Moviebase Chernobyl Diaries, The

Chernobyl Diaries, The
Chernobyl Diaries, The

Bewertung: 40%

Userbewertung: 45%
bei 131 Stimmen

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Originaltitel: The Chernobyl Diaries
Kinostart: 21.06.2012
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Warner Bros, Alcon Entertainment
Produktionsjahr: 2012
Regie: Bradley Parker
Drehbuch: Shane Van Dyke, Carey Van Dyke
Darsteller: Jonathan Sadowski, Devin Kelley, Jesse McCartney, Olivia Taylor Dudley, Nathan Phillips, Ingrid Bolso Berdal, Dimitri Diatchenko

Spätestens seit dem japanischen Kult-Klassiker „Godzilla“ sind die verheerenden Auswirkungen atomarer Energie ein etabliertes Plotelement im Horror- und Science-Fiction-Film. Und warum auch nicht? Bilder, wie die aus Fukushima oder eben Tschernobyl übertreffen an Grauen und Endgültigkeit so gut wie alle anderen Ängste unserer Zivilisation, sie fiktiv zu verarbeiten, liegt daher nahe. Dennoch stellt sich auch die Frage nach dem „Wie“: Atomkraft als abstraktes Element der Vernichtung einzusetzen, mag als Genre-Filmemacher völlig legitim sein, sich allerdings an historischen Begebenheiten zu orientieren, verlangt Fingerspitzengefühl. Nicht nur daran mangelt es „Chernobyl Diaries“, einem insgesamt sehr unentschlossenen Horrorfilm, der versucht auf der verbrannten Erde Tschernobyls seine Charaktere mit ihren Urängsten zu konfrontieren.

Die Grundidee klingt zunächst stimmig: Ein dubioser russischer Reiseunternehmer bietet geführte Touren durch das Dorf Pripyat an, das nach dem Super GAU in Tschernobyl wie in einen schrecklichen Märchenschlaf gefallen ist – überall finden sich Spuren der ehemaligen Bewohner, die (zumindest teilweise...) abrupt flüchteten, als die Katastrophe ausbrach. Regisseur Bradley Parker und seinem Team gelingt es, diese im wahrsten Wortsinn unheimliche Stimmung zu transportieren, vor allem durch die überzeugende Ausstattung und Inszenierung der Geisterstadt. Hier sieht man ein verrostetes Riesenrad, dort liegt eine verfaulende Spielzeugpuppe auf dem rissigen Asphalt. Neue Bilder sind das nicht unbedingt, die Morbidität des Zerfallenen, vormals Schönen, hat das Horrorgenre schon vor Jahrzehnten erkannt. Nichtsdestotrotz verfehlen sie auch hier ihre atmosphärische Wirkung nicht.

Vermögen der narrative Ausgangspunkt und seine visuelle Umsetzung noch durchaus zu erfreuen, zeigt sich in deren Weiterentwicklung schon bald, wie ungelenk „Chernobly Diaries“ konzipiert ist. Visuell bemüht der Film einen merkwürdigen, quasi-dokumentarischen Stil, der an „Found Footage“-Horror wie „Blair Witch Project“ erinnert. Im Gegensatz zu diesem oder anderen Vorbildern bemüht sich „Chernobyl Diaries“ aber nicht einmal annähernd darum, den logischen Beschränkungen dieses Subgenres zu folgen: Welcher Protagonist jetzt gerade die wackelige Kamera eigentlich halten soll, bleibt meist beispielsweise im Dunkeln. Eben hier setzt auch der zweite und größte Schwachpunkt des von „Paranormal Activity“-Schöpfer Oren Peli produzierten Films an: Nicht für einen Moment vermag es das verkorkste Drehbuch, uns für eine der schrecklichen Hauptfiguren zu interessieren. Der Film bemüht nicht nur die ohnehin ausgelutschte Szenerie einer Gruppe amerikanischer Studenten auf bierseligem „Eurotrip“, der böse endet, sondern übertrifft selbst andere Filme dieser Kategorie noch in der xenophoben Darstellung der (ost-)europäischen Nebenfiguren. Der „alte Kontinent“ dient einmal mehr als Projektionsfläche amerikanischer Ängste vor Chaos und Dreck und scheint, abseits von Eiffelturm und Kolosseum, moralisch ebenso zersetzend zu wirken wie, körperlich, die Strahlung aus dem Kraftwerk.

Wenn dann die „Action“ beginnt und die verwirrt umherirrenden Reisenden unweigerlich von  bösartigen Mutanten angegriffen werden, verliert Parker völlig die inszenatorischen Fäden: Einerseits kommt „Chernobyl Diaries“ für einen zumindest thematisch mit „The Hills Have Eyes“ verwandten Film viel zu blutarm daher, zweitens sind die potentiellen Schockmomente derart chaotisch geschnitten und gefilmt, das auch Spannung nie aufzukommen droht. Dazwischen leistet sich der Film zweifelhafte Geschmacklosigkeiten (ein knutschendes Pärchen lässt sich vor dem zerstörten Reaktor fotografieren) nur um am Ende jegliche innere Stringenz aufzugeben und den Zuschauer ratlos zurückzulassen. So wie der Film sich nicht zwischen „Mockumentary“ und Spielfilm entscheiden kann, so bleibt er offensichtlich auch ständig darüber unschlüssig, wie ernst er sein eigenes Thema nehmen soll und darf.

„Chernobyl Diaries“ ist also in vielerlei Hinsicht ein frustrierender Film, ganz besonders darum, weil mit dem vielversprechenden Setting und Grundplot durchaus mehr möglich gewesen wäre, als nur ein weiteres Mal einseitig und klischeehaft junge Amerikaner mit ihrem dunklen Spiegelbild Europa zu konfrontieren. Immerhin: In einer absurden aber durchaus vergnüglichen Szene lässt Parker als Hommage an David Cronenbergs „eXistenZ“ ein paar mutierte Fische aus dem Wasser kriechen – womit sich auch der Kreis zum Ursprung, nämlich zu „Godzilla“ schließt.

>> verfasst von Tim Lindemann

60%
Fanboy
geschrieben am 31.07.2012 um 20:12 Uhr
Hätte den Film gerne eine bessere Bewertung gegeben aber es sollte nicht sein. Habe ihn in der Nacht angesehen, alleine und ohne pause. Daher kann ich ihn glaube ich sehr gut beurteilen. Der Film fängt eigentlich sehr schön an. Es wird die Spannung langsam aufgebaut und das Thema um Chernobyl wird in allen zügen ausgenutz. Doch nach meiner Meinung nach miesen Cameraführung und miesen Darstellern schweift man irgendwann einfach ab. Man hätte so viel noch rausholen können aus den Thema um Chernobyl und was dort Passiert ist und passieren "könnte" doch es wurden einfach 08/15 leute hingestellt die einer nach den anderen von irgendwelchen Mutanten abgeschlachtet werden - was man nicht einmal sieht... Ansehen sollte man ihn aber dennoch :)
60%
Danie1657
geschrieben am 29.07.2012 um 08:54 Uhr
Also ich fand den Film ganz nett. Er ist spannend abundzu gruselig und nicht ganz so billig gemacht worden. Weiss garnicht was die meisten haben. Der Schluss ist nicht so gut gelungen fand ich aber wenn man langeweile hat kann man sich das anschauen.
20%
Nek
geschrieben am 14.07.2012 um 08:01 Uhr
Puuh, was für eine Zeitverschwendung. Das war vom stereotypen Anfang bis zum klischeehaften Ende mal garnichts.
80%
sir säpp
geschrieben am 09.07.2012 um 17:30 Uhr
Hab ihn am WE gesehen...Man hätte definitv mehr aus der Location rausholen können!Alles in allem ist aber definitiv zu sagen, dass es ein solider Gruselfilm ist!Im Kino sind vorallem die Mädels vor Schreck aufgesprungen!Fazti: Anschauen! =)
70%
Benutzername
geschrieben am 02.07.2012 um 08:24 Uhr
Ein guter Film der am Anfang vieles richtig macht. Spannung aufbaut und schockmomente an die richtige stelle platziert. Die Charakter sind relativ dumm und ziemlich ja nenn ich es mal Leer. Der mittel Teik ist recht gut aufgebaut. Das verlassene Chernobyl baut gute stimmung auf und es passt einfach alles. Das ende ist allerdings mehr als enttäuschent und einfallslos. Im großen und ganzen ein recht gelungener film!
40%
Slapstick
geschrieben am 01.07.2012 um 12:40 Uhr
Ich habe eigentlich gar nichts erwartet und wurde trotzdem enttäuscht. Dabei hat der Plot mich durchaus interessiert, und sowohl EInleitung wie auch der Zwischenteil wurde gut in Szene gesetzt, im letten Drittel ist außer Chaos und Dunkelheit aber nicht nichts anderes mehr wahrzunehmen, so daß einem relativ schnell der gähn-Reiz überkommt und man froh ist, dass das ganz vorrüber ist. Die Protagonisten sind einem zudem ebenso Wurscht, wie das Ende dann absolut unbefriedigend, stereotyp und letztlich einfach dämlich rüber kommt. Sorry, kann ich nicht empfehlen, vergebene Zeit die man besser nutzen kann. Z.B. zum 10ten mal Eden Log anschauen, auch wenn diese Meinung sicher viele nicht teilen.
70%
Sven
geschrieben am 26.06.2012 um 21:37 Uhr
Also zugegeben die Erwartungen meinerseits waren doch recht hoch, da konnte der arme Film auch gar nicht stand halten. Etwas derart unheimliches wie 'Paranormal Activity' gelingt einem Menschen wohl auch nur einmal, soll meinen Angst ohne schlichte, brachiale Gewaltdarstellung.Die Atmosphäre des Survival Thrillers stimmt durch und durch, die unheimliche Umgebung und die Geisterstadt Pripyat haben ihren Beitrag wirklich geleistet.Mit der Darstellung von Kinderspielzeug, achtlos zertrampelt und auf dem Boden liegen gelassen, wird die unbehagliche Situation noch verstärkt. Es ist nicht mehr alles so wie es zu der Zeit war als es bewohnt wahr, was aber wohl an Plünderungen liegen soll, also erwartet bitte kein 'Hills have eyes' - Setting.Außergewöhnlich hebt sich dieser Film von seinen Artgenossen vor allem in einer Sache ab: Man hat sich die Mühe gedacht und tatsächlich die gesamte Story gut durchdacht. Logische Lücken, abgesehen von dem stereotypischen Horrorfilmcharakterverhalten was alle immer so(ooooooo) unrealistisch finden, hat der Film einfach nicht, für jeden Vorfall wird eine plausible Erklärung aufgebracht.Die Darsteller sind recht überzeugend bei der Sache aber Mitleid entwickelt man nicht wirklich für die Figuren, da sie nun einmal, Menschlich wie sie sind, des öfteren einfach für ihr vorschnelles und dämliches Verhalten und am Ende einfach für das eindringen in ein Sperrgebiet bestraft werden.SPOILER - SPOILER - SPOILER - SPOILERDer Hauptknackpunkt ist die Tatsache das man sich nicht zwischen Gore und reinem Thrill oder aber einer gesunden Mischung entscheiden konnte.So verschenkt man unaufmerksam viele der aus 'PA' so beliebten und erfolgreichen Schockmomente, ebenso wird auch an grafischen Todessequezen gespart. Der Großteil der Charaktere stirbt im off und wird erst beim auffinden durch die anderen ein wenig blutbespritzt, manchmal auch zermatscht und von innen nach außen gedreht, für den Zuschauer wieder sichtbar.Das Ende, das für alle der Touris tödlich ausgeht, wirkt der vorangegangenen Geschichte glaubwürdig angeschlossen. Es gibt einen bitteren Nachgeschmack mit und lässt einen wie immer überrascht und zugleich doch befriedigt sitzen. Schließlich wird einem in den letzen 5 Minuten klar, das diesen Film keiner überleben darf.SPOILER VORBEI - SPOILER VORBEI - SPOILER VORBEIAlles in allem ist 'Chernobyl Diaries' ein gelungener Thriller der sehr viel Wert auf den Psychoterror setzt.Leider verschenkt er trotzdem einiges an Potenzial, wie immer heutzutage jedoch nicht das Potenzial eine Fortsetzung anzuschließen.
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