Escape Setbesuch - von Angela Berroth.

 

Dass ein guter Horrorfilm nicht unbedingt Spielfilmlänge haben muss, wird jedes Jahr bei den Shocking Short Awards bewiesen, wo Kurzfilme aller Genres von Jungtalenten vorgestellt werden. Auch in diesem Jahr wurde fleißig produziert. Mit ihrem Regiedebüt Escape hat Julia Zimanofsky allem Anschein nach gute Chancen, den begehrten Preis für sich und ihr Team zu vereinnahmen.

Escape ist eine Co-Produktion der Senator Entertainment AG und Julia Zimanofsky. Der Film wird über Autobahn vermarktet. Dieses Label hat sich bereits fest am Markt etabliert, unter der Prämisse, vorrangig kontroverse Filme wie Hard Candy oder Brick in die deutschen Kinos zu bringen. Es ist geplant, Escape im Rahmen einer Kurzfilmreihe über Senator zu veröffentlichen – über einen Termin liegen uns jedoch noch keine Infos vor. Julia Zimanofsky bestätigte, dass Escape bis Ende des Jahres fertiggestellt sein soll und die weitere Vermarktung dann in die Hände von Senator / Autobahn fällt.

Bei Escape war das Boot mit erstaunlichen Jungtalenten vollgestopft, die uns in den kommenden Jahren sicher noch öfter begegnen. Angefangen bei der Besetzung der Hauptdarsteller Theresa Scholze und Alexander Gamnitzer, welche mir am Set als sehr sympathische Menschen begegneten. Theresa haben wir schon in den verschiedensten TV-Produktionen wie 2 Engel für Armor (hierfür wurde sie sogar für den Adolf-Grimme-Preis 2007 nominiert), Popp dich schlank, Der letzte Zeuge (Auszeichnung mit dem Telestar 1998) bewundern können; Alexander haben wir in Serien wie Hammer und Hart, Hinter Gittern oder Alphateam auf den Bildschirmen unserer heimischen Fernseher gesehen. Doch nicht nur der Cast ist erstklassig, auch der Rest der Crew wurde aus den ersten Reihen der Branche geholt. Studenten-Oscar-Gewinner Felix Novo de Oliveira, bekannt durch Nimmermeer, führte die Kamera, Produktionsdesigner Jörg Möhring (Rohtenburg) sorgte dafür, dass auch der Rest vom Bild perfekt ist. Für das richtige Make-Up war der angesehene Artist Georg Korpas (Traumschiff Surprise und Tattoo) verantwortlich. Den Schnitt übernahm Florian Höger (Be.Angeled) und für die Regie zeichnete die bereits erwähnte Debütantin Julia Zimanofsky verantwortlich, die auch für das Drehbuch zu diesem Film verantwortlich war.

Nachdem dann alle Vorbereitungen getroffen waren, fiel am 31.08.2007 in Tutzing bei München die erste Klappe zu Escape. BlairWitch.de war für Euch exklusiv am Set zugegen und so hatte ich die Ehre, den Profis bei ihrer Arbeit über die Schulter blicken zu können und ihnen vor Ort sogar die eine oder andere Frage zu stellen. Es war wirklich ein aufregendes Erlebnis. Dies ist es, was ich Euch über meinen Besuch am 05.09.2007 auf dem Set erzählen kann:

 

Es war ein ziemlich windiger, kalter und vor allem regnerischer Tag, als ich mich in Richtung München aufmachte. Etwa eine Autostunde von der bayrischen Metropole entfernt, mitten im Nirgendwo, habe ich das Team von Senator dann endlich gefunden. Die großen Transporter, in denen das Equipment verstaut war, waren bereits aus großer Entfernung zu sehen. Was man an dieser Stelle noch erwähnen sollte: Es stand ein Außendreh auf dem Plan und das bei diesem Wetter! Aber wer ahnt bei der monatelangen Planung schon, dass es Anfang September bereits so aussieht wie im tiefsten Herbst? Hinter einigen Hügeln und Feldern versteckt, wurde dann unter Schwerstbedingungen gedreht. Nachdem ich mich als Presseangehörige outete, wurde ich zu der Regieassistentin Irina Lohmann gebracht, mit der ich gemeinsam den Besuch organisierte. Sie brachte mich zu Julia Zimanofsky, der Regisseurin von Escape, die mich sofort sehr freundlich empfing und mir grob erklärte, was gerade vor sich ging.

 

Und nun war ich mittendrin. Um mich herum Equipment mit einem Wert, den ich kaum zu schätzen wagte, unzählige Leute, die für das richtige Licht, den Ton und die Requisite sorgten, in Jacken, Moonboots und Decken eingepackte Schauspieler und vermeintliche SEK- Männer, bei denen es fast schon schade war, dass sie während des Drehs schwarze Masken trugen. Es fiel auf, dass jede Person in den Pausen Süßigkeiten und Käsebrötchen aß und Becher für Becher heißen Kaffee oder Tee trank, was bei dem Wetter aber auch mehr als verständlich war. Auch wenn das Bild im Kopf wesentlich einfacher aussieht, ein Filmdreh ist harte Arbeit und fordert von einem Mitwirkenden jede Menge Energie. Das Catering am Set ist also, entgegen der landläufigen Meinung, nicht nur Luxus, sondern eher eine Notwendigkeit, um alle Anwesenden, und das sind nebenbei gesagt viele Menschen, auf einem arbeitsfähigen Level zu halten.

 

Bei der Arbeit wurde sehr freundschaftlich, aber dennoch professionell miteinander umgegangen. Nicht nur die Crew kam an ihre Grenzen, auch das Equipment hatte schwer zu kämpfen. Und trotzdem wurde die Szenerie Take für Take auf 35mm gebannt. Nach kurzer Zeit stand ich völlig durchnässt mit meinem Block und meiner Kamera da, konnte meine Finger kaum mehr spüren und bekam vom Frieren schon richtige Krämpfe im ganzen Körper. Doch ich war schließlich nicht allein. Für die, die gerade Drehpause hatten, gab es leider auch kaum eine Möglichkeit, sich vor dem Wetter zu schützen, da die wenigen Autos und Laster vor Ort bis zum Rand mit Equipment bestückt waren oder als Maske Verwendung fanden. Und das niemand im Auto sitzen sollte, wenn die Kamera einen Schwenker machte, ist ohnehin klar. Also wurden die, die wenigstens für kurze Zeit einen Platz ergattern konnten, schwer beneidet. Auch wenn sie meist zu den Glücklichen gehörten und auch sonst bei jeder Gelegenheit in mehrere Lagen Kleidung gehüllt waren, konnten mir die Protagonisten Theresa Scholze und Alexander Gamnitzer wirklich leid tun. Wenn sie eine Szene zu drehen hatten, mussten sie dies leicht bekleidet tun. Theresa trug nur ein kurzes Trägerkleidchen und Alexander ein ärmelloses T-Shirt mit Hose, vom barfüßigen Auftreten ganz zu schweigen.

 

Als Einführung gab es die Probe einer Sequenz, die direkt danach zum Dreh freigegeben wurde. Theresa flüchtete in dieser über ein verlassenes Feld und stolperte vor einem herannahenden Auto. Dabei wurde klar, dass es gar nicht so leicht ist, bei einem 360 Grad Schwenk der Kamera alles und jeden zu verstecken, der nicht im Bild auftauchen sollte. So musste natürlich auch ich mich verstecken. Genau genommen kniete ich mit ein paar Crewmitgliedern im Dreck hinter zwei silbernen BMW, welche wohl als Polizeiautos dienen sollten, bis die Szene im Kasten war. Danach konnte ich endlich näher an das Geschehen und stand direkt nebenan, als Theresa Scholze eine Frau (Beate Malkus) im elfenbeinfarbenen Oldtimer um Hilfe anflehte.

 

Es wurde gedreht, bis die Sonne nicht mehr als lichtspendendes Element dienen konnte und alle folgenden Bilder unterbelichtet geworden wären. Trotz des straffen Drehplans fehlte am Ende des Tages noch Material. Eine Diskussion entbrannte, wie dieses Problem zu beheben sei. Nach endgültigem Drehschluss wurde dann alles zügig zusammengepackt und danach geschaut, dass alle Mitglieder schnell in die Unterkünfte kommen, damit auch jeder ein wenig Schlaf und Erholung bekommt, schließlich stand am nächsten Tag wieder ein harter Dreh auf dem Plan. Und so machte auch ich mich in meinem warmen Auto endlich wieder auf den Weg nach Hause.

 

Ein wenig darf ich sogar bereits verraten:

Es geht um eine junge Frau, die plötzlich in einer Art Gefängnis aufwacht und ihrem Versuch von dort zu entkommen. Der Ort, an dem sie sich befindet, ist kein Gefängnis. Eher ein Folterkeller, in dem ihr schnell klar wird, dass sie nur zwei Möglichkeiten hat: Fliehen oder sterben. Doch kaum hat sie ihren Verfolger abgehängt, stellt sich heraus, dass der wahre Horror in ihr selbst schlummert.

 

Escape soll einen ganz eigenen Stil bekommen. Julia Zimanofsky erzählte mir am Set, dass das gedrehte Material am Computer noch einmal komplett überarbeitet werden soll. Das ist wohl oder übel auch von Nöten, wenn man das scheußliche Wetter aus den Bildern verbannt haben möchte. Außerdem soll die Farbgebung in etwa der von „Sieben“ gleichen und aufwändig geschnitten werden. Wir können uns also auf einen kurzen, aber nicht weniger spannenden Psycho-Thriller mit außergewöhnlichen Bildern freuen!





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