Moviebase Silent House, The

Silent House, The
Silent House, The

Bewertung: 85%

Userbewertung: 81%
bei 161 Stimmen

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Originaltitel: La casa muda
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 07.07.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: 24.05.2011
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Tokio Films / Kinowelt Filmverleih
Produktionsjahr: 2010
Regie: Gustavo Hernández
Drehbuch: Oscar Estévez
Darsteller: Gustavo Alonso, Florencia Colucci, Abel Tripaldi

Kamera orientiert, Kamera desorientiert: In „La Casa Muda“ macht sie beides, immer dicht an der Protagonistin. Einmal gibt es da eine Bewegung wie ein verwirrender Tanz: Laura dreht sich im Kreis, die Kamera ebenso. Immer verschwindet Laura aus unserem Blick, und jedes Mal, wenn sie wieder ins Bild kommt, erschrickt man ein wenig; denn Laura ist gerade weggerannt vor jemandem, irgendwem in diesem verlassenen Haus. Und dann steht auf der Straße plötzlich …

Aber ich will ja nicht alles verraten. „La Casa Muda“ lebt davon, dass man nicht alles sieht, dass die Perspektive der (von Pedro Luque geführten) Kamera beschränkt bleibt, die zugleich immer ein wenig auch die Perspektive der Protagonistin ist, aber niemals ganz: Beide tanzen umeinander, umschmeicheln sich, mal ist die eine vorne, mal die andere, mal verliert man sich für Momente aus den Augen, und wirklich: Dann weiß man nicht, was geschieht.

Natürlich ist dieses Spiel mit dem Jenseits der Leinwand oder im Dunkeln Verborgenen schon immer eine der Standardverfahren gerade des Horror- und Gruselkinos gewesen. Aber „La Casa Muda“ macht das auf besonders geschickte Art, mit einem winzigen Setting voller kleiner, beengter Räume, einem gedrungenen, dunklen, renovierungsbedürftigen Häuschen im Nirgendwo (nur selten, am Anfang, am Ende und einmal zwischendrin, öffnet sich der Raum für die Außenwelt) und einer intensiven Kameraführung, in dem das Hauptwerbeargument für den Film letztlich nur ein Gimmick ist.

In einer einzigen durchgehenden Einstellung sei der Film gedreht, beteuern die Macher, mit einer handelsüblichen (wenn auch gehobenen) Fotokamera. Und in der Tat gibt es nur wenige Stellen im Film, an denen geschnitten worden sein könnte, in denen die Schwärze der Räume einen unauffälligen Cut durchaus ermöglichen würde – ob da jetzt ein paar Mal die digitale Schere angesetzt wurde, spielt aber gleichwohl keine Rolle. Der Effekt ist entscheidend.

Zum einen drängt sich erst einmal Respekt auf, weil offenbar akribische Planung und präzise Proben nötig waren, um die Einstellungen – bei denen vermutlich auch viel improvisiert wurde – so bemerkenswert genau und ineinander greifend umzusetzen (von den womöglich zahlreichen Fehlversuchen ganz zu schweigen). Zum anderen aber zieht die durchgehende Handlung den Zuschauer schon nach wenigen Minuten in den Film hinein und lässt ihn nicht mehr los.

Das liegt natürlich auch an der Intensität mit der die Hauptdarstellerin Florencia Colucci, die fast durchgehend zu sehen ist, ihre Rolle als Laura ausfüllt, der Furcht in ihrer Stimme und ihrem Atmen, die Blicke, die Gesten. Ihre Laura soll gemeinsam mit ihrem Vater (Gustavo Alonso) das leere und verfallene Haus samt Garten aufräumen, das einem alten Freund der Familie (Abel Tripaldi) gehört. Lauras Vater schläft auf einem Sessel ein, während sie sich ein wenig im Haus umsieht; Kerzen und zwei Campinglampen sind ihre einzigen Lichtquellen, weil die Fenster mit Brettern zugenagelt sind. Dann hört Laura aus dem Obergeschoss, das sie wegen des kaputten Fußbodens nicht betreten sollen, seltsame Geräusche. Ihr Vater geht nachsehen und stürzt verletzt die Treppe herunter…

„La Casa Muda“ ist zurückhaltend mit Musik versehen, meist ist es ruhige Klaviermusik, ein paar Streicher spielen, in den spannenderen Momenten ist das auf einzelne Töne reduziert. Dann verdichtet sich auch der Ton, wird Lauras Atmen lauter, werden alle anderen Geräusche dumpf und unspezifisch, was die Bedrohlichkeit noch verstärkt. Als einmal das Licht ausgeht und Lauras einzige Lichtquelle das Blitzlicht einer Polaroidkamera ist, wird der Ton dafür umso schärfer.

Regisseur Gustavo Hernández hat mit „La Casa Muda“ einen unglaublich dicht gepressten Diamanten geschaffen, der bei den Filmfestivals in Sitges und Gérardmer für Auditorien in kollektiver Angststarre sorgte. Solche Erfolge haben in den USA für hinreichend Aufmerksamkeit gesorgt, so dass schon in der 2011er Ausgabe von Sundance das Remake „Silent House“ von Chris Kentis und Laura Lau zu sehen war. Die kritischen Reaktionen darauf waren durchaus positiv, und bedauernswert daran ist nur, dass dieses die Chancen zunichte gemacht hat, den kleinen Horrorfilm aus Uruguay nach der Auswertung auf dem Fantasy Filmfest 2010 noch einmal auf deutschen Leinwänden zu Gesicht zu bekommen.

>> verfasst von Rochus Wolff

80%
MovieMatt
geschrieben am 10.07.2012 um 15:16 Uhr
Eine atemberaubend bedrohliche Atmosphäre bietet das genannte "Silent House", und ja, die meiste Zeit des Films herrscht wirklich Stille. Plötzliche, laute Geräusche, Schatten, rätselhafte Fotos, Musik - alles deutet auf einen typischen Poltergeist hin, doch je länger der Zusher sich der durchdachten Story hingibt, desto klarer wird - hier steckt mehr dahinter, als einfach nur paranormale Aktivität. Mit einer überraschenden Wendung am Ende, gelungen Kameraeinstellungen, tollen schauspielerischen Leistungen und einigen Schreckmomenten weiß der Film zu überzeugen - allerdings nicht den abgebrühten Mainstream-Horrorfan sondern diejenigen, die auf anspruchsvollere Gruselkost Wert legen. Sehr zu empfehlen! (FSK ab 18 halte ich aber für weitaus zu streng bewertet, ab 16 wäre adäquat)
10%
Danny
geschrieben am 22.09.2011 um 10:37 Uhr
Also tut mir leid aber das ist son schlechter film, war echt enttäuscht ...was anfangs ziemlich spannend anfängt strengt irgendwann an weiter zu gucken.extrem leise alles so gut wie garkeine aktion ....und das ende war auch ziemlich merkwürdig.ok der film heisst "das leise haus" aber ich muss sagen es strengt an wirklich bis zum schluss ohne "ton" zu gucken und immer macht die frau das selbe und es passiert nie wirklich was. wenn jemand anders diesen film noch mal drehen würde ,könnte vielleicht doch noch noch was draus werden aber so...
10%
thelostdevil
geschrieben am 07.09.2011 um 10:39 Uhr
also ich muss mich ja echt langsam über eure bewertungen wundern....85% für diesen schund !!!?ich hab früher immer hier her auf die website gekuckt um mir gute filme zu besorgen, hab nach eurenbewertungen die filme ausgewählt....das werd ich nun glaub ich nicht mehr....da spart man sich geldund wertvolle zeit...tut mir echt leid es so direkt zu sagen...bin auch gespannt ob ich malwiederzensiert werde hier...
40%
lilalalumpum
geschrieben am 08.07.2011 um 18:12 Uhr
Kein einziger Schockeffekt?Gut er hatte nicht viele, besser gesagt für mich hatte er gerade mal 2 ^^Schöne Idee einen Film als Single-Shot-Movie zu drehen (falls es so heißt ^^), aber einfach zu lang. Die Hauptdarstellerin macht genau das was jemand in so einer Lage NICHT machen würde.Ich persönlich finde das Ende auch nicht gerade gelungen.Alles in Allem kann man sagen.Schöne Idee aber leider dafür zu lang und zu wenig Schockeffekte.
20%
Jimbob
geschrieben am 13.06.2011 um 16:38 Uhr
Für Horrorneulings ganz interessant, ansonsten nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte. Die "Spannung" die man aufbaunen möchte, verfliegt durch das naive und lächerliche Verhalten der Hauptdarstellerin, angesichs der offensichtlichen Bedrohung, im Nichts. Viel zu offensichtlich geht im Haus etwas unheimliches und bedrohliches vor, was aber leider allzu menschlich wirkt. Das angespannte aber gemütliche Umherschlendern im Haus passt da einfach nicht in die Handlung, nach der Geschichte mit dem Vater im Dachgeschoss... Dadurch wirke bei mir die Bedrohungskulisse nicht mehr authentisch.70 Minuten Langeweile und kein einziger Schockeffent, der nicht schon lange vorher durch Kameraführung und Musik angekündigt wird. Schade, um das verschenkte Potential.Was bleibt ist ein anerkennendes Nicken über die Technik, den Film in einem Take zu drehen und eine überzeugende Hauptdarstellerin, die ihre Naivität in der Handlungsweise durch die überzeugende schauspielerische Leistung ausgleicht.
100%
pan-o-rama
geschrieben am 08.06.2011 um 16:14 Uhr
was für ein film!!! ich bin ohne große erwartungen in den film gegangen und wurde mächtig überrascht. der film geht zwar nur knapp 75 min., aber ca 60 min. davon habe ich angst gehabt einen schreck zu bekommen. dieser film baut eine atemberaubende spannung auf und kommt ohne viel dialoge aus ( was nicht schlecht sein muss ). einziger kritikpunkt wäre die handlung, denn diese wird zum ende ein wenig unübersichtlich und teils verwirrend. nichtsdestotrotz hat dieser film mir meinen größten schreck einjagen können. dieser film fällt wohl in die rubrik, rec und paranormal activity, bei denen er durchaus mithalten kann ;) sehr empfehlenswert
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