Für Liebhaber des unkonventionellen Kinos gibt es ab heute nur noch eine relevante Himmelsrichtung – und die führt direkt in die Kinosäle des Landes. Das Fantasy Filmfest 2026 zelebriert in diesem Jahr einen monumentalen Meilenstein:
Seit nunmehr vier Jahrzehnten schockiert, fasziniert und begeistert das Festival die Genrefilm-Community. Was einst als mutiges Nischenprojekt begann, hat sich längst zu einer der weltweit wichtigsten Anlaufstellen für Horror, Sci-Fi, bildgewaltige Thriller und tiefschwarzen Humor entwickelt.
Heute fällt der Startschuss: Vom 02. bis 09. September verwandeln sich der Berliner Zoo Palast sowie das Savoy in Hamburg in die ultimativen Hotspots für Genrefans. Danach zieht die Karawane des Schreckens im bewährten Wanderprinzip weiter und gastiert im Laufe des Septembers in Köln, München, Stuttgart, Nürnberg und schliesslich Frankfurt.
Zum 40. Geburtstag haben die Veranstalter ein Programm aufgefahren, das dem runden Jubiläum mehr als würdig ist. Stolze 34 handverlesene Langfilme decken das gesamte Spektrum des fantastischen Kinos ab. Das Festival startet heute standesgemäss mit dem offiziellen, hochemotionalen Eröffnungsfilm Leviticus aus Australien.
In den kommenden Tagen warten weitere Highlights wie der gefeierte Cannes-Sci-Fi-Hype Hope oder nostalgische Perlen in der “Screen Legends”-Reihe, darunter der packende südkoreanische Thriller The Chaser. Es wartet ein Fest für die Sinne, das die Kinoleinwände bundesweit zum Glühen bringen wird.
Insgesamt buhlen über 30 filmische Grenzgänger um eure Aufmerksamkeit. Um euch die Orientierung im mörderisch guten Jubiläumsprogramm zu erleichtern, haben wir unsere ganz persönlichen Favoriten herausgepickt.
Hier sind unsere Top 10 Highlights des 40. Fantasy Filmfests, die ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen dürft:
Eines Nachts bekommt Mise’l Besuch von einer verkohlten Gestalt. Als er sie anfasst, zerfällt sie zu Asche. Ist das eine Warnung? Haben die Geister der Vergangenheit den jungen Mann eingeholt und wird seine Familie keine Ruhe mehr finden? Gemeinsam mit seinem seit Jahren entfremdeten Bruder Ante macht er sich in den Wald ihrer Kindheit auf, um das Böse, das sie schon damals malträtierte, endgültig zu begraben.
Ein trügerisch goldener Sommertag bricht in der französischen Provinz an. Nora, die mit ihrem Mann Tom und ihrer aufmüpfigen kleinen Tochter Ida in einfachen Verhältnissen lebt, feiert ihren 40. Geburtstag. Es soll nach der Arbeit eine kleine Party geben. Nachbarin Cristina (Monica Bellucci) beginnt schon mit ersten Vorbereitungen, als plötzlich ein aufdringlicher Fremder vor der Tür steht. Gemeinsam mit seinem Bruder und bewaffnet mit einem Messer dringen die Männer ins Haus ein. Sie müssten jetzt erst mal auf Franck (Benoît Magimel) warten, behaupten sie. Als Franck endlich auftaucht, scheint er über Noras Familie bestens Bescheid zu wissen. Aber was ist sein Plan?
Alle lieben Buddy. Oder müssen es zumindest, denn wenn das orange Einhorn wütend wird, verwandelt sich seine quietschbunte Kindersendung schnell in blutiges Chaos. In der künstlich perfekten Studiowelt im Stil der 80er und 90er leben Kinder neben sprechenden Gegenständen, singen, tanzen und lernen Lektionen über Freundschaft und Zusammenhalt. Doch als Josh keine Lust auf Buddys Geburtstagsparty hat, bekommt die fröhliche Fassade schnell Risse und Josh einen tödlichen Axthieb verpasst. Folge für Folge eskaliert die Lage, denn gegen Buddys Zorn gibt es keine pädagogisch wertvolle Lösung.
Bist du mutig genug für die große, wilde, alles verändernde Liebe – und das, was sie mit dir anrichten wird? Tankstellenaushilfe Caroline muss nicht lange überlegen, als der charismatische Ganove Oliver in ihr Leben tritt. Gemeinsam machen sie sich auf einen Roadtrip durch den Süden der USA, der in immer raffinierteren Gaunereien mündet. Und das ist erst der Anfang ihres Rausches: Was sind schon Banküberfälle, Schießereien und eine Menschenjagd des FBI gegen die große, wilde, alles verändernde Liebe?
Mutter Vermina hat einen Plan, den sie ohne Rücksicht auf Verluste verfolgt: Ihr Sohn soll endlich entjungfert werden. Aber es fällt ihr nicht leicht, eine Freiwillige für das Unterfangen zu finden. Mutant Fabian ist nämlich mit seiner extrem unappetitlichen Erscheinung nicht gerade das, was man eine gute Partie nennt. Also entführt die Alte kurzerhand eine Frau auf offener Straße, sperrt sie ein und brüllt ihr erbarmungslos ins Ohr: FUCK MY SON!
Jahrhundertelang hat eine Hexe die Menschen im irischen County Cork terrorisiert, hat ihre Opfer in Ketten gelegt und durch die Unterwelt gezerrt, wo sie von verlorenen Seelen verschlungen wurden. Aber jetzt ist das grausame Wesen endlich gefangen, erzählt man Ohm (Adam Scott): und zwar in der Hochzeitssuite des kleinen Hotels, in dem sich der amerikanische Autor nichts ahnend einquartiert hat. Herablassend tut er die Legenden und Warnungen als Humbug ab. Bis sich ihm eines Nachts die Tür zur verbotenen Suite öffnet.
Als Sungsoo seine Frau Sarah mit einem Hauskauf überrascht, löst der Umzug in die koreanische Provinz gemischte Gefühle in ihr aus. Das neue Zuhause fühlt sich unwirtlich an. Eine unheimliche Alte taucht aus dem Nichts auf und macht ihr Angst. Die attraktive junge Nachbarin Eynbyeol wirkt ein bisschen zu vertraut mit Sungsoo und auf dem Dachboden finden sie eine geheimnisvolle Vinylplatte, die außer dem Kratzen der Nadel keinen Laut wiedergibt. Als Sarah kurz danach mit blutenden Ohren aufwacht, bemerkt sie, dass sie männliche Stimmen immer schwächer hört. Die Ärzte finden jedoch keine Erklärung dafür.

©Transgressive Production
Ende des 19. Jahrhunderts lebt Zélie auf einer abgelegenen Farm im Würgegriff ihres Vaters Jacob. Er beruft sich auf seinen Glauben, doch das hält ihn nicht von seiner Grausamkeit ab: Unter frommen Worten hält er seine Tochter klein, während ihre Mutter längst an seiner Härte zerbrochen ist. Doch auch jenseits der Farm zerfällt die Welt. Eine rätselhafte Seuche, der „Schwarze Schleier“, breitet sich aus und raubt den Menschen den Verstand. Wie jedoch mit den Infizierten verfahren wird, lässt jede Vorstellung von Mitgefühl erlöschen.
Die herrschaftliche Grayson-Villa bewohnt Boyd (Chris Colfer) mit seiner fiesen Mutter (Alice Krige), die alle Mittel in Bewegung setzt, ihn zum Zeugen von Nachwuchs zu zwingen. Schließlich gilt es, die Familiendynastie weiterzuführen. Doch der junge Mann pfeift auf Traditionen und Muttis Übergriffigkeiten sind einfach die Höhe. Als ihm jedoch bei einem spektakulär blutigen Unfall beide Hände abgetrennt werden, ist er ihr und dem ehrgeizigen Arzt, der ihm revolutionäre Neuroprothesen baut, zunächst ausgeliefert. In die Enge getrieben, mobilisiert Boyd jedoch ungeahnte Kräfte.
Ein Mann schwebt ohne Unterkörper durch die Gegend. Ein Baby flutscht ohne Nabelschnur direkt aus der Mutter. Warum auch nicht? Wir sind in einer Komödie von Quentin Dupieux. Jacky hat aber wohl noch nie einen Film des Regisseurs gesehen: Für ihn sind das alles Beweise dafür, dass mit der Welt etwas nicht stimmt. Mit einer Liste von 265 haarsträubenden Anomalien offenbart er seinem Freund Bruno eine schockierende Erkenntnis: Die Realität ist nicht echt – sie ist eine Simulation! Sind die beiden also nur Figuren in einem Retro-Computerspiel? Oder ist das einfach ein weiterer Fehler in der Matrix?

©Fantasy Filmfest