Moviebase The Forest

The Forest
The Forest

Bewertung: 50%

Userbewertung: 55%
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Originaltitel: The Forest
Kinostart: 04.02.2016
DVD/Blu-Ray Verkauf: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verleih: Unbekannt
Freigabe: FSK 16
Lauflänge: Unbekannt
Studio: Lava Bear Films
Produktionsjahr: 2015
Regie: Jason Zada
Drehbuch: Nick Antosca, Sarah Cornwell
Darsteller: Natalie Dormer, Michiel Huisman

Ein wenig „Blair Witch Project“, eine Prise Psychohorror à la David Lynch und japanische Gruselzutaten wie ein unheimliches Kind - „The Forest“ kombiniert unterschiedliche Genreausprägungen, verläuft die meiste Zeit jedoch in sattsam bekannten Bahnen, auch wenn das Presseheft etwas anderes erzählt. Standards und Klischees werden keineswegs über Bord geworfen, weshalb der Albtraumritt weniger überrascht, als es den Machern lieb sein kann. Komplett verunglückt ist das Spielfilmdebüt des Werbespezialisten Jason Zada sicher nicht. Der Regisseur tut sich allerdings schwer damit, spannende Ansätze in einen verstörenden Handlungssog umzumünzen.

Als die junge US-Amerikanerin Sara (Natalie Dormer) erfährt, dass ihre Zwillingsschwester Jess (Dormer in einer Doppelrolle) im Aokigahara, dem berüchtigten Selbstmordwald am Fuß des Fuji, verschwunden ist, besteigt sie umgehend ein Flugzeug Richtung Tokio. Während die japanischen Behörden davon ausgehen, dass sich die Ausländerin getötet hat, spürt Sara, dass Jess noch immer am Leben ist. Angetrieben von der Hoffnung, ihre Schwester retten zu können, sucht sie den Ort ihres Verschwindens auf und trifft dort auf den charmanten Reisejournalisten Aiden (Taylor Kinney), der Sara mit dem Fremdenführer Michi (Yukiyoshi Ozawa) bekannt macht. Kurz darauf betreten sie gemeinsam das sagenumwobenen Biotop, in dem sie schon bald auf das Zelt der Vermissten stoßen.

Eine große Rolle spielte der Aokigahara schon im übernatürlichen Schocker „Forest of the Living Dead“ aus dem Jahr 2011. Und erst kürzlich unternahm US-Independent-Regisseur Gus Van Sant mit „The Sea of Trees“ einen sentimental-dramatischen Ausflug in den unheilvollen Wald, der wegen seines dichten Bewuchses auch „Meer der Bäume“ genannt wird. Dem morbiden Reiz des Aokigaharas erliegt nun auch Jason Zada, wobei er sich für den eigentlichen Selbstmordkult nicht sonderlich interessiert. An einer Stelle verliert eine Nebenfigur zwar einige Worte zur Geschichte des unter Lebensmüden beliebten Schauplatzes. Letztlich dient der Wald aber nur als Hintergrund für eine sehr persönliche Reise ins Herz der Finsternis.

Wirkt Sara, anders als die depressive und problembelastete Jess, anfangs noch gefestigt und souverän, zeigt sich beim ersten Zusammentreffen mit Aiden, dass auch sie mit seelischen Belastungen zu kämpfen hat. Ein Trauma, das die Zwillingsschwestern in ihrer Kindheit erlebt haben, scheint nicht vollends verarbeitet, wie der Film durch einen Widerspruch zwischen Bild- und Dialogebene andeutet. Obwohl die junge Frau mehrfach gewarnt wird, den Wald nicht zu betreten, da die Seelen der Selbstmörder, die sogenannten Yurei, trauernde und verzweifelte Menschen in den Tod treiben, lässt sie sich nicht beirren. Das unsichtbare Band zwischen den Geschwistern – ein vertrautes Merkmal bei Zwillingen im Film – hat weiterhin Bestand, weshalb die Protagonistin fest daran glaubt, Jess lebend finden zu können. 

Bevor „The Forest“ in das geheimnisvolle Dickicht eintaucht, muss der Zuschauer zunächst einige billige Jump-Scares über sich ergehen lassen, die bloß einen Zweck verfolgen: Saras Ankunft in einem fremden Kulturraum soll – auch das ein etabliertes Genremuster – von einem Gefühl des Unbehagens begleitet werden. Bedrohliche Kräfte scheinen hier am Werk zu sein und geben einen – sicherlich etwas unmotivierten – Vorgeschmack auf das Grauen, das sie nach dem Betreten des Waldes erwartet. Begleiten wir die Protagonistin schließlich in den Aokigahara (gedreht wurde in Serbien), stellt Zada unter Beweis, dass er auch weniger brachiale Töne anschlagen kann.

Über eine beunruhigende Klangkulisse und Nahaufnahmen einzelner Umgebungsausschnitte bindet uns der Regisseur an Saras subjektive Perspektive, die zunehmend von Verwirrung und Orientierungslosigkeit dominiert wird. Ist das, was sie hört und sieht, wirklich real? Wollen die Yurei Besitz von der jungen Frau ergreifen? Oder gibt es für die Visionen und Albträume eine andere Erklärung? Spannende Fragen, die der Film zuweilen mit handelsüblichen Schockeffekten aufzupeppen versucht. Leider, muss man in diesem Fall wohl sagen, da die lärmenden Geisterbahnmomente einem mitreißenden Psychotrip eher im Wege stehen. Das Spiel mit der Wahrnehmung wird nicht konsequent genug vorangetrieben, was die Handlung ein wenig durchschaubar macht. Und noch dazu wirkt die Hauptfigur trotz eines beherzten Auftritts von „Game of Thrones“-Star Natalie Dormer insgesamt etwas unausgereift.

>> von Christopher Diekhaus

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