Moviebase Attack the Block

Attack the Block
Attack the Block

Bewertung: 85%

Userbewertung: 80%
bei 111 Stimmen

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Originaltitel: Attack the Block
Kinostart: 22.09.2011
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Big Talk Productions
Produktionsjahr: 2011
Regie: Joe Cornish
Drehbuch: Joe Cornish
Darsteller: Jodie Whittaker, Chris Wilson, Nick Frost, Luke Treadaway, Flaminia Cinque, Joey Ansah, Lee Nicholas Harris, Terry Notary, Maggie McCarthy, Jacey Sallés, Adam Leese, Sammy Williams, Karl Collins, Jumayn Hunter, Danielle Vitalis, Franz Drameh, John Boyega
Sozialkritik und Genrefilm scheinen zwei nur schwer zu verbindende Themenkomplexe zu sein: Nur selten gelingt es, einen bereits guten Film mit dem richtigen Gespür für sozial-politische Fragen zum formvollendeten Kunstwerk zu veredeln – so wie beispielsweise die frühen Werke George Romeros oder etwas aktueller Neill Blomkamps "District 9". Die negativen Beispiele sind zahlreich und stilistisch vielfältig; in den Sinn kommt etwa James Watkins dramaturgisch perfekter Schocker "Eden Lake", der auf filmischer Ebene zu begeistern wusste, mit seiner plump reaktionären Haltung allerdings auch für reichlich Unmut sorgte. Joe Cornish, Regisseur von "Attack The Block", hat zudem das Problem, dass die politische Lage seinen Debütfilm im Nachhinein noch etwas brisanter gemacht hat, als er vielleicht ursprünglich gedacht war: Nur wenige Monate nach dem Start dieser Sci-Fi-Komödie über ein Londoner Problemviertel, in das monströse Aliens einfallen, kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen in eben solchen Vierteln. Im Grunde bedeutet das aber nur, dass Cornish mit seinem wunderbar cleveren Alien-Vergnügen den Finger in die richtige Wunde gelegt hat.

Zunächst scheint es sich der Film selbst unnötig schwer zu machen, in dem er die Zuschauer gleich zu Beginn von seinen Protagonisten distanziert: Die Halbstarken-Gruppe um Anführer Moses überfällt eine arglose Frau, lässt sie verängstigt und verletzt auf der Straße liegen. "Hoods" nennt der Brite solche aggressiven Gangmitglieder, was sich sowohl auf die Kurzform des Wortes "hoodlum" (etwa: "Gangster") bezieht, als auch auf deren typische Kopfbedeckung, "hoods" (Kapuzen). Kaum haben die Jungs um Moses aber ihre "hoods" abgelegt, ändert sich das Bild der fünf Freunde drastisch: Es sind großschnäuzige, angeberische, aber letztlich gutherzige Rabauken, für die das Leben im "Block" kein Zuckerschlecken ist – die Eltern treten in diesem Film nur ganz am Rande auf, ihre Kämpfe müssen die Kids allein austragen. Dazu kommen bedenkliche Einflüsse wie der des bösartigen Drogenbosses Hi-Hatz, der Moses als Dealer anheuern will. Da ist es ein willkommenes Abenteuer für die Gruppe, als ein widerlich verschrumpeltes Alien neben ihnen auf der Straße landet – nach einem kurzen Kampf erlegen die Freunde das Wesen und tragen ihre Trophäe stolz durch die Plattenbausiedlung. Besonders der Haschdealer Ron (Nick Frost) zeigt sich beeindruckt: "It looks like there was a party at the zoo and a monkey fucked a fish." Schon bald allerdings ist die Siegesstimmung verflogen: Ein ganzer Haufen neuer Kreaturen landet im "Block", um einiges größer und böser, und hat es auf die Gang abgesehen...

So viele Details gibt es, die man an Cornishs Film einfach lieben muss: Das ungewöhnliche Kreaturen-Design (eine Mischung aus Gorilla und Bär mit neon-blauen Reißzähnen), die liebevoll gezeichneten Charaktere und vor allem den sehr authentischen Londoner Akzent, in dem die Jungs ihre möchtegern-coolen Sprüche vorbringen: "That's an alien bruv, believe it!" Niemals führt der Film seine halbwüchsigen Protagonisten vor sondern nimmt ihre Welt, mit all ihren Absurditäten, ernst – und gerade das macht "Attack The Block" so unglaublich lustig: Er verlässt sich auf den trockenen Humor seiner durchweg brillanten jungen Hauptdarsteller, lässt sie Reden und Handeln, wie es pubertäre Jungen wahrscheinlich beinahe überall auf der Welt tun – konfrontiert sie dabei allerdings mit einer Bedrohung, die sie nur aus Videospielen kennen. Woher kommen die pechschwarzen, mordlustigen Kreaturen und warum scheinen sie ausschließlich den Wohnblock der Freunde anzugreifen? Moses hat eine klare Theorie: Nachdem die Regierung Waffen und Drogen in die Problemviertel gebracht hat, will sie den Schwarzen im Block mit den Killeraliens nun endgültig den Garaus machen.

Es ist beeindruckend, wie leichtfüßig Cornish eine sehr individuelle Atmosphäre und einen sehr ungewöhnlichen Tonfall zwischen Komik und Tragik, Slapstick und Härte findet. Denn so albern und kindisch der ein oder andere Kifferwitz auch sein mag, der Film verliert seine Story und die Ernsthaftigkeit der außerirdischen Bedrohung nie aus den Augen. Bei aller Überdrehtheit und Spaß am Zitat (vom Sozialdrama "La Haine" bis hin zu "Gremlins" und Carpenters "Das Ende" wird hier alles mögliche gewürdigt) verfällt der Film nie ins bloße Abhaken von popkulturellen Referenzen. Zu überzeugen wissen auch die abwechselnd düstere und neonbunte Optik und der ins Milieu passende Soundtrack aus Dubstep und Drum'n'Bass.

Auch wenn sich Moses Annahme, die Aliens seien eine Vernichtungswaffe gegen die schwarze Bevölkerung Londons, letztlich natürlich als falsch herausstellt, so ist es doch interessant, über die metaphorische Bedeutung der Kreaturen nachzudenken. Verkörperten außerirdische Invasoren im klassischen, westlichen Science-Fiction-Film noch oft vermeintlich "böse" Mächte wie das sozialistische Russland, oder in moderneren ?Independence-Day-Zeiten? einfach generell bös- und fremdartige Eindringlinge, so lässt sich "Attack The Block" auf keine bestimmte Position festlegen. Wie bösartige Flummis springen die Außerirdischen durch die Hochhaussiedlung, sowohl Polizisten als auch bis an die Zähne bewaffnete Drogendealer zeigen sich gegen sie machtlos – und auch die fünf Freunde und ihre diversen Verbündeten stoßen zunächst auf Schwierigkeiten oder lassen gar ihr Leben. Letztlich sind es aber doch die Kids aus dem Block, die die Schwachstelle der "Alien-Bear-Wolf-Motherfuckers" finden, sie besiegen und zu Helden wider Willen werden. Vielleicht sind diese tiefschwarzen Monstren nichts anderes als die gesammelte, unbestimmte Masse an Wut, Verzweiflung und Aggression, die sich in den Hochhausschluchten der Vorstädte über die Jahre angesammelt hat. Und vielleicht haben diese Ungeheuer im echten Leben schließlich doch die Überhand behalten.

>> verfasst von Tim Lindemann

40%
Nek
geschrieben am 02.10.2011 um 12:59 Uhr
Also Horror war da wohl keiner, Gags auch eher Mangelware, insgesamt eher lahme Soziallahmerei mit schwach animierten Alienaffen.
70%
Benutzername
geschrieben am 25.09.2011 um 12:56 Uhr
Ein richtig guter Film, der auch noch Spaß macht ! Das Alien ist leider etwas daneben gegangen. Die Arbeit am PC ist überdeutlich zu sehen und besonders gut ist sie auch nicht gerade zu nennen. Aber wenn man darüber mal hinwegsieht - und das kann man hier tatsächlich, OBWOHL es ja auch ein Monsterfilm ist, dann muß man sagen, haben die hier einen echt guten Job gemacht.
90%
Darren
geschrieben am 25.09.2011 um 11:30 Uhr
Sehr unterhaltsamer Film! Spannung, Action, coole Sprüche und Humor... Entertainment pur!
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Nope
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