Moviebase Dracula 3D

Dracula 3D
Dracula 3D

Bewertung: 35%

Userbewertung: 46%
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Originaltitel: Dracula 3D
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 28.08.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 110 Minuten
Studio: Enrique Cerezo Producciones Cinematográficas S.A.
Produktionsjahr: 2012
Regie: Dario Argento
Drehbuch: Bram Stoker, Antonio Tentori
Darsteller: Rutger Hauer, Gabriele Lavia, Marta Gastini, Asia Argento, Miguel Angel Silvestre, Miriam Giovanelli

Dario Argentos Niedergang vom psychedelischen Großmeister des Eurotrash-Films der 70er zum stümperhaften Direct-To-Video-Amateur ist mittlerweile beinahe sprichwörtlich geworden. Über herzlose Machwerke wie “The Card Player“ oder “Giallo“ ließ sich hervorragend spotten und gleichzeitig verwundert den Kopf schütteln: Was ist nur mit dem nur Mann passiert? Der Kultstatus, der Argentos frühen und mittleren Werken heute zugesprochen wird, wächst gleichzeitig paradoxerweise stetig – erst kürzlich sprachen selbst die deutschen Zensurbehörden “Suspiria“ die jugendgefährdende Wirkung ab; restaurierte Deluxe-Editionen auch seiner zuvor schwer zu bekommenden Filme erscheinen in zahlreichen Ländern auf Blu-ray. Trotz dieser neu entbrannten Liebe für die bunten Horrorvisionen des Italieners werden seine neuen Filme weiterhin mit Verachtung gestraft: Schon kurz nach Erscheinen des Trailers zu Argentos “Dracula“-Verfilmung wurde das Projekt mit Häme überschüttet.

Wieder muss man leider sagen: Nicht ganz zu Unrecht. Es braucht schon eine Zeit, bis man sich an den spröden Digital-Look und die Tableau-artige Inszenierung dieser Bram-Stoker-Version gewöhnt hat. Dabei konnte man bei Ankündigung des Films ja noch träumen: Argento und Dracula, was für eine Mischung! Die labyrinthische Konstruktion seiner Settings in Filmen wie “Inferno“ und “Deep Red“ eignete sich ja eigentlich perfekt für das düstere Schloss des rumänischen Grafen. Leider ist dies 2014 und nicht 1977 und das bedeutet eine Welt, in der Argento scheinbar jedes Gefühl für visuelle Wucht abhanden gekommen ist. Damit ist nicht nur die entweder vollkommen graue oder unangenehm neon-grelle Farbgebung des Films gemeint, sondern schockierenderweise auch Grundsatzprobleme wie Schnitt-Kontinuität und Kamera-Winkel, die ein alter Hase wie Argento eigentlich im Traum beherrschen sollte.

Besonders interessant an dieser Umsetzung des klassischen Vampir-Stoffs ist vor allem, dass sie eine gewisse Umpolung in Argentos Werk verdeutlicht – die, nebenbei bemerkt, auch ein bestimmtes Licht auf die Veränderung von Erwartungen an einen guten Film wirft. Koppelten Horror-Werke wie “Suspiria“ und besonders “Inferno“ ihre hypnotischen visuellen Spektakel beinahe gänzlich von irgendeiner nachvollziehbaren Story ab, folgen neuere Filme des Regisseurs akkurat ihrem Plot und stellen diesen durch ihre, nun ja, nüchterne Inszenierung ganz in den Mittelpunkt. Noch zu Zeit ihrer Entstehung wurden Argentos frühere Filme für ihre affektive Sprunghaftigkeit gegeißelt, heute scheint es eine größere Akzeptanz für die emotionale Vorgehensweise dieser Filme zu geben, die das Hervorrufen von bedrohlicher Atmosphäre über eine einengende “Logik“ stellten. Drastisch gesagt: Argento scheint dazu verflucht zu sein, immer die Art von Filmen zu machen, die zu ihrer Zeit schlecht ankommen.

Heißt das nun, dass “Dracula“ ebenfalls seiner Zeit voraus ist? Ein klares Nein, eher im Gegenteil. Argentos Neuer könnte, mal abgesehen von den gelegentlichen Splatter-Sequenzen, problemlos im ARD-Abendprogramm laufen, so beliebig und brav wirkt der Film. Dazu kommen bizarre CGI-Effekte, die Draculas Verwandlung in diverse Insekten illustrieren und an liebloser Schäbigkeit kaum mehr zu untertreffen sind. Zugegeben: Diese Momente – allen voran die bereits seit dem Trailer legendäre Szene mit der Riesenheuschrecke – sorgen für einen gewissen Trash-Faktor, der zumindest mal ein kurzes Aufwachen beim Zuschauer hervorruft. Dass Argento auch billigen Trash ganz gut kann, hat er schließlich mit “Mother Of Tears“ bewiesen. Leider schlägt “Dracula“ nicht in diese selbst-ironische Zirkus-Kerbe, sondern nimmt sich in seiner Trockenheit bitter ernst. Was der Regisseur hofft, dem so oft so gut verfilmten Roman Stokers Neues abzuringen, bleibt vollkommen im Dunkeln.

Die recht kuriose Besetzung von Thomas Kretschmann als Dracula und Rutger Hauer als Van Helsing sorgt immerhin für einige nette, weil gänzlich absurde Momente. Mit Tochter Asia Argento (die eindeutig Besseres verdient hat als dieses Familienprojekt), Miriam Giovanelli und Marta Gastini gibt es zudem noch einen attraktiven weiblichen Cast, der, mit Ausnahme von Argento, jedoch wohl nicht unbedingt wegen großem Schauspieltalent engagiert wurde. Der Spanier Unax Ugaldo ist als Jonathan Harker übrigens eine absolute Zumutung. Hat man dann die knapp zwei Stunden überstanden und die Power-Metal-Hymne brettert unpassend über die Schlusscredits, muss man immerhin zugeben, dass der Film besser als der unsägliche Vorgänger “Giallo“ ist. Unheimlich aber ist in dieser ungelenken Verfilmung einer der Urtexte des Horrorgenres rein gar nichts, allerhöchstens Thomas Kretschmanns Frisur.

>> von Tim Lindemann

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