Biohazard – Chandler Riggs im Interview zu seinem Resident Evil 7-Kurzfilm-Hit!

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Manchmal wird der wahrhaftigste Horror abseits der großen Hollywood-Studios geboren. Während Constantin Film und Regisseur Zach Cregger im Kino mit ihrem millionenschweren Resident Evil-Reboot aktuell weltweite Kassenrekorde brechen, sorgt im Netz ein ganz anderes Projekt für Furore: Biohazard.

Der aufwendig produzierte Live-Action-Kurzfilm, der auf den nervenzerfetzenden Ereignissen von Resident Evil 7 basiert, hat in Rekordzeit die magische Marke von 2,4 Millionen Aufrufen pulverisiert.

Hinter der Kamera dieses viralen Hit-Garanten steckt kein Unbekannter: Chandler Riggs, der jahrelang als Carl Grimes in der AMC-Kultserie The Walking Dead gegen Beißer-Horden kämpfte.

Ein Liebesbrief an die Vorlage – und die nackte Angst vor dem Fankult

Wir hatten die exklusive Gelegenheit, uns mit dem sympathischen Filmemacher zu einem tiefgründigen Videointerview zusammenzusetzen. Dabei sprach Riggs erstaunlich offen über den immensen Druck der Fangemeinde, heimliche Hommagen an seine Zombie-Vergangenheit und seine ehrliche Bewunderung für das aktuelle Kinouniversum.

Für Riggs war das Projekt eine absolute Herzensangelegenheit, geboren aus dem Wunsch, den Spielern endlich das zu geben, woran Hollywood in der Vergangenheit oft scheiterte. «Ich liebe Zach Cregger und all die anderen Resident Evil-Filme, sie sind großartig», stellt der Regisseur im Interview ehrfürchtig klar. «Aber wir haben bisher nie eine Live-Action-Adaption bekommen, die – vielleicht nicht eins zu eins – aber extrem nah und treu an den Spielen ist.»

Doch genau diese bedingungslose Treue zur Vorlage brachte eine kreative Entscheidung mit sich, die Riggs schlaflose Nächte bereitete: das Gesicht des Protagonisten Ethan Winters zu zeigen. Während der Charakter in den Spielen Resident Evil 7 und Village stur in der Ego-Perspektive verbleibt und sein Antlitz stets im Verborgenen liegt, entschied sich Riggs für den Film bewusst für die Third-Person-Ansicht. Ein gewagter Schritt.

Die Baker-Familie ist los – schon wieder! ©Spooky Feet Films/Smooth Blend Films

Zigarren-Fabriken und ein heimliches The Walking Dead-Easter-Egg

«Ich war zu Tode verängstigt», gesteht Riggs mit einem Schmunzeln. «Die Fans sind extrem kritisch mit ihren Live-Action-Adaptionen. Ich war so nervös, dass wir eines der größten Mysterien der Spiele brechen. Ich habe einfach gehofft, dass wir den Rest so gut hinbekommen, dass die Leute uns etwas Nachsicht gewähren.»

Dass die Kulissen im fertigen Film – allen voran die berüchtigte Dinner- und Garagenszene – so unfassbar authentisch wirken, verdankt die Crew einem regelrechten Glücksgriff bei der Location-Suche. Riggs und sein Team sicherten sich die Erlaubnis der Enkelin des legendären Zigarrenmachers Arturo Fuente, dessen alte Fabrik kurz vor dem Abriss stand.

«Sie haben uns dort einfach komplett freie Hand gelassen», schwärmt Riggs. «Wir durften die Wände bemalen, die Hallen zerstören und völlig verrücktspielen. Wir hatten unglaubliches Glück.»

Baker-Familie statt Krankenhaus

Dieses Set nutzte der Regisseur prompt für eine ganz persönliche Hommage. Wie er uns im Gespräch verrät, basiert die atmosphärische Treppenszene, in der Ethan mit Streichhölzern durch die Dunkelheit schleicht, fast Shot-for-Shot auf dem legendären Pilotfilm von The Walking Dead, als Rick Grimes im verlassenen Krankenhaus erwacht.

«Wir haben das fast eins zu eins übernommen. Das dichte Herangehen an das Streichholz, der Schnitt in die totale Weite der dunklen Treppe – wir haben lediglich die Stimmung von Rick auf Ethan übertragen.»

Auch wenn Riggs mit Biohazard die Logikfehler des Spiels ausbügeln wollte – wie etwa eine extra eingebaute Szene, die erklärt, warum Ethan später überhaupt weiß, dass er abgetrennte Gliedmaßen mit Erste-Hilfe-Spray wieder anreißen kann –, war der Kurzfilm eigentlich nie als großes Franchise-Fundament gedacht.

Sprungbrett für Höheres: Folgt bald eine ganze Serie?

«Das Ziel war es nicht, daraus etwas Größeres zu machen. Es sollte mein persönliches Startfeld für meinen ersten abendfüllenden Spielfilm sein», erklärt der Filmemacher bodenständig.

Die Hoffnung auf mehr müssen Genrefans trotzdem nicht begraben. Auf die Frage, ob er bei einem entsprechenden Angebot bereitstünde, leuchten die Augen des Regisseurs: «Wenn sich irgendwie die Chance ergeben würde, daraus eine Serie oder einen Spielfilm zu machen – absolut! Ich wäre sofort dabei, wenn man mich ließe.» Ein Argument hat er nun definitiv auf seiner Seite: Er hat bewiesen, dass er Resident Evil nicht nur versteht, sondern fehlerfrei auf die Leinwand bringen kann.

Wer Chandler Riggs und seine Crew live erleben möchte, hat dazu bald die Gelegenheit: Am 29. Oktober 2026 lädt das Team zu einem exklusiven Screening ins historische Tampa Theatre, gefolgt von einem großen Panel auf der LA Comic Con am 01. November 2026.

©Spooky Feet Films/Smooth Blend Films

Geschrieben am 21.10.2026 von Carmine Carpenito
Kategorie(n): News