One Way Trip 3D
3D boomt. Spätestens seit den Erfolgen von „The Final Destination“ und „Resident Evil: Afterlife“ wird die 3D Technologie immer häufiger in Produktionen aus dem Genre des fantastischen Films eingesetzt. Dass allerdings nicht nur Hollywood dazu in der Lage ist, dieses Format auch konsequent einzusetzen, beweist aktuell das Schweizer Produktionshaus HesseGreutert Film, die diesen Plan bereits seit einigen Jahren verfolgten und nun umsetzen. Mit Produktionskosten von etwas über drei Millionen Schweizer Franken gehört der Slasher „One Way Trip 3D“ zu den aufwendigsten Produktionen aus unserem Nachbarland. Als Verleiher konnte schon im Vorfeld Ascot Elite gewonnen werden, welcher bereits für den CH-Kinostart des Sci-Fi-Thrillers „Cargo“ verantwortlich zeichnete und auch schon „My Bloody Valentine 3D“ erfolgreich in Schweizer Lichtspielhäusern auswertete. Anders als wie bei „Cargo“ von Ivan Engler soll es „One Way Trip 3D“ allerdings auch in die deutschen Kinos schaffen.

Im Gegensatz zu Filmen wie „Piranha“, „Clash of the Titans“ oder auch „Alice in Wonderland“ wurde das 3D bei „One Way Trip 3D“ gleich von Beginn an eingesetzt. Während also unzählige Produktionen aus Hollywood erst nachträglich konvertiert werden müssen, wurde die Technologie bei „One Way Trip 3D“ bereits bei den offiziellen Dreharbeiten angewandt. Doch nicht nur die Tatsache, dass es sich um die erste Produktion aus der Schweiz handelt, die diese Technologie nutzt, macht den Film interessant. So konnte für die Regie Filmemacher Markus Welter verpflichtet werden, der bereits für „Im Sog der Nacht (ebenfalls eine Zusammenarbeit mit HesseGreutert Film)“ verantwortlich zeichnete. Und auch vor der Kamera posieren bekannte Gesichter aus dem deutschsprachigen Raum. So verkörpert Melanie Winiger, die ehemalige Miss Schweiz, einen mysteriösen Killer, während sie in Filmen wie „Achtung fertig Charlie“ und „Breakout“ eher in Komödien und Dramen anzutreffen war. Die Rolle des Sympathieträgers ging an Sabrina Reiter, Kennern des Horror-Genres vor allem bekannt aus der österreichischen Slasher-Produktion „In 3 Tagen bist du tot“. In weiteren Rollen agieren zudem Herbert Leiser aus „Sommervögel“ und Martin Loos, der im Sequel „In 3 Tagen bist du tot 2“ mit von der Partie war.


Slasher waren vor allem in den Neunziger-Jahren im Trend. So hat speziell die „Scream“ Trilogie von Wes Craven und „I Know What You Did Last Summer“ von „The Vampire Diaries“-Schöpfer Kevin Williamson in diesem Bereich neue Maßstäbe gesetzt. Doch nach dem Jahr 2000 wurde es wieder etwas ruhiger um das einst beliebte Sub-Genre und es war eher der Bereich Torture Porn gefragt, der Filme wie „Saw“ und Hostel“ nach sich zog. Heute, wenige Monate oder Jahre nach erfolgreichen Horror-Neuauflagen wie „Freitag der 13.“ oder „A Nightmare on Elm Street“, scheint der Slasher beim Publikum wieder verstärkt ins Rampenlicht gerückt zu sein. Doch was erwartet Anhänger aus dem Genre des fantastischen Films mit „One Way Trip 3D“?

In „One Way Trip 3D“ fahren Valerie und ihre Freunde in den Kanton Jura in der Schweiz. Mit im Gepäck: Proviant und Zelte für eine aufregende und unvergessliche Zeit. Doch der eigentliche Grund des Ausflugs ist ein völlig anderer. Die Rede ist vom Spitzkegeligen Kahlkopf, einem kleinen Pilz mit großer Wirkung. So verschwimmt nach der Einnahme die Realität und Betroffene befinden sich für mehrere Stunden auf einem fantastischen Trip, von dem sie sich so schnell nicht mehr erholen. Doch es soll nicht dabei bleiben, denn als einer ihrer Freunde mit Blut verschmiert vor ihnen zu Boden fällt und sie feststellen, dass ihre Telefone nicht mehr funktionieren und eiskalte Psychopathen hinter ihnen her sind, nimmt der wahre Horror seinen Lauf. Werden Valerie und ihre Freunde rechtzeitig entkommen können, oder war die Reise in den Kanton Jura ihr letzter Ausflug?


Im November 2010 wurden die Dreharbeiten nach Schlossrued im Kanton Aargau verlegt. BlairWitch.de war mit der freundlichen Genehmigung von HesseGreutert Film für einen Tag live vor Ort, um sich schon jetzt einen ersten Eindruck vom Schweizer Slasher zu verschaffen. An diesem Tag beziehungsweise Abend standen Nachtdrehs auf dem Plan, die unter anderem auch Szenen aus dem finalen Showdown thematisierten und das Finden der Pilze für die Protagonisten in der Geschichte demnach keine Priorität mehr dargestellt hat. Also mache ich mich am frühen Abend auf den Weg nach Schlossrued, um der Crew bei der Arbeit über die Schultern zu blicken.

Bevor ich das Set betreten darf, melde ich meine Ankunft beim Set-AL Fabian Reber an, der mich daraufhin direkt abholt und vor die Scheune begleitet – dem offiziellen Set von „One Way Trip 3D“.

Ich werde umgehend zu Maja Sánchez Ruiz, der Assistentin bei HesseGreutert Film, begleitet, die mich gleich mit den Produzenten Valentin Greutert und Simon Hesse vertraut macht.

Zum Zeitpunkt meiner Ankunft wird vor der (noch nicht brennenden) Scheune bereits eine Szene des Films gedreht. So liefert sich Filmbösewicht Herbert Leiser mit einem der Jugendlichen einen erbitterten Kampf. Kaum ist die Szene im Kasten, werde ich auch schon von Regisseur Markus Welter begrüßt. Die gedrehten Aufnahmen lassen sich anschließend auf einer Kamera vor dem Geschehen begutachten. Allerdings nur in 2D. In 3D lässt sich das bereits vorhandene Material dann auf Monitoren ansehen, die sich in einem externen Wagen befinden. Doch dazu gleich mehr.

Während nun bereits die weiteren Vorgänge diskutiert und die Darsteller einer nochmaligen Make Up-Auffrischung unterzogen werden, begleite ich Maja Sánchez Ruiz in einen anderen Raum, in dem ich mich unter anderem mit Sabrina Reiter, Melanie Winiger, Herbert Leiser und Simon Hesse zum Gruppeninterview treffe. Die ausführlichen Gespräche präsentieren wir Euch im Laufe der nächsten Wochen in der weiteren Berichterstattungen zu „One Way Trip 3D“.


Im offiziellen Interview verriet mir Schauspielerin Melanie Winiger, dass die Rolle der Marlene nicht nur wegen dem für sie eher untypischen Genre eine schwierige Herausforderung darstellt, sondern auch vom Körper sehr viel Einsatz gefordert wird. Dass dem tatsächlich so ist, zeigt sich bereits eine Stunde später, als die Schauspielerin gemeinsam mit Sabrina Reiter vor der Kamera agiert. So liefern sich die beiden Hauptdarstellerinnen in einer Szene einen solch deftigen Kampf, dass es allein schon vom Zusehen schmerzt. Voller Körpereinsatz!

Es wird immer später und dadurch auch deutlich kälter. Der perfekte Zeitpunkt also, ein kleines Feuer ins Leben zu rufen. Für eine bestimmte Szene wird das Set von „One Way Trip 3D“ von einem Augenblick zum anderen in ein kleines Feuerfest verwandelt. Was in dieser spannenden Sequenz allerdings genau passiert, sei an dieser Stelle nicht verraten…

Aber zurück zum 3D: Während das Set brennt, darf ich in Begleitung von Maja Sánchez Ruiz in den Wagen, in dem sich die gedrehten Szenen bereits in 3D begutachten lassen. Präsentiert werden uns die einzelnen Sequenzen von Christian Meyer. Also Brille auf, ähnlich der im Kino, und los gehts! Nacheinander werden mir diverse Sequenzen präsentiert – unter anderem auch solche, wo das Element Feuer ebenfalls bereits zum Einsatz kam. Schon hier lässt sich an einigen Stellen erahnen, welche Momente im Kino in 3D sehr gut funktionieren könnten. Allerdings wird nicht alles ausschliesslich auf diese eine Technik reduziert, so wie es bei 3D-Produktionen sehr häufig geschieht. Stattdessen werden diese Momente viel eher durch den Handlungsverlauf und dessen Wendungen getragen und ausgelöst.

Und während draußen weiterhin intensiv an den letzten Szenen gearbeitet wird, mache ich mich noch vor Mitternacht auf den Rückweg und lasse ein Team zurück, das noch bis in die frühen Morgenstunden durcharbeitet. Die detaillierte Handlung zu „One Way Trip 3D“ wird aktuell noch unter Verschluss gehalten. Erwarten darf man jedoch einen aufwendig inszenierten Slasher ohne konvertiertes 3D. In weiteren Berichterstattungen präsentieren wir Euch unter anderem, was Melanie Winiger und Sabrina Reiter zu ihren Rollen und der modernen Technologie zu sagen haben. „One Way Trip 3D“ als qualitative Genre-Hoffnung für den deutschsprachigen Raum? Wir bleiben am Ball…

>> verfasst von Carmine Carpenito




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