Moviebase Blindlings

Blindlings
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Originaltitel: Blindlings
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 25.05.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: 90 Minuten
Studio: Piratenfilm, K5 Film, 40° Filmproduktion
Produktionsjahr: 2009
Regie: Wolfgang Weigl
Drehbuch: Wolfgang Weigl, Wolfgang Böhm
Darsteller: Mirkus Hahn, Barbara Romaner, Klaus Stiglmaier

Die Liebe. Immer wieder ist es die Liebe, die die Menschen die verrücktesten Sachen tun lässt. Bekanntlich kennt sie keine Grenzen, doch wenn sie entflieht, werden die Betroffenen oft zu den grässlichsten Bestien. Ähnlich ergeht es der Figur Max in Wolfgang Weigls „Blindlings“. Seine Freundin Eva hat sich frisch von ihm getrennt. Aber diesen Umstand nimmt Max nicht einfach so hin. Er hat sich etwas ganz Besonderes für seine einstige große Liebe ausgedacht.

Laut offizieller Inhaltsangabe entführt Max Eva im Auto, um sich auf einer entlegenen Waldhütte mit ihr auszusprechen. Diesen Plot sollte man erst einmal sacken lassen und dann noch ein zweites Mal lesen: Entführung, Hütte im Wald. Das klingt sehr nach einem nur zu gut bekannten Muster für mehr oder minder geglückte Thriller. Zutreffend auf „Blindlings“ ist leider letztere Möglichkeit. Zwei Menschen im Auto, dazu eine schneebedeckte Landschaft und ein riesiges Waldstück. Hier muss das Drehbuch schon einiges bieten, um den Zuschauer bei Laune zu halten.

Die Motivation von Max‘ Entführungsaktion erschließt sich zunächst nicht. Da braucht es abermals den Blick in die Inhaltsangabe, um zu verstehen, weshalb der junge Mann plötzlich von der Hauptstraße in einen kleinen Waldweg abbiegt. Kommt also nur noch das „Kammerspiel“ im Wald als Spannungsfaktor in Frage. Aber auch diese Extremsituation bleibt weitestgehend ungenutzt. Die Art und Weise, wie Eva Max zum Anhalten des Autos bringt, stimmt doch ein wenig fassungslos. Angesichts eines so undurchdachten Manövers verfliegen die Sympathien für die junge Frau im Nu. Doch auch im weiteren Verlauf gelingt es keinem der beiden, eine Beziehung zum Zuschauer aufzubauen. Dafür ist das Gezicke des Paares zu anstrengend.

Bei einer Autopanne, die zudem noch selbst verschuldet wurde, ist es selbstverständlich, dass sich die Herren der Schöpfung aufmachen, Hilfe zu holen. Auch das trifft auf „Blindlings“ zu. Die Frau bleibt alleine im Auto zurück – und rührt sich im besten Falle nicht von der Stelle. Zunächst hält sich Eva auch daran und wir haben die Möglichkeit, Max bei seinem einsamen Streifzug durch den schönen, weißen Wald zu begleiten. Das ansehnlich fotografierte und idyllische Territorium in allen Ehren, aber die verzweifelte Suche nach Zivilisation erweist sich als spannungsarmes und lahmes Unterfangen.

Die erschwerten Bedingungen haben zur Folge, dass die Erinnerungen an schönere gemeinsame Zeiten ins Gedächtnis beider Charaktere zurückgerufen werden. Einen nutzbringenden Mehrwert beinhalten diese allerdings nicht. Also konzentrieren wir uns weiter auf die Hilfesuche in der weißen Landschaft und nehmen zur Kenntnis, dass Frauen ungeduldige Geschöpfe sind. So macht sich Eva nach einer Weile auf, um ihren Ex zu suchen. Dieser wiederum kehrt kurze Zeit später ans Auto zurück. Die muntere Partnersuche geht ein paar Runden so weiter ohne jegliches Anzeichen einer Wendung oder Spannung. Eva im Wald, Max am Auto. Max im Wald. Eva am Auto. Eva und Max im Wald. Boris hinterm Baum. Hoppla, eine dritte Person mischt sich plötzlich ins Geschehen ein. Und drei Mal darf geraten werden, wonach dem „Fremden“ der Sinn steht.

Nein, behilflich sein ist wirklich das Letzte, woran der Waldschrat denkt. Der Handlungsverlauf ändert sich jedoch auch mit der Hinzunahme dieses unumgänglichen Fieslings nur minimal. Weiterhin herrscht Langeweile, garniert mit Sätzen wie „Ist da jemand?“ oder das Rufen nach dem Namen des ehemaligen Partners. Dialoge sind – bis auf den Beginn im Auto – ja auch gar nicht möglich. Und Boris, dieser Typ aus dem Wald, spricht natürlich kein einziges Wort.

„Blindlings“ ist so vorhersehbar wie das Amen in der Kirche. Die Mehrheit der 80 Minuten Spielzeit bestehen aus desorientiertem Herumlaufen zweier bedauernswerter Figuren, deren einzige Rettung das reinste Verderben ist. Von Spannung, Authentizität und Kreativität mangelt es hier an jeder Ecke. So dürfte sich nach Ende des Films vor allem das Gefühl der Frustration einstellen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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