Five Nights at Freddy’s – War’s das jetzt? Gremlins- Schöpfer Chris Columbus steigt aus

Seit dem 8. August 2014 veröffentlicht der Independent-Spieleentwickler Scott Cawthon jene Point-and-Click-Computerspiel-Serie aus dem Themenfeld des Survival-Horror, die er selbst programmiert und auf den Namen Five Nights at Freddy’s hört – eine Marke, die inzwischen jedem Kenner von Internet-Vertriebsplattformen wie Desura oder Steam ein Begriff sein dürfte.

Als Besitzer der App stürzt man sich in eine komplexe und vielschichtige Hintergrundgeschichte, die sich nach und nach mit den einzelnen Episoden aufklärt. Da keine chronologische Reihenfolge existiert, wird man als Spieler oft mit vielen verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten, was die Handlung und deren Auflösung betrifft, konfrontiert, die das Erlebnis aber eher positiv beeinflussen.

Zum Knuddeln? Das war einmal… ©Scottgames

Wenn die Werke eines genialen Erfinders plötzlich durchdrehen

Thematisiert wird im Kern das Leben des genialen, aber auch sadistischen Erfinders William Afton, der in den früher 1980er Jahren das Unternehmen Fazbear Entertainment gründet und in seiner privaten Fabrik Afton Robotics die ersten, hochmodernen Animatronics auf die Beine stellt. Diese vermietet er anschließend an diverse Franchise-Pizzerien, wo die (damals noch) süßen Tierchen die Aufgabe zugeteilt bekommen, zur Unterhaltung der Besucher, insbesondere der Kinder, beizutragen. Dies soll geschehen, indem sie singen oder musizieren.

Die Animatronics sind von der Qualität her derart hochwertig, dass sie äußerst beweglich und sogar dazu in der Lage sind, durch die einzelnen Lokale zu laufen. Trotzdem verfeinert Afton die Technik, um zusätzlich zu ermöglichen, dass schlanke Darsteller in die Figuren hineinschlüpfen, um dann wie Maskottchen mit den Gästen interagieren zu können. Durch eine in ihre Server eingebaute Gesichtserkennungssoftware wurden sie noch dazu mit der Fähigkeit ausgestattet, Kriminelle sofort zu identifizieren und diese per Polizeifunk zu melden.

Die süßen Animatronics sind zu Killermaschinen mutiert. ©Scottgames

Von der musikalischen Unterhaltung zur Killermaschine

Doch einige beunruhigende Zwischenfälle, bei denen gleich mehrere Darsteller in den Spezialkostümen lebensgefährlich verletzt werden, führen unweigerlich dazu, dass sich der potenzielle Hüter des Gesetzes zunehmend in eine Killermaschine transformiert. In den Lokalen verschwinden immer mehr Kinder und auch Erwachsene kollidieren mit einem unerklärlichen sowie übersinnlichen Phänomen, das sie alle an ihrem eigenen Verstand zweifeln lässt.

Niemand Geringeres als Genrespezialist Jason Blum (Insidious, The Purge, Halloween) ging kurz nach der Veröffentlichung des Spiels auf Scott Cawthon zu und teilte ihm mit, sehr an einer Verfilmung interessiert zu sein. Inzwischen wird schon seit etlichen Jahren probiert, diese zu realisieren, doch statt in Richtung Kino steuerten alle Beteiligten immer mehr auf die zu vermeidende Produktionshölle zu, in der niemand in Hollywood jemals landen möchte. Denn wer sich einmal dort drin verirrt, der findet nur in den seltensten Fällen wieder hinaus.

Zurück in der Produktionshölle

Noch vor wenigen Monaten sah es ganz danach aus, als könnte es sich bei Five Nights at Freddy’s um eines der wenigen Projekte handeln, die tatsächlich wieder aus diesem frustrierenden Reich gerettet werden und erneut auf den Schreibtischen möglicher Investoren landen. Schließlich konnte mit Chris Columbus der Regisseur verpflichtet werden, der für den Kultklassiker Gremlins von 1984 das Drehbuch beisteuerte.

Die erste Klappe sollte bereits im Frühling 2021 fallen, doch anscheinend muss es intern zu kreativen Differenzen gekommen sein, denn Columbus wurde von Blumhouse entweder wieder entfernt oder verließ die Produktion von sich aus, weil ihm seine kreative Vision verwehrt wurde. Blum selbst erklärt seinen Ausstieg und die Zukunft des Films mit folgenden Worten:

Five Nights at Freddy’s schreitet ohne Gremlins-Schöpfer voran. ©Warner Bros.

Chris Columbus sagt Tschüss!

«Chris Columbus ist nicht mehr länger involviert. Obwohl wir mittlerweile verdammt viele Drehbücher verfasst haben, stehen wir aus diversen Gründen immer noch an dem Punkt, wo wir versuchen, die Nadel erfolgreich einzufädeln um endlich loslegen zu können. Wir müssen alles daran setzen, Five Nights at Freddy’s mit unserer Adaption gerecht zu werden und vor allem Spieleentwickler Scott Cawthon glücklich zu machen. Ich möchte nichts produzieren, mit dem er als Schöpfer der Vorlage nicht zufrieden ist.»

«Außerdem habe ich auch gar nicht die Befugnis, irgendetwas auf die Beine zu stellen, mit dem er nicht einverstanden ist. Scott trifft die letzte Entscheidung und leider hat es jetzt schon viel länger gedauert, die richtige Geschichte zu finden, als ich ursprünglich mal gehofft hatte», verriet der Hollywood-Gigant gegenüber Collider, der Fans vom Franchise aber noch im selben Atemzug versicherte, dass man meilenweit davon entfernt sei, diese vielversprechende Produktion aufzugeben.

Doch wer, wenn nicht Columbus, käme hier noch als die Person in Frage, die das Ruder übernimmt und hoffentlich schon bald auf dem Set «Action» ruft?

©Scottgames

Geschrieben am 01.10.2021 von Carmine Carpenito



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