppig wuchernden Vegetation, die Schönheit und Bedrohung gleichermaßen auszustrahlen scheint. Von zahlreichen eindrucksvollen Impressionen bleiben vor allem die Bilder aus einem in grüne Nebelschwaden getauchten Massengrab hängen, das die Protagonisten irgendwann durchstreifen. Optisch hat „Kong: Skull Island“ einiges zu bieten, was man von einem beinahe 200 Millionen Dollar teuren Abenteuerfilm freilich auch erwarten darf.

Bereits der Anblick des Trailers ließ vermuten, dass den Machern die albtraumhafte Dschungelodyssee „Apocalypse Now“ ästhetisch und thematisch als Inspirationsquelle diente. Angefangen beim Anflug der Helikopter auf die mysteriöse Insel über das mühsame Vordringen in urzeitlichem Gelände bis hin zum fanatisch-rachsüchtigen Auftreten von Lieutenant Colonel Packard finden sich zahlreiche Verweise auf Francis Ford Coppolas finstere Kriegsparabel. Logisch und konsequent erscheint vor diesem Hintergrund die zeitliche Verortung des Geschehens, das sich genau in dem Jahr abspielt, in dem die US-Truppen dem Konflikt im Vietnam langsam den Rücken kehren. Eine Entscheidung, die Packard offenkundig schwer zu schaffen macht, zumal der Kampfeinsatz in der Heimat mittlerweile überaus kritisch gesehen wird. Nach Meinung des Soldaten sind Medienvertreter wie die Fotografin Mason Weaver mitverantwortlich für das Umkippen der Stimmung.

Unverkennbar nutzt „Kong: Skull Island“ seine Abenteuergeschichte nicht nur als Spiegel für den Vietnamkrieg. Auch die grausame Natur des Menschen und das imperialistische Gebaren westlicher Kräfte rücken deutlich in den Fokus. Besonders dann, wenn der Forschungstrupp seine Ankunft mit einem Bombenregen zelebriert. Ohne angegriffen worden zu sein, verwüsten die Neuankömmlinge die unberührte Natur, was der Inselhüter King Kong verständlicherweise nicht tatenlos hinnehmen kann. Wer hier tatsächlich das Monster ist, fragt man sich mehr als einmal.

Blendet man die wiederholt aufblitzenden Bezüge und Anspielungen aus, bleibt ein schlichter, wenig origineller Survival-Plot übrig, für den es sage und schreibe drei Drehbuchautoren gebraucht hat. Trotz dieser geballten Erzählkompetenz erscheinen die Figuren klischiert und in manchen Fällen vollkommen überflüssig. Dem Zuschauer begegnen reine Funktionsträger mit allenfalls rudimentären Backstorys, die keine echten Emotionen wecken. Ein Umstand, der etwas bedauerlich ist, wenn man bedenkt, dass Vogt-Roberts hochveranlagte Darsteller zur Verfügung standen. Während Samuel L. Jackson dem eindimensional gezeichneten Packard zumindest eine bedrohliche Ausstrahlung verpassen kann, fällt der von John Goodman verkörperte Randa eher blass aus. Ähnliches gilt für Tom Hiddlestons Fährtenleser, dessen Nachname auf Joseph Conrad verweist, den Verfasser des Romans „Herz der Finsternis“, der in „Apocalypse Now“ verarbeitet wurde.

Kleinere Akzente darf Oscar-Preisträgerin Brie Larson setzen, deren Figur zarte Bande zu King Kong knüpfen und im Showdown Handlungsfähigkeit demonstrieren kann. Eindruck hinterlassen auch die Auftritte von John C. Reilly, der den vor vielen Jahren auf Skull Island gestrandeten Soldaten Hank Marlow spielt, an dem die Entwicklungen in der Zivilisation seit dem Zweiten Weltkrieg komplett vorbeigegangen sind. Marlows Nichtwissen dient als Running Gag, und mit seinen Inselkenntnissen greift er den Expeditionsteilnehmern mehrfach unter die Arme. Fragwürdig ist bei allem Verständnis für die Konzentration auf die Protagonisten, dass der Film die Ureinwohner des Eilandes als bizarr aufgemachte, durchweg stumm bleibende Menschen zeigt. Etwas mehr Feingefühl wäre hier sicher nicht verkehrt gewesen.

Die Schwächen bei Handlung und Figurenzeichnung sind offenkundig, sorgen aber nicht dafür, dass „Kong: Skull Island“ zu einem Fiasko gerät. Starke Animationen, wuchtige Landschaftsbilder und packende Actionpassagen garantieren Kurzweil und heben den Abenteuerstreifen auf ein annehmbares Niveau. Wem das Spektakel gefallen hat, der darf sich nach dem Abspann noch auf eine Szene freuen, die erahnen lässt, in welche Richtung sich das MonsterVerse entwickeln wird.

>> von Christopher Diekhaus

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