Moviebase The Haunting of Sharon Tate

The Haunting of Sharon Tate
The Haunting of Sharon Tate

Bewertung: 20%

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Originaltitel: The Haunting of Sharon Tate
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 10.05.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 10.05.2019
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Skyline Entertainment, ETA Films, 1428 Films
Produktionsjahr: 2018
Regie: Daniel Farrands
Drehbuch: Daniel Farrands
Darsteller: Hilary Duff, Jonathan Bennett, Lydia Hearst, Pawel Szajda, Ryan Cargill, Bella Popa

Fünfzig Jahre liegen die bestialischen, von Anhägern des Sektengurus Charles Manson begangenen Morde an Roman Polanskis hochschwangerer Ehefrau Sharon Tate und vier Gästen in ihrem Anwesen inzwischen zurück. Und doch befeuern sie noch immer die Fantasie der Menschen. Vor allem in den USA ist das grausame Verbrechen, das sich am 9. August 1969 in einem idyllisch gelegenen Haus in den Hollywood Hills ereignete, immer wieder Gegenstand von Diskussionen und Aufarbeitungen. Filmisch befasste sich 2016 etwa John R. Leonetti in „Wolves at the Door“ mit dem Blutbad, das er für einen solide inszenierten, letztlich aber anspruchslosen Home-Invasion-Schocker nutzte. Auch Kultregisseur Quentin Tarantino greift die Tat in seinem neuen, im Sommer 2019 startenden Werk „Once Upon a Time in Hollywood“ auf. Bevor diese Produktion allerdings in die deutschen Kinos kommt, erblickt hierzulande noch Daniel Farrands‘ Horrorthriller „The Haunting of Sharon Tate“ das Licht der Welt. Ein Film, der den realen Ereignissen eine übernatürliche Note verleiht und sich damit komplett in die Nesseln setzt.

Gleich zu Anfang bezieht sich der gruselerprobte Farrands („The Amityville Murders“) auf ein Magazininterview, in dem Sharon Tate rund ein Jahr vor ihrem Tod über rätselhafte Albträume und bedrohliche Vorahnungen berichtet haben soll. Knapp 12 Monate nach diesem Gespräch, das der Streifen in Schwarz-Weiß-Bildern ausschnittweise nachstellt, begegnen wir der schwangeren Schauspielerin (verkörpert vom früheren Disney-Star Hillary Duff, „Younger“) auf dem Weg zu ihrer schicken Villa. Während Ehemann Polanski in Europa an einem Filmprojekt arbeitet, verbringt Sharon die freie Zeit mit ihrem Ex-Verlobten Jay Sebring (Jonathan Bennett, „Sharknado 6: The Last One“) und dem befreundeten Pärchen Abigail Folger (Lydia Hearst, „Between Worlds“) und Wojciech Frykowski (Pawel Szajda, „Imperium“). Das entspannte Beisammensein wird allerdings zur Belastungsprobe, da die Hausherrin mehr und mehr mit unheimlichen Visionen zu kämpfen hat. Die Anwesenden versuchen, sie zu beruhigen, und schieben ihre Panik auf die Schwangerschaft. Als Sharons Hund jedoch zu Tode kommt, ziehen endgültig dunkle Wolken auf.

Farrands‘ Schauerstück wirkt schon deshalb reichlich hanebüchen, weil der Regisseur seinen Ansatz für verdammt clever und tiefsinnig hält. Eröffnet wird der Film mit einem Zitat vom literarischen Schreckensmeister Edgar Allan Poe. Und recht schnell fliegen dem Zuschauer hohle, aber bedeutungsvoll gemeinte Dialoge um die Ohren, die die Macht des Schicksals und die Frage nach den kleinen, wegweisenden Entscheidungen des Lebens beschwören. Ernst nehmen kann man diese Überlegungen zu keinem Zeitpunkt, da sie komplett aufgesetzt daherkommen und sich noch dazu mit den immer wieder eingestreuten lärmend-platten Schockeffekten beißen. Mehr als einmal greifen die Macher tief in die Klischeekiste der Horrorstilmittel und treiben spätestens ab der Hälfte ein geschmackloses Spiel mit dem realen Grauen, das Tate und ihren Freunden im Sommer 1969 widerfuhr.

Immer dann, wenn es hektisch wird und sich urplötzlich Gewalt Bahn bricht, artet das Ganze zu einem billigen Laientheater aus, das den Betrachter nicht verstört, sondern peinlich berührt zurücklässt. Den Gipfel der unverschämt-sinnbefreiten Ausschlachtung erreicht der Thriller in der letzten, mit esoterischem Gewäsch vollgestopften Viertelstunde. Ein Twist soll das Geschehen auf eine neue Ebene heben und dem Film frische Substanz verleihen. Tatsächlich zieht Farrands damit jedoch die wahren Begebenheiten ins Lächerliche und verliert jeglichen Respekt vor den Opfern und ihrem Leiden. Auch in „Wolves at the Door“ war die Rekonstruktion hochgradig fragwürdig. Leonettis Streifen versuchte allerdings nicht, den Anschein von Vielschichtigkeit zu erwecken. „The Haunting of Sharon Tate“ hingegen will seine absurden Ideen als raffinierte Einfälle verkaufen – und wirkt daher im Vergleich um einiges abstoßender. Dass man sich mit dem schrecklichen Verbrechen durchaus reflektierter auseinandersetzen kann, beweist im Übrigen Emma Clines Debütroman „The Girls“, der die realen Hintergründe leicht abgewandelt in eine psychologisch ausgefeilte Coming-of-Age-Geschichte einbettet.

>> von Christopher Diekhaus

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