Moviebase Hybrid

Hybrid
Hybrid

Bewertung: 10%

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Originaltitel: Hunter
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 15.07.2011
DVD/Blu-Ray Verleih: 22.06.2011
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Studio 407
Produktionsjahr: 2010
Regie: Eric Valette
Drehbuch: Benjamin Carr
Darsteller: Oded Fehr, Ryan Kennedy, Melanie Papalia, Adrien Dorval, Shannon Beckner, Duncan Fisher, Josh Strait, Kent Wolkowski, Tim McGrath

Eigentlich, das muss man voranschieben, ist die Idee eines menschenfressenden Automobils ja ganz und gar grundsätzlich sympathisch. Nicht nur, weil das eine hübsche, wenngleich etwas offensichtliche Metapher dafür böte, welch große Bedeutung wir diesem Stück Maschine zuweisen und welche Zerstörung das Auto (bzw. in Verlängerung eigentlich: wir) damit so anrichten – in konkreter, physischer Betonarchitektur ebenso gedacht wie in etwas weniger unmittelbar sichtbarer, aber inzwischen ebenso spürbarer Umweltverschmutzung. Wir bringen uns mittels der Autos um, und über 4000 Verkehrstote in Deutschland führen zu erheblich weniger Aufregung und Hysterie als die bislang weitgehend abstrakte Gefahr von Terroranschlägen.

So ein gefräßiges Gefährt ist auch deshalb schön anzusehen, weil es als Allerweltsgegenstand leicht verschwinden kann, weil wir ihm bedingungslos vertrauen, solange der Tank voll und der Ölstand in Ordnung ist. Auf diese letztere Qualität setzt „Hybrid“, in dem das monströse Auto sich sogar auch noch in beliebige Automodelle verwandeln kann – sei es zur Camouflage, sei es um seine menschlichen Opfer anzulocken. Das ist, ganz am Anfang, der hübscheste Einfall, wenn da auf einmal ein glänzend roter Sportwagen steht, die Türen offen, und die zwei halbstarken Partygänger sich gerne reinsetzen in dieses Traumgefährt, nur um dann postwendend verspeist zu werden.

Das möchte man gerne als Kommentar lesen im Hinblick auf das amerikanische Roadmovie, vielleicht auch auf den mechanophilen „Transformers“ mit seinen zumindest zur Hälfte freundlich-tolpatschigen Gestaltwandlern. Aber leider treibt das Drehbuch des erfahrenen Trash-Autoren Benjamin Carr („Murdercycle“, „Thir13en Ghosts“) diese Ideen nicht weiter. Stattdessen gerät das gefräßige Auto in einen Unfall und wird schließlich in eine städtische Werkstatt mit Garage abgeschleppt, die, wie es der Zufall so will, am nächsten Tag dichtgemacht werden soll und deshalb schon mal vorauseilend rundherum abgeschottet wurde.

Also findet sich eine kleine Gruppe von Automechanikern unter dem Chef Ray (Oded Fehr) plus Sekretärin Maria (Melanie Papalia) über Nacht mit dem Monstrum in einer Tiefgarage wieder, es gibt keinen Ausweg, und natürlich bedarf es auch erst einer kleinen Handvoll Opfer, bis wirklich alle verstanden haben, womit sie es hier zu tun haben. Erst als Tilda (Shannon Beckner) die Sache in die Hand nimmt, scheint sich das Blatt zu wenden…

Das größte Hindernis, das diesem Film des französischen Regisseurs Eric Valette („One Missed Call“) zum Problem wird, ist die Unsicherheit über seinen eigenen Status. Denn der optische Eindruck des Films, seine offenbaren finanziellen Beschränkungen, die sich etwa im fast schon minimalistischen Setting zeigen, die drittklassigen Schauspieler und schließlich die fürs Auge schmerzhaft computergenerierten Effekte: All das macht dem erfahrenen Zuschauer schon von Anfang an klar, dass er es hier mit einem durchaus ins Trash-Segment gehörenden Streifen zu tun hat.

Leider will „Hybrid“ das nicht ganz wahrhaben. Stattdessen werden ernsthafte, große Emotionen und Konflikte behauptende Dialoge dahergestelzt, und die völlig absurde Thematik des Films – also insbesondere das Geheimnis, was sich hinter und in diesem Auto eigentlich verbirgt – wird nicht etwa ironisch gebrochen, sondern todernst bis zum Ende durchbuchstabiert. Zu allem Überfluss bekam der Film auch noch eine Konvertierung ins 3D-Format spendiert, die dem allgemeinen Vernehmen nach zu den Schmerzen noch Qual hinzuzufügen in der Lage war.

Es gibt ein paar Momente, in denen das Drehbuch anzuerkennen scheint, auf welchem intellektuellen Niveau man sich hier bewegt, und dies mit weit ausholenden Bewegungen umarmt. Da referiert Tildas Neffe Bobby (Ryan Kennedy), dem seine Tante den Job in der Werkstatt besorgt hat, zufällig erworbenes Wissen über eine bestimmte Raubtierart – und natürlich trifft er damit präzise den Kern des Monstrums. Wenn solche aus dem Nichts kommenden Fantasiegeschichten als Exposition beispielhaft für die Erzählweise von „Hybrid“ stünden, es hätte ein großartiger Spaß werden können. Stattdessen dezimiert also das Auto seine Mechaniker, Tilda bestimmt obskure Automarken, und Ray ist ein sehr gestriger Obermacho. Das Monstrum fällt schließlich einer ziemlich offensichtlichen Falle zum Opfer, und der Schlusstwist war so vorhersehbar und angekündigt, dass man wirklich keine Angst haben muss, in fremde Autos einzusteigen.

>> verfasst von Rochus Wolff

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