Und wenn man Ende doch kein Schnee fällt? Was deutschen Autofahrern ein wohliges "zum Glück" abringt, hätte für Andreas Prochaska, seines Zeichenes Regisseur des österreichischen Horror-Thrillers In 3 Tagen bist Du tot 2 und dessen Vorgänger, schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können. In unserem exklusiven Interview spricht der Filmemacher über die Probleme bei der Produktion im eisigen Umland, den Erfolgsdruck von Außen und den Genrefilm im deutschsprachigen Raum. Das Gespräch findet sich im Anhang dieser Meldung. „Nina! Hilf mir! Schnell!“. Zum ersten Mal seit anderthalb Jahren hört Nina Monas Stimme wieder. Nina wollte allen Erinnerungen an jenen schrecklichen Sommer entfliehen, durch den nächtlichen Anruf wird sie aber schlagartig von der Vergangenheit eingeholt. Mona braucht Hilfe. Als Nina beginnt ihre Freundin zu suchen, scheint diese verschwunden. Monas Spuren führen nach Tirol, hin zu einem einsam gelegenen Gasthof in den Bergen. Entgegen aller Warnungen macht Nina sich dorthin auf, und für sie beginnt ein Albtraum in Schnee und Eis.

Im Interview - Andreas Prochaska

Herr Prochaska, Sie kommen aus einem soeben beendeten Urlaub. Waren die Dreharbeiten sehr anstrengend?

Die Dreharbeiten waren in vielerlei Hinsicht anstrengend, vor allem der tägliche Blick in den Himmel, kommt endlich Schnee? Letztlich hatten wir aber großes Glück, denn abgesehen von einer Hauptdarstellerin mit einem 3 Monate alten Kind, hätte bei der Produktion sehr viel schief gehen können (kein Schnee, zuviel Schnee, Lawinen, Lagerkoller, etc.) aber wir haben das Programm innerhalb der Zeit und des Budgets geschafft.

Bereits im Vorfeld der Dreharbeiten zu "In 3 Tagen bist Du tot" haben Sie mit Allgro Film gearbeitet. War es im Nachhinein schwierig, die Verantwortlichen für dieses außergewöhnliche Vorhaben zu begeistern?

Helmut Grasser (der Produzent) und ich haben Sprösslinge, die gerne ins Kino gehen, und wir haben festgestellt, dass für die in Österreich keine Kinofilme gemacht werden. Meine Leidenschaft für Genrefilme und sein Bedürfnis nach einem Film, der auch Chancen an der Kinokasse hat, haben schließlich zu der Entstehung von „In 3 Tagen bist Du tot“ geführt. Insofern hab ich keine Schwierigkeiten gehabt, ganz im Gegenteil.

Ein österreichischer Genrefilm: Welches Feedback brachten Ihnen Kollegen aus Österreich und die Presse entgegen, als die Idee realisiert wurde?

Positives Feedback gab es in erster Line vom Team und allen, die im Umfeld mit dem Film beschäftigt waren. Selbst die Leute im Kopierwerk waren froh mal anderes Material zu entwickeln. Der Film hat trotz endloser Drehzeiten bei allen Beteiligten sehr viel Energie freigesetzt, man konnte Dinge machen, die hierzulande noch keiner versucht hat. Eigentlich hatte ich erwartet, dass mich die Presse schlachten wird, aber das Gegenteil war der Fall. Die Mischung aus Genre und Authentizität hat offenbar einen Nerv getroffen.

Würden Sie grundsätzlich sagen, dass die Finanzierung eines deutschsprachigen Horrorfilms mehr Vorarbeit erfordert als beispielsweise die einer Komödie?


Der Produzent hat sich schon ziemlich ins Zeug legen müssen, um die Geldgeber zu überzeugen, die vor allem skeptisch waren, ob man so einen Film mit einer gänzlich unbekannten Besetzung und so wenigen Mitteln überhaupt realisieren kann. Beim zweiten Teil war es dann erheblich einfacher.

Hat Sie der Erfolg an den heimischen und deutschen Kinokassen überrascht?

In Deutschland lief der Film leider unter Ausschluss der Öffentlichkeit, was aber meiner Ansicht nach auch an einer verfehlten Verleihstrategie lag. Man hätte den Film lokal, vor allem in Bayern, ordentlich bewerben sollen, anstatt in jeder deutschen Großstadt eine Kopie zu starten, noch dazu völlig ohne PR.

Der Erfolg in Österreich hat mich allerdings schon überrascht. Vor allem, weil ich im Vorfeld Internetpostings gelesen habe, wie „das ist aus Österreich, das kann ja nix sein....“. Das Problem liegt auch in der generellen Wahrnehmung des österreichischen Films, vor allem beim jüngeren Publikum. Die Kids empfinden die Marke Ö eher als Warnung. Das erste Wochenende war auch trotz guter Werbung eher flau, aber dann setzte Mundpropaganda ein, die den Film zur erfolgreichsten österreichischen Produktion 2006 machte.

 
Würden Sie sagen, dass der gesprochene Dialekt in Deutschland ein Problem darstellte?

Natürlich ist der österreichische Dialekt ein Problem in Deutschland, vor allem jenseits des „Weißwurstäquators“. Das ZDF hat den Film gekauft und teilweise synchronisiert. Ich hoffe, ich muss das nie hören. Mir war aber auch nicht bewusst, dass man im Norden den Dialekt als komisch empfindet. Wobei, wenn ich mir vorstelle, ich müsste mir einen Genrefilm in sächsisch anschauen, dann hätte ich wahrscheinlich auch so meine Schwierigkeiten. Der Film war aber für ein österreichisches Publikum konzipiert, und da ist mir Sprache als Teil der Identität sehr wichtig. Nur unter dem Aspekt hatte das Projekt für mich überhaupt Sinn. Die Kombination Dialekt und Genre war natürlich ein Experiment, und in Österreich hat das ja gut funktioniert.

Was erwartet die Kinogänger mit "In 3 Tagen bist Du tot 2"? Mehr Effekte, mehr Blut, mehr Österreich?


Ich habe von vornherein gesagt, dass ich das Sequel nur mache, wenn es eine eigenständige Geschichte ist. Ein zweiter Teil nach dem Prinzip "more of the same" hätte mich nicht interessiert. Es wird kein irrer Killer auftauchen, der neue Kids metzelt. Ich hoffe, das Publikum mit dem neuen Film auf jeden Fall zu überraschen.

Es war zu lesen, dass Sie im Sequel verstärkt auf Elemente des Mystery-Kinos setzen wollen. Entspricht dies der Wahrheit oder bleibt die Funktion als Slasher erhalten?


Das Sequel ist eine Reise ins Herz der tiroler Finsternis. Es ist eine Mischung aus Mystery, Road Movie und Survival Horror, definitiv kein klassischer Slasher.

 

Ihr Sequel soll bereits im Herbst in die österreichischen Kinos kommen. Wächst der persönliche Druck, wenn die Zeit bis zur Fertigstellung verkürzt wird?

Der Kinostart wird im Jänner 2008 stattfinden, die Fertigstellung läuft unter normalen Bedingungen ab. Beim ersten Film war die Schnittphase länger, da wir noch einen Drehtag im Winter hatten (für das Flashback). Grundsätzlich hab ich es ganz gerne, wenn ein wenig Druck vorhanden ist, da ich keiner bin der ewig rumbastelt.

Nehmen wir an, ein amerikanisches Studio würde Sie um eine Neuverfilmung für den US-Markt bitten. Würden Sie, ähnlich wie zuletzt bei Funny Games geschehen, zustimmen?


Kann ich so nicht sagen. Wenn, würde ich es nur machen, falls ich was Neues ausprobieren kann. Ein 1zu1 Remake, wie es Michael Haneke gemacht hat, wäre nichts für mich.

Wie wurde der Film von internationalen Filmeinkäufern aufgenommen?

Für einen kleinen österreichischen Genrefilm sehr gut. Der Film wurde in über 30 Länder verkauft und war auch auf diversen Festivals vertreten (Locarno, Karlsbad,...)

Was können wir nach "In 3 Tagen bist Du tot 2" als Regisseur oder Autor von Ihnen erwarten? Womöglich eine Trilogie, wie im Falle von "Scream"?

Wenn es eine gute Idee für eine Fortsetzung gibt, warum nicht? Müsste aber wieder ganz anders sein. Aber eigentlich würde ich gern eine Komödie drehen.

>> Interview von Torsten Schrader




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