Moviebase Fall 39

Fall 39
Fall 39

Bewertung: 50%

Userbewertung: 62%
bei 121 Stimmen

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Originaltitel: Case 39
Kinostart: 11.03.2010
DVD/Blu-Ray Verkauf: 29.07.2010
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 113 Minuten
Studio: Misher Films / Paramount Pictures
Produktionsjahr: 2007
Regie: Christian Alvart
Drehbuch: Christian Alvart
Darsteller: Renée Zellweger, Jodelle Ferland, Ian McShane, Kerry O'Malley, Callum Keith Rennie, Bradley Cooper, Adrian Lester, Georgia Craig, Cynthia Stevenson, Tiffany Lyndall-Knight, Cindy Sungu, Mary Black, Sarah-Jane Redmond, Benita Ha, Dee Jay Jackson, Suzanne Bastien, Colin Lawrence

Der Belzebub hat viele Gesichter. Nur zu gerne versteckt er sich hinter dem schönen, vermeintlich unschuldigen Antlitz eines in Wirklichkeit alles andere als unschuldigen Kindes. Diese Erfahrung mussten auch schon die Eltern des kleinen Damien machen, der nach der Geburt vertauscht, sich rasch zum mordenden Satansbraten und zu einem Albtraum für sein Umfeld entwickelt. Herkunft verpflichtet, insbesondere wenn man als die Personifizierung des Antichristen einen recht einseitigen, vorbelasteten Ruf zu verteidigen hat. Im asiatischen Horrorkino ist der Teufel zwar weniger präsent, dafür haben es die potenziellen Opfer meist mit äußerst durchtriebenen Dämonen und Geister zu tun. Blasse Mädchen mit rot unterlaufenen Augen und langen, schwarzen Haaren sind ein sicheres Indiz dafür, dass sich die Lebenserwartung der Hauptfigur soeben drastisch verkürzt hat. 

Antikörper-Regisseur Christian Alvart präsentiert in seinem Hollywood-Debüt eine Mischung dieser kindlichen Gesichter des Bösen. Denn dass die zunächst ängstlich dreinblickende Lillith (Jodelle Ferland) nicht das schutzbedürftige Opfer ist, als das Alvart uns das Mädchen in den ersten Minuten vorstellt, wird recht bald klar. Dummerweise fällt die engagierte Sozialarbeiterin Emily (Renée Zellweger) auf Lilliths zugegeben Oscar-reife Schauspielkunst herein. Emily hat tagtäglich mit Kindern zu tun, die von ihren Eltern oder engen Familienangehörigen geschlagen, missbraucht oder vernachlässigt werden. Da kann die Objektivität mitunter verloren gehen. Zumal wenn man wie Emily auf ein kleines Mädchen trifft, dessen Eltern es gerade in einen Backofen zerren und bei 200 Grad garen wollen. Die Gebrüder Grimm lassen grüßen.  

In allerletzter Sekunde kann Emily die Tat verhindern. Lillith dankt es ihrer Retterin mit kindlicher Zuneigung, die später jedoch immer mehr in eine bedrohliche, irritierende Kälte und Kontrollsucht umschlagen soll. Während auf der einen Seite das Misstrauen allmählich zunimmt, werden auf der anderen Seite nach und nach sämtliche Masken fallen gelassen. Noch bevor es schließlich zum Showdown zwischen Emily und Lillith kommt, hat das Böse bereits hinlänglich bewiesen, dass es wahrhaftig keinen Spaß versteht. Was das im Einzelnen zu bedeuten hat, sei an dieser Stelle nicht verraten. Allzu schwer macht es Alvart seinem Publikum indes zu keiner Zeit und so dürften letztlich nicht nur Genre-Fans über den Fortgang der Ereignisse mit großer Zielgenauigkeit spekulieren. 

Einen Originalitätspreis wird Alvart für seine dunkle Mär vom Teufel mit Engelsgesicht folglich nicht gewinnen. Die Irritationen, die vor allem von Lilliths doppeltem Spiel bisweilen ausgehen, kleben einfach zu sehr an den Gesetzmäßigkeiten des Genres, das nach der Welle an asiatischen Geister- und Dämonen-Geschichten – inklusive den dazu gehörigen Remakes – zeitweise mit einer ernstzunehmenden Übersättigung zu kämpfen hatte. Hollywood-Neuling Alvart will unterhalten und anders als sein Kollege Lars von Trier den Zuschauer nicht überfordern oder mit kalkulierten Tabubrüchen vor den Kopf stoßen. Und so macht es sich Fall 39 nach einer spannungsgeladenen Einführung sehr schnell in der Ecke des nur bedingt einfallsreichen 666-Thrillers bequem. 

Innerhalb dieser Routine blitzt allerdings hin und wieder Alvarts schon in Antikörper anzutreffendes Gespür für schaurig-schöne Stimmungen und Bilder auf. So gipfelt Emilys zunehmende Hilflosigkeit in einer Verzweiflungstat, bei der sie sich wie ein wehrloses Opfer in ihrem eigenen Schlafzimmer verbarrikadiert. Aus dem Zusammenspiel von subjektiver Perspektive, Schnittfrequenz und Hagen Bogdanskis Kamera entsteht kurzzeitig ein wahrhaftiges Gefühl der Bedrohung, das viel tiefer geht als jede der obligatorischen Schrecksekunden. Von denen gibt es zwar auch reichlich, ihr durch und durch mechanisches Design löst jedoch kaum mehr als ein reflexhaftes Zucken aus. Über die Qualität eines Filmemachers sagen solche, vorrangig über den Sound gesteuerten Terrorattacken rein gar nichts aus. 

Für die Besetzung fängt sich Fall 39 Lob und Tadel zugleich ein. Denn so erfischend es anfangs ist, Renée Zellweger einmal nicht in einer Romanze oder als Pummelchen Bridget Jones erleben zu müssen, so wenig nimmt man ihr den Part der resoluten Sozialarbeiterin ab. Ihr gewöhnungsbedürftiges Mienenspiel spaltet ohnehin seit jeher das Publikum. Dieses Mal wird es nicht anders sein. Da hat es ihre jugendliche Widersacherin Jodelle Ferland um einiges leichter, obwohl sie eigentlich die weitaus schwierigere Rolle übernahm. Mal verkörpert sie das unschuldige, schutzbedürftige Mädchen, dann wiederum das böse, manipulative Gör, dem der Teufel höchstpersönlich im Nacken zu sitzen scheint. Den Drahtseilakt zwischen diesen beiden Extremen meistert die zum Zeitpunkt der Dreharbeiten erst 12jährige mit Bravour. Nach Auftritten in Uwe Bolls Brutalo-Schocker Seed, der Videospielverfilmung Silent Hill und dem Psychothriller The Messengers der Gebrüder Pang ist sie zudem schon geübt im Umgang mit düsteren Storys und finsteren Charakteren.  

Christian Alvart läuft derweil seiner alten Form noch hinterher. Vielleicht gelingt es ihm jedoch schon mit seinem nächsten Projekt, an die Klasse eines Antikörper anzuknüpfen. Kurioserweise startet Pandorum bereits zwei Monate vor Fall 39 Anfang Oktober. Wir werden also nicht lange auf eine Antwort warten müssen.

>> verfasst von Marcus Wessel

80%
Eleonora
geschrieben am 29.11.2011 um 06:36 Uhr
Ja, die Story ist nichts Neues und das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. Dennoch kann man sich den Film durchaus anschauen, wenn man sich vor dem Bösen im Kinde gruselt.
90%
Mike Berlin
geschrieben am 27.02.2011 um 01:00 Uhr
Aus irgendeinem Grund hat mich der Film gänsehautmäßig gepackt, obwohl ich doch einiges an härteren Horrorstreifen gewohnt bin. Die Atmosphäre ist top. Ein super Schocker!
80%
Moonscreamer
geschrieben am 09.12.2010 um 00:00 Uhr
Toller Horror-Streifen!Auch wenn man den Storyverlauf erahnt ist die Umsetzung absolut gelungen.Meine Highlights: Hornissen und die "riesen Hand" ^^
40%
Lachgummi
geschrieben am 23.06.2010 um 19:00 Uhr
Ich habe mich wirklich auf den Film gefreut...wirklich...aber ich war dann unheimlich enttäuscht. Mal ganz abgesehen von der- im nach hinein- lahmen Geschichte, konnte mich auch nichts an dem Film wirklich mehr schocken.Das ale bekannte wurde einfach nochmal neu *aufgebrüht*...das René Zellweger dafür ihr Gesicht her gegeben hat...enttäuschend!
80%
smartyyy
geschrieben am 28.05.2010 um 22:00 Uhr
Toller Film!!Anfangs wird der Verdacht gut und gekonnt auf die Eltern des Mädchens gelenkt, wo man noch denkt, was soll das denn? Man kann jedoch im Verlauf des Films gut mitfühlen, wie sich die Gesinnung von Emily Lilith gegenüber ändert. Auch die Art wie Lilith das Umfeld von Emily in den Tod reißt ist genial inszeniert. Hat mir gefallen!! Guter Schocker!!
70%
Homer
geschrieben am 03.03.2010 um 11:00 Uhr
Schauspieler gut ausgesucht. Story ist zwar nicht überraschend oder was neues, trozdem spannend und gut gespielt. Ich finde ihn sehenswert 70%.
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