Moviebase Red Nights

Red Nights
Red Nights

Bewertung: 25%

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Originaltitel: Nuits rouges du bourreau de jade, Les
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 18.08.2012
DVD/Blu-Ray Verleih: 20.07.2012
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 98 Minuten
Studio: French Connection, The, Red East Pictures
Produktionsjahr: 2009
Regie: Julien Carbon, Laurent Courtiaud
Drehbuch: Julien Carbon, Laurent Courtiaud
Darsteller: Frédérique Bel, Carrie Ng, Carole Brana, Stephen Wong Cheung-Hing, Kotone Amamiya, Maria Chen, Jack Kao
In der heutigen Zeit muss es im Genre immer härter, größer, perverser und schockierender zugehen, damit – so scheint es zumindest – ein Beitrag überhaupt noch Beachtung findet. Hier wird gefoltert, da wird gesplattert. Je kranker die Idee, desto interessierter das Publikum. Kann sein, muss aber nicht. Im Falle von „Red Nights“ geht diese Rechnung aber aus einem ganz anderen Grund nicht auf. Gäbe es Kameramann Man-Ching Ng (zuletzt für die Kameraführung beim englischsprachigen „Karate Kid“-Remake verantwortlich) nicht, wären die schwülstigen roten Nächte wohl kaum zu ertragen.

Welches Genre die beiden französischen Regisseure und Drehbuchautoren Julien Carbon und Laurent Courtiaud mit ihrem Regiedebüt bedienen wollen, scheint ihnen selbst unklar gewesen zu sein. Einerseits weist das Werk klassische Thrillerelemente auf, die allerdings darüber hinaus schon dermaßen verbraucht sind, dass neue Erkenntnisse oder Ideen verborgen bleiben. Andererseits schlagen die Filmemacher direkt in der ersten Szene mit voller Wucht so in den Magen des Zuschauers, dass der weitere Verlauf eher in Richtung Tortureporn tendieren sollte. Doch irgendwie konnten sich Carbon und Courtiaud nicht auf einen Nenner einigen. Und so pendelt ihr Erstling zwischen Perversion, Folter und Krimi.

Leider vermag auch die hanebüchene Geschichte niemals zu greifen: Eine französische Profidiebin und Killerin kommt eher zufällig in den Besitz eines so geheimnisvollen wie begehrten Kästchens, welches einst angeblich dem ersten chinesischen Kaiser gehört haben soll. In Hongkong versucht sie, die Jade-Box für viel Geld loszuwerden. Doch in dem unscheinbaren Behältnis befindet sich noch etwas anderes, äußerst Gefährliches, von dem die Diebin Catherine Trinquier (Frédérique Bel) nichts ahnt.

Die Box beinhaltet eine Probe eines tödlichen Gifts, auf das es die habgierige Kunstsammlerin Carrie Chan (Carrie Ng) abgesehen hat. Und mit der ist nicht zu spaßen. Sie setzt ihre eigenen Killer darauf an, das wertvolle Kästchen aus den Händen von Trinquier zu stehlen. Um zu bekommen, was sie will, schreckt die Chinesin auch nicht vor blutigen Taten zurück…

Weshalb es „Red Nights“ erst drei Jahre nach seiner Fertigstellung auch nach Deutschland geschafft hat, bleibt ungewiss. Warum überhaupt, bleibt ebenfalls unergründet. Nun steht der Film jedoch in hiesigen Videotheken, aber seid gewarnt: „Red Nights“ erweist sich als grobe Mogelpackung. Als Horrorthriller angekündigt, ist das Regiedebüt von Carbon und Courtiaud letztendlich keines von beiden. Dennoch gilt: Für Zuschauer mit schwachem Magen ist das Gezeigte nur bedingt geeignet.

Der immens perverse und schockierende Auftakt dürfte auch die letzten Stimmen vor dem Bildschirm verstummen lassen. Eine Latexhülle wird über den Körper einer nackten Frau gestülpt und die entstandene Luft unter der Hülle mit einem Gerät vollständig entzogen. Allein das ist schon beklemmend und schmerzhaft genug, allerdings scheint die junge Frau unter dem Latex genau auf solche Spielchen zu stehen. Das hört die ausübende Carrie Chan natürlich gerne und bereitet daraufhin das zweite Spiel vor, das diesmal ein bisschen weiter geht. Nun werden der Frau auch noch die Atemwege versperrt und die mit Klingenfingernägeln bestückte Chan zerfleischt das arme Geschöpf nach Lust und Laune. Eine harte Exposition, die sich als arg übertrieben und zum Gesamtkontext als völlig irrelevant herausstellt.

Wer nach den ersten zehn Minuten noch nicht das Weite gesucht hat, wird dann mit einem lahmen und ermüdenden Krimi belohnt. Es passiert wenig und wenn, dann in seltsamer Art und Weise. Sympathiepunkte kann dabei keiner der Charaktere verbuchen. Angesichts der Figurenzeichnung ist das allerdings kaum verwunderlich. Doch selbst die Profidiebin macht ihre Aufgaben stümperhaft und so unüberlegt, dass sie sich besser einen anderen Job suchen sollte. Jegliche Authentizität kommt der Dame abhanden, als sie zwei Mal in Folge ihre Pistole ganz leger in der Manteltasche versteckt – und beide Male erwischt wird. Unfreiwillige Komik in einem mauen und sich selbst viel zu ernst nehmenden Katz- und Mausspiel.

Ihre Gegenspielerin gibt sich als skrupellose und Gewalt liebende Widersacherin, die immerhin mit ihrer bösen Aura punkten kann. Sie ist es auch, die das Blut an genau zwei Stellen im Film einbringt. Sowohl in der Eingangssequenz als auch im späteren Verlauf demonstriert die Chinesin ihren Hang zu morbiden Folterspielen, welche vor allem mit der detaillierten Darstellung aufgeschlitzter Bauchdecken oder ausgebrochener Zähne bestechen. Ein Motiv scheint die Lady in Red dagegen nicht zu haben. Sie hat eben einfach Spaß daran. Ob ihr offensichtliches Vorbild Freddy Krueger das so unterstützen kann, sei dahingestellt.

„Red Nights“ ist ein kruder Mix aus Ekelfolter und Krimithriller, dem jede Dramaturgie und Spannung fehlt. Einzig lohnenswert ist der Film in Anbetracht der stimmungsvollen Bilder und des gelungenen Soundtracks. Die Aufnahmen von Kameramann Man-Ching Ng sind ansehnlich und bieten ein dem Genre entsprechendes Ambiente. Ironischerweise ragen gerade die blutigen Folterszenen mit dem tollen Setting heraus. Dazu harmoniert der Soundtrack von Willie und Alex Cortés (Eden Log, Martyrs), der als Symbiose aus orientalischen Klängen mit europäischen Einflüssen durch die Lautsprecher schallt.

Schlussendlich kann „Red Nights“ mit seinen schwachen Darstellern und der unausgegorenen Handlung zu keiner Zeit überzeugen. Darüber hinaus flacht das Szenario nach dem schwer verdaulichen Beginn sofort ab. Lediglich die Bildsprache und die Musik können dem Film Pluspunkte einbringen.

>> verfasst von Janosch Leuffen

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