Moviebase It Comes At Night

It Comes At Night
It Comes At Night

Bewertung: 80%

Userbewertung: 85%
bei 87 Stimmen

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Originaltitel: It Comes At Night
Kinostart: 18.01.2018
DVD/Blu-Ray Verkauf: 25.05.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 25.05.2018
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Animal Kingdom, A24
Produktionsjahr: 2017
Regie: Trey Edward Shults
Drehbuch: Trey Edward Shults
Darsteller: Joel Edgerton, Kelvin Harrison Jr., Carmen Ejogo, Christopher Abbott, Riley Keough, Griffin Robert Faulkner, David Pendleton

Mit „Enemy“, „Under the Skin“, „Ex Machina“, „The Witch“ und „Green Room“ war die US-amerikanische Produktions- und Verleihfirma A24 in den letzten Jahren an einigen der interessantesten Horror- und Thriller-Arbeiten beteiligt. Schon deshalb durfte man gespannt sein, als die Independent-Schmiede den grimmigen Endzeitschocker „It Comes at Night“ ankündigte, der im April 2017 beim Overlook Film Festival seine Weltpremiere feierte und im Anschluss von vielen Kritikern positiv besprochen wurde. Erfreulicherweise entpuppen sich die Lobeshymnen in diesem Fall nicht als Auswüchse eines unreflektierten Hypes. Wer den im Januar 2018 hierzulande startenden Film auf der großen Leinwand genießen will, sollte sich allerdings bewusst sein, dass Trey Edward Shults („Krisha“) in seiner zweiten abendfüllenden Regiearbeit – passend zum Titel – vieles im Dunkeln lässt und eine diffus-brodelnde Stimmung in den Vordergrund stellt.

Die Zivilisation, wie wir sie kennen, gehört in „It Comes at Night“ nach einem nicht näher erläuterten Virus-Ausbruch der Vergangenheit an. Auf der Flucht vor der todbringenden Krankheit ziehen sich viele Menschen in die Wälder zurück. So auch der ehemalige Geschichtslehrer Paul (Joel Edgerton, „The Gift“), der zusammen mit seiner Ehefrau Sarah (Carmen Ejogo, „The Purge: Anarchy“) und seinem Teenagersohn Travis (Kelvin Harrison Jr., „The Birth of a Nation“) in einer abgelegenen Hütte lebt und den Schrecken der Epidemie von seiner Familie fernzuhalten versucht. Eines Nachts dringt jedoch ein Fremder namens Will (Christopher Abbott, „A Most Violent Year“) in die kleine Festung ein und behauptet, lediglich auf der Suche nach frischem Wasser zu sein. Nachdem Paul sichergestellt hat, dass der Mann nicht infiziert ist, bricht er mit dem Unbekannten auf, um dessen Frau und Kind zu holen, die angeblich in einiger Entfernung in einem Versteck warten.

Dass es in der Welt, die Shults beschreibt, ums nackte Überleben geht, ist schon in den ersten Szenen unübersehbar, wenn Paul und seine Liebsten Sarahs Vater Bud (David Pendleton, „Gotham“) töten und verbrennen müssen, da der Virus von ihm Besitz ergriffen hat. Schmerz und Entschlossenheit vermischen sich hier auf beklemmende Weise, womit der Film seinen moralisch ambivalenten Anstrich zum ersten Mal preisgibt. Drängende Fragen wirft „It Comes at Night“ freilich auch dann auf, als Will die Bühne betritt und den Schutzraum der Familie verletzt. Kann man dem Eindringling trauen? Hat er wirklich geglaubt, in ein leeres Haus einzubrechen? Oder führt er vielleicht Finsteres im Schilde? Nicht nur Paul wird von einer durchdringenden Skepsis befallen. Auch der Zuschauer hat das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen.

Der langsame Spannungsaufbau und die stetig wachsende Paranoia wecken Erinnerungen an Robert Eggers‘ großartigen Horrorbeitrag „The Witch“, der ebenfalls eine kleine, zurückgezogen lebende Gemeinschaft beobachtet und seinem Publikum eine stark eingeschränkte Perspektive aufzwingt. Während dort ein wahnhafter religiöser Eifer und eine Hexenmacht Angst und Schrecken verbreiten, bezieht Shults den Nervenkitzel aus der Furcht vor unbekannten Mitmenschen in einer Zeit, in der kleine Unachtsamkeiten den Tod bedeuten können. Plakative Schockeffekte kommen dankenswerterweise nur selten zum Einsatz, bevölkern in erster Linie die Albträume von Travis, dessen Verunsicherung und Verwirrung das Drehbuch immer wieder in den Blick nimmt.

Unbehagen erzeugt „It Comes at Night“ mit einfachen, aber ungemein wirkungsvollen Mitteln – etwa langsamen Kamerafahrten durch die Gänge der sorgsam verbarrikadierten Waldhütte, einem dissonanten, unter die Haut gehenden Sounddesign und einem gekonnten Spiel mit kleinen Lichtquellen und der umfassenden Dunkelheit. Dass das Geschehen den geduldigen Betrachter in den Bann zieht, liegt nicht zuletzt an den intensiven Darbietungen der Schauspieler, wobei neben dem gewohnt souveränen Joel Edgerton vor allem Kelvin Harrison Jr. hervorsticht. Wer sich darüber ärgert, dass lange Zeit nur wenig Handfestes geschieht, darf sich auf ein knackig-dramatisches Finale freuen, das einem angesichts einiger brutaler Entscheidungen durchaus den Atem raubt. Im Meer der hastig heruntergekurbelten, schablonenhaften Genrewerke ist Shults‘ intimer, pessimistischer Paranoia-Thriller eine wohltuende Abwechslung und macht Lust auf weitere abgründige Visionen des jungen Filmemachers.

>> von Christopher Diekhaus

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