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11-11-11
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Bewertung: 50%

Userbewertung: 49%
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Originaltitel: 11-11-11
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 23.03.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 19.03.2012
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 92 Minuten
Studio: Epic Pictures Group, Ascot Elite Home Entertainment
Produktionsjahr: 2011
Regie: Darren Lynn Bousman
Drehbuch: Darren Lynn Bousman
Darsteller: Michael Landes, Wendy Glenn, Timothy Gibbs, Benjamin Cook, Brendan Price

Glaubt man dem Kalender der Maya, wird die Welt Ende Dezember dieses Jahres dahingerafft. Für die Mehrheit ist das bloße Panikmache, andere hingegen sehen sich dem Tode geweiht. Ob gläubig oder nicht: ein gewisses Mysterium ist bestimmten Zahlen und Daten nicht abzusprechen. Gerade im Horror- und Thrillerfach sind Zahlenphänomene ein willkommenes Mittel für eine weitere Geschichte. Sei es die ominöse 180, die im „Final Destination“-Franchise immer wieder eingestreut wurde. Oder aber die 23, die nicht nur im gleichnamigen Film von Joel Schumacher eine prägnante Rolle spielt. In Bousmans „11-11-11“ geht es dagegen um das spezielle Datum des 11. Novembers 2011. Die närrische fünfte Jahreszeit möchte der Regisseur damit aber wohl kaum einläuten.

Nach dem tragischen Tod seiner Frau und seines Sohnes fliegt der bekannte Autor Joseph Crone von den USA nach Barcelona in Spanien, um sich dort wieder mit seinem Bruder Samuel und seinem sterbenden Vater zu vereinigen. Doch das Schicksal hat sich zum Leben von Joseph bereits seine eigenen Gedanken gemacht. So wird der trauernde Mann immer mehr von plagenden Ereignissen überrumpelt. Dabei erscheint ihm stets die Zahl 11. Sobald die Neugierde zur Besessenheit mutiert, realisiert er, dass die Zahl nicht nur ihn verändern kann, sondern die gesamte Religion. Im Ausland isoliert und lediglich von seiner Freundin Sadie unterstützt, findet er heraus, dass der 11/11/11 nicht nur ein gewöhnliches Datum ist, sondern eine Warnung...

Darren Lynn Bousmans Karriere in Hollywood kann durchaus als erfolgreich gewertet werden. Sein erst drittes Werk stellte bereits den Nachfolger zum Überraschungshit „Saw“ dar – es folgten zwei weitere Filme der Reihe unter den Anweisungen Bousmans. Er blieb dem Genre auch weiterhin treu und inszenierte die blutig-verrückte Kinooperette „Repo! The Genetic Opera“ sowie das Remake „Mother’s Day“. Aufgrund dieser Titel wundert es ein wenig, dass der Regisseur mit „11-11-11“ einen etwas anderen Weg einschlägt. Im Genre bleibt er zwar, doch das Gezeigte steht stark im Gegensatz zu Bousmans bisherigen Werken. Fans des Filmemachers dürften enttäuscht werden, wenn sie auf die gewohnt harte Schiene mit Gewalt und Blut hofften.

Das erste Drittel des religiösen Spukthrillers verläuft zäh. Man muss sich erst einmal zurechtfinden in der Geschichte, die eine gewisse Zeit braucht, um in Fahrt zu kommen. Als Schauplatz dient Barcelona, welches mit seinen Kirchen und Skulpturen an sich ideal ausgewählt wurde. Dennoch vermag sich das geheimnisvolle Ambiente der spanischen Stadt nicht recht entfalten. Dafür gibt die dünne Dämonengeschichte zu wenig Anlass, spielt sie sich bald hauptsächlich im Haus der Familie Crone ab. Auch das biblische Titel gebende Datum dient lediglich als Mittel zum Zweck. Sakralische Atmosphäre versprüht dabei die Musikspur mit ihren Chorälen. Und mit einigen Gruselszenen und von Soundeffekten unterstützten Schockmomenten wird das „Tor zur Hölle“ zwischenzeitlich dann doch mal aufgestoßen, bevor es wieder ins Schloss fällt.

Das Schauspieler-Ensemble besteht aus weitestgehend unbekannten Darstellern. Das kann ein Mehrwert sein, um ein gewisses Schubladenbild von Stars in den Köpfen der Zuschauer zu vermeiden. In diesem Fall wirken die Schauspieler aber unbeholfen und deplatziert. Der Hauptcharakter des Joseph macht einen müden Eindruck und trägt mit seinem Handeln nicht immer unbedingt zur Glaubwürdigkeit der Geschichte bei. Bousman selber scheint auf das von ihm selbst verfasste Drehbuch auch nicht so wirklich Lust gehabt zu haben. Seine Inszenierung ist zwar schnörkellos, aber auch uninspiriert und ohne nennenswerte Einfälle. Die Bilder sehen aus wie „mal eben routiniert heruntergekurbelt“. Das Finale gelingt dem Regisseur dann zwar schaurig und rasant, Stirnrunzeln wird es trotzdem hervorrufen. Ein effektives Ende sieht anders aus.

Das größte Manko von „11-11-11“ ist aber, und da trifft Bousman tatsächlich keine Schuld, die deutsche Synchronisation. Im Kino lief der Film nie, was angesichts der misslungenen deutschen Fassung auch kein Wunder ist. Nicht nur, dass die engagierten Stimmen von ihrer Tonlage einfach nicht mit den Charakteren harmonieren wollen, auch die Umsetzung ist daneben. Man sollte zum nächstbesten Zeitpunkt zur Original-Tonspur umschalten, sonst macht sich – die Bildsprache ausgenommen – schnell das Gefühl breit, einen billig produzierten Film der einschlägigen Sparte zu betrachten. Und davon ist der mittelprächtige Okkult-Horror dann doch weit entfernt.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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