Moviebase Prospect

Prospect
Prospect

Bewertung: 70%

Userbewertung: 69%
bei 20 Stimmen

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Originaltitel: Prospect
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 26.07.2019
DVD/Blu-Ray Verleih: 26.07.2019
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 96 Minuten
Studio: Depth of Field, Ground Control, BRON Studios
Produktionsjahr: 2019
Regie: Christopher Caldwell, Zeek Earl
Drehbuch: Christopher Caldwell, Zeek Earl
Darsteller: Pedro Pascal, Jay Duplass, Sophie Thatcher

Science-Fiction-Filme brauchen ein Feuerwerk an Spezialeffekten und ein prächtiges, gigantisches Szenenbild, um den Zuschauer in ihre Welt hineinzuziehen. Dass diese weit verbreitete Vorstellung dramatisch übertrieben ist, haben schone einige Regisseure eindrucksvoll bewiesen. Duncan Jones beispielsweise lieferte 2009 mit seinem Debütwerk „Moon“ ein in weiten Teilen intensives Kammerspiel ab, das ohne spektakuläre Schauwerte auskommt. Ähnlich pfiffig präsentieren sich auch Christopher Caldwell und Zeek Earl bei ihrer ersten abendfüllenden Arbeit „Prospect“, die auf ihrem eigenen, gleichnamigen Kurzfilm basiert. Trotz offenkundig begrenzter Mittel bringt das Duo eine atmosphärisch arrangierte Survival-Story ins Rollen, die auf einem geheimnisvollen Himmelskörper angesiedelt ist.

Gemeinsam mit ihrem Vater Damon (Jay Duplass, „Transparent“) führt die Teenagerin Cee (Sophie Thatcher, „The Exorcist“) auf der Suche nach Bodenschätzen ein Nomadenleben im All, das sie gerne so schnell wie möglich beenden würde. Eines Tages landen die beiden, begleitet von technischen Problemen, auf einem abgelegenen Mond, für den sie umfangreiche Schürfrechte erworben haben. Ziel ihrer Reise ist eine besonders ergiebige Abbaustelle. Auf dem Weg dorthin begegnen sie in den Tiefen eines toxischen Waldgebietes jedoch dem zwielichtigen Ezra (Pedro Pascal, „Game of Thrones“) und seinem schweigsamen Begleiter (Luke Pitzrick), die ebenfalls im großen Stil Edelsteine ernten wollen. Die Konfrontation mit den Fremden bringt Cee schließlich in eine denkbar brenzlige Lage.

Caldwell und Earl, die gemeinsam auch das Drehbuch schrieben, machen es dem Betrachter anfangs alles andere als leicht. Unvermittelt schleudern uns die Filmemacher in das Geschehen hinein und streuen nur sehr zögerlich Hinweise auf die Mission von Cee und ihrem Vater aus. Wo genau sie sich befinden, was sie suchen und woher sie kommen, erschließt sich, wenn überhaupt, nur schrittweise. Mit ausführlichen Erklärungen hält sich „Prospect“ auch im Folgenden zurück und weitet den Blick auf die fremdartige Welt lediglich sporadisch, was gewiss nicht jedem schmecken dürfte. Der intensiven Wirkung der figurentechnisch überschaubaren Science-Fiction-Geschichte tut dies allerdings keinen großen Abbruch.

Etwas Geduld sollte man dennoch mitbringen, da sich der Film nicht über pausenlose Spannungsszenen und Actionmomente definiert. Im Mittelpunkt steht vielmehr die von Misstrauen und Angst geprägte Beziehung der Protagonisten, die das Skript an manchen Stellen noch etwas gründlicher hätte ausarbeiten können. Plot- und Charakterzeichnung sind sicherlich nicht preisverdächtig, aber doch reizvoll genug, um anhaltendes Interesse zu wecken. Nach etwas mehr als einer halben Stunde gibt es einen Paukenschlag, der für den Fortgang ganz bestimmte Erwartungen schürt. Nur wenig später werden diese allerdings schon unterlaufen. Dass die weiteren Entwicklungen den Zuschauer nicht kalt lassen, ist vor allem den engagiert aufspielenden Hauptdarstellern zu verdanken.

Das größte Lob gebührt jedoch den Regisseuren, die ihr schmales Budget erstaunlich clever einzusetzen wissen. Fehlendes Geld für ausgeklügelte Effekte kompensieren Caldwell und Earl bei der Bruchlandung auf dem lebensfeindlichen Mond etwa, indem sie das Ganze aus dem Inneren der Transportkapsel filmen und die technischen Probleme durch heftige Erschütterungen simulieren. Während in der Zukunft spielende Hollywood-Blockbuster häufig ein steriles, hypermodernes Szenenbild entwerfen, zeigt uns „Prospect“ – ähnlich wie das im Mai 2019 in den deutschen Kinos angelaufene Weltraumdrama „High Life“ – abgenutztes, veraltetes Equipment und Anzüge mit deutlichen Gebrauchsspuren. Unabdingbar für die flirrend-mysteriöse Ausdruckskraft des Films sind zweifelsohne die verwunschenen Impressionen des urwüchsigen Schauplatzes (gedreht wurden die Außenszenen im Hoh Rainforest im US-Bundesstaat Washington), durch den ständig kleine, giftige Staubpartikel schwirren. In puncto Optik und Stimmung stechen Caldwell und Earl so manches höherpreisiges Science-Fiction-Abenteuer aus.

>> von Christopher Diekhaus

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