Moviebase Godzilla

Godzilla
Godzilla

Bewertung: 85%

Userbewertung: 85%
bei 181 Stimmen

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Originaltitel: Godzilla
Kinostart: 15.05.2014
DVD/Blu-Ray Verkauf: 25.09.2014
DVD/Blu-Ray Verleih: 25.09.2014
Freigabe: FSK 12
Lauflänge: 122 Minuten
Studio: Legendary Pictures
Produktionsjahr: 2014
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Max Borenstein
Darsteller: Aaron Taylor-Johnson, Elizabeth Olsen, Bryan Cranston, Ken Watanabe, Elizabeth Olsen, Sally Hawkins, Juilette Binoche

GINO – so bezeichnen Godzilla-Fans den Film, den Roland Emmerich 1998 in die Kinos brachte. Die Abkürzung steht für „Godzilla in name only“ und drückt das aus, was die meisten vom Monstermovie des schwäbischen Regisseurs halten. Das Wesen, das vor rund 16 Jahren über die Leinwände stapfte, hatte mit der originalen Kreatur herzlich wenig gemeinsam. Das will Gareth Edwards nun ändern.

Edwards, der 2010 mit seinem Kinodebüt „Monsters“ Kritiker und Zuschauer begeisterte, steigt mit dem Reboot quasi von Null auf 100 ins Hollywood-Geschäft ein. Ließ er sich seinen Erstlingsfilm noch rund 800.000 Dollar kosten, stand ihm für die Wiederbelebung und des 60. Geburtstags der Urzeitechse geschätzt das 200-fache, nämlich 160 Millionen Dollar, zur Verfügung. Die Gratwanderung bei diesem High-Budget-Unterfangen ist groß, denn der Jungregisseur muss einerseits Liebhaber von Godzilla befriedigen und andererseits etwas ganz Neues erschaffen. Beides gelingt ihm fulminant.

Schon der Prolog nähert sich der Originalgeschichte mehr als Emmerichs kompletter Film. Gezeigt wird in auf alt getrimmten Bildern, was 1954 geschah. Zeitsprung:  45 Jahre später entdecken Wissenschaftler auf den Philippinen einen riesigen unterirdischen Krater, der mysteriöse Knochen beherbergt. Zeitgleich wird ein Atomkraftwerk in Japan, in dem das Ehepaar Sandra (Juliette Binoche) und Joe Brodey (Bryan Cranston) arbeitet, durch ein angebliches Erdbeben zerstört, das Gebiet daraufhin weiträumig isoliert: Verstrahlungsgefahr!

Wiederum 15 Jahre später, in der Gegenwart, wird Ford Brodey (Aaron Taylor-Johnson) aus San Francisco  von seiner Frau Elle (Elizabeth Olsen) und seinem kleinen Sohn nach Japan wegberufen, um seinen Vater aus dem Gefängnis zu holen. Der glaubt, dass die japanische Regierung seit dem Vorfall 1999 etwas verschweigt und es gar keine radioaktive Verseuchung gegeben hatte. Und er sollte Recht behalten, denn bald schon taucht ein sogenannter „Massive Unidentified Terrestrial Organism“, kurz MUTO, auf – und stürzt die Welt ins Chaos.

In „Monsters“ ging Gareth Edwards recht sparsam mit der Darstellung der titelgebenden Spezies um, was sicherlich auch dem knappen Budget geschuldet war. Aber eben genau darin lag auch die Kraft des Dramas. Für „Godzilla“ versucht der Filmemacher, diesen Ton zunächst beizubehalten und führt eine Familie als Identifikationsfaktor ein. Cranston, Taylor-Johnson und Olsen dürfen hier auch wesentlich mehr tun als lediglich panisch mit weit aufgerissenen Augen vor dem Koloss davonzurennen. Allerdings lässt die Figurentiefe zu wünschen übrig und letztlich dient die namhafte Besetzung dann doch dafür, den krachendsten Monsterfight seit langem heraufzubeschwören.

Anfänglich schickt Edwards, der nach einem Drehbuch von Newcomer Max Borenstein inszenierte, mit den MUTOS eine Mischung aus dem „Cloverfield“-Alien und Predators ins Gefecht gegen die Menschheit und sorgt damit schon für reichlich Turbulenzen. Vom eigentlichen Star des Actionthrillers fehlt jedoch jede Spur. Erst nach knapp einer Stunde taucht der zackige Rücken aus dem Wasser auf – und von da an kennt das Getöse keine Grenzen mehr.

Das Kreaturen- und Sounddesign ist fantastisch und wuchtig. Die Rückbesinnung auf den ursprünglichen Look Godzillas war goldrichtig und wird vor allem Fans die Augen leuchten lassen. Dazu lassen das ohrenbetäubende, elektronische Gebrüll der MUTOS und das markerschütternde Schreien unseres Titel"helden" die Kinositze förmlich beben. Der Fokus liegt eindeutig auf den Monstern und im visuell brachialen Endfight lässt Edwards eine Zerstörungsorgie vom Stapel, die ihresgleichen sucht.

Bei all den furiosen Actionsequenzen verliert die Neuauflage aber auch nicht die düstere Geschichte aus den Augen. Edwards schafft ein beklemmendes Szenario, in dem der Mensch selbst Schuld an der Misere trägt, dies aber zu keinem Zeitpunkt begreift. In einer Szene zitiert der Regisseur sein eigenes Werk „Monsters“,  zeigt damit Emotionen auf einer unerwarteten Ebene und macht unmissverständlich klar, dass der Sieger diesmal keine militärische Waffe ist – egal, wer diesen ungleichen Kampf für sich entscheidet.

Fazit: „Godzilla“ ist bombastisches Kino der Extraklasse mit einem charismatischen Giganten. Der Herr der Monster ist zurück: Let them fight!

>> geschrieben von Janosch Leuffen

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