Moviebase Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes
Die Frau in Schwarz 2: Engel des Todes

Bewertung: 50%

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Originaltitel: The Woman in Black 2: Angel of Death
Kinostart: 19.02.2015
DVD/Blu-Ray Verkauf: 16.07.2015
DVD/Blu-Ray Verleih: 16.07.2015
Freigabe: Unbekannt
Lauflänge: - Minuten
Studio: Alliance Films, Alliance Films, Cross Creek Pictures
Produktionsjahr: 2013
Regie: Tom Harper
Drehbuch: Susan Hill, Jon Croker
Darsteller: Unbekannt

Der Vergleich zwischen "Die Frau in Schwarz", dem Sequel "Engel des Todes" und der Geisterhorrorwelle in Hollywood sorgt für einige interessante Erkenntnisse. Vor allem: Ohne die britische Tradition des "Gothic Horrors" würde es "The Conjuring", "Insidious" und all ihre Epigonen zweifellos gar nicht geben. Das Spukschloss oder -haus an sich ist eben doch eine Erfindung der "alten Welt". Wie es die popkulturellen Regeln aber so wollen, bleibt auch der UK-Horror nicht von der Rückbeeinflussung durch die Hollywood-Streifen verschont. Mit "Die Frau in Schwarz 2" versucht die wiederauferstandene, ur-britische Horror-Schmiede Hammer nun noch mehr als im Vorgänger, die trendigen Versatzstücke von James Wan und co. mit den nationalen Trademarks der Gotik zu durchsetzen: ein altes, verfluchtes Gemäuer, Nebel, Sümpfe, verzweifelte Liebe und natürlich eine ausgeprägte Todessehnsucht.

So entsteht, was man im Vereinigten Königreich "period drama" nennt: Ein besonders auf historische Kostüme und Requisiten bedachter Film, der in gemächlicher Gangart und ohne formelle Spielereien seinen Plot vor dem Hintergrund eines Abschnitts der britischen Geschichte abrollt. Dieses historische Setting ist hier der Zweite Weltkrieg, also etwa 40 Jahre nach den Ereignissen des Originals: Während der schweren deutschen Luftangriffe auf London wird eine Handvoll Kinder in ein abgelegenes, altes Haus mitten in einem Sumpf evakuiert – das Eel Marsh House, eingeweihten Zuschauern bereits aus dem ersten Teil der Serie, der Verfilmung von Susan Hills Roman, bekannt. Hill zeichnet hier immerhin noch für die Entwicklung dieser chronologischen Fortsetzung ihrer ursprünglichen Idee verantwortlich. Die bestand bekanntlich in einer klassischen Geisterhaus-Story: Das Eel Marsh House wird von dem rachsüchtigen Geist einer Frau bewohnt, deren Sohn einst durch die Unachtsamkeit einer Freundin ums Leben kam. Seitdem geht sie im Haus und dem angrenzenden Dorf um und zieht Kinder in die tödlichen Tiefen des Sumpfes.

Diese angenehm altmodische Geschichte wurde von Regisseur James Watkins ("Eden Lake") im ersten Teil effektvoll und optisch ansprechend umgesetzt; Daniel Radcliff in einer seiner ersten Post-Potter-Rollen trug den Film über weite Strecken allein, schlich einsam durch die staubigen Gänge und verborgenen Kammern. Hier ist nun eine ganze Gruppe von Kindern plus ihren zwei Lehrerinnen sowie einem verliebten RAF-Piloten (Jeremy Irvine) im Haus zu Gast, was "Engel des Todes" im Vergleich zum stimmungsvollen Vorgänger bereits einiges an Grusel-Potential raubt. Ein eindeutiger Einfluss des eingangs erwähnten Hollywood-Geisterfilms spiegelt sich hier im Motiv des besessenen Kindes: Der kleine Edward hat kurz vor der Abreise aus London seine Eltern verloren, wurde in diesem traumatisierten Zustand seiner Sprache beraubt und ist somit ein perfektes Opfer für den bösartigen Geist.

Das trifft ebenso auf seine junge Lehrerin Eve Parkins (Fox) zu, der nach einer unehelichen und daher moralisch geächteten Schwangerschaft das Neugeborene von schattenhaften Staatsdienern aus den Armen gerissen wurde. Diese thematische Verbindung aus Verlust, Kindheit, Tod und Todessehnsucht, die sowohl Edward als auch Eve repräsentieren, ist der Nährboden für den bösen Geist, der, wie alle Geister, natürlich nur Macht innehat, wenn man sie ihm verleiht. Trotz des Versuchs des typischen "Höher-Schneller-Weiter-Prinzip" eines jeden Sequels fallen die Attacken der Frau in Schwarz in diesem zweiten Teil jedoch deutlich harmloser und berechenbarer aus. Das liegt zum einen daran, dass sich der Film weniger Zeit für den Aufbau der Schockmomente nimmt und zumindest im letzten Drittel "jump scares" am Fließband abliefert. Zum anderen bestehen diese dann oftmals bloß daraus, dass irgendwo laut eine Tür zuschlägt oder aber dem Zuschauer die Frau in Schwarz geisterbahnmäßig direkt ins Gesicht springt.

Handwerklich kann man dem neuen Regisseur Tom Harper dennoch nicht allzu viel vorwerfen: Pflichtbewusst und homogen inszeniert er das gotische Setting, wenn auch nie geisterhafte Magie aufkommen mag. Vor dem Untergang in die Belanglosigkeit wird der Film also vor allem von dieser soliden britischen Grundstimmung gerettet, die manch einem modernen Gruselstreifen eben komplett abgeht. Interessant ist außerdem die Frage, die das Prinzip des an einen bestimmten Ort gebundenen Franchises aufwirft: Erscheint die Frau in Schwarz im nächsten Film dann folgerichtig etwa bei einem illegalen Disco-Rave im Eel Marsh House Ende der 80er beziehungsweise Anfang der 90er Jahre?

>> von Tim Lindemann

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