Ein Jahrzehnt abseits des Mainstreams: Das Obscura Filmfest Berlin feiert sein 10-jähriges Jubiläum und kehrt für diesen Meilenstein vollständig in den traditionsreichen Berliner Zoo Palast zurück. Unter dem treffenden Motto „10 Years of Pure Genre Cinema“ positioniert sich das Festival einmal mehr als die ultimative, kompromisslose Alternative zum klassischen Drama-Einheitsbrei und bringt im Oktober ein wildes Programm auf die große Leinwand.
Den fulminanten Startschuss liefert in diesem Jahr die philippinische Horror-Anthologie Shake Rattle Roll: Evil Origins. Das Werk verbindet drei jeweils 50-minütige Episoden, die von Nonnen-Grusel über Zombies bis hin zu klassischem Slasher-Terror reichen. Letzterer wurde von Joey de Guzman inszeniert – ein alter Bekannter des Festivals, der hier 2022 mit Day Zero bereits den begehrten Publikumspreis abräumen konnte.
Ein echtes Highlight erwartet die Besucher im großen Saal 3: Der traditionelle „Gästeblock“ versammelt Filmemacher aus Deutschland, Großbritannien, Finnland und Tschechien, die ihre Werke persönlich vorstellen. Festliche Stimmung der blutigen Art kommt ebenfalls auf, denn das Obscura Filmfest Berlin zieht die Bescherung kurzerhand vor. Mit Dark Christmas steht ein brandneuer Weihnachts-Splatterhorror auf dem Plan, der mit bösen Spitzen gegen die Social Media-Welt austeilt.
Der Samstag steht zunächst im Zeichen der Kurzfilme. Den Anfang macht ein Galizien-Spezial in Kooperation mit dem spanischen Curtas Filmfest, gefolgt von den legendären „Fantastic Shorts“ – einer wie gewohnt feinsäuberlich selektierten Mischung aus Action, Wildheit und reichlich Gore.
Für das absolute Kuriosum des Festivals sorgt der Samstagabend. Wer mit einem gewöhnlichen Blockbuster rechnet, wird komplett überrascht: Mit Jamais Vu feiert ein Science-Fiction-Action-Spektakel aus dem Iran seine Premiere. Die herrlich abgedrehte Prämisse: Söldner vom Mond haben die Schwerkraft der Erde gestohlen. Wer nun seine Schwerkraft-Miete nicht pünktlich bezahlt, verliert den Boden unter den Füßen und wird in ein schwarzes Loch verbannt.
Zu später Stunde mutiert das Festival mit Human zur reinsten Midnight Madness-Veranstaltung. Das neueste Werk des Tonight She Comes-Regisseurs verwandelt sich im Laufe einer einzigen Nacht von einer ultrastylischen Erzählung in absoluten Gore-Irrsinn, der deutliche Anleihen an Tanz der Teufel 2 nimmt.
Nicht weniger intensiv geht es in The Dam zur Sache. Das Team hinter The Witch. Revenge schickt in diesem Kriegshorror ukrainische Soldaten in den Kampf gegen russische Zombies. Stilistisch bewegt sich der Streifen irgendwo zwischen Overlord und Resident Evil: Welcome to Raccoon City und verspricht jede Menge handgemachte Action.
Ein letzter Langfilm für das finale Line-up befindet sich aktuell noch in der Auswahl und wird im Laufe des Septembers enthüllt. Wer das gesamte Festival erleben möchte, sollte sich beeilen: Auf der offiziellen Website des Obscura Filmfests sind nur noch wenige Dauerkarten verfügbar. Der Vorverkauf für die Einzelkarten startet am 01. Oktober sowohl online als auch direkt an den Kinokassen.

©Obscura Filmfest Berlin