Moviebase The Cured

The Cured
The Cured

Bewertung: 60%

Userbewertung: 55%
bei 53 Stimmen

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Originaltitel: The Cured
Kinostart: Unbekannt
DVD/Blu-Ray Verkauf: 25.05.2018
DVD/Blu-Ray Verleih: 25.05.2018
Freigabe: FSK 18
Lauflänge: 91 Minuten
Studio: Bac Films, Savage Productions, Tilted Pictures
Produktionsjahr: 2018
Regie: David Freyne
Drehbuch: David Freyne
Darsteller: Ellen Page, Sam Keeley, Tom Vaughan-Lawlor, Stuart Graham, Amy De Bhrún

„Infiziert. Geheilt. Verstoßen.“ Recht prägnant beschreibt der deutsche Untertitel zu David Freynes Spielfilmdebüt „The Cured“ die erfreulich innovative Prämisse des Zombie-Thrillers, den hiesige Horrorfreunde bereits bei den Fantasy Filmfest Nights im April und im Mai 2018 in Augenschein nehmen konnten. Was passiert, wenn Menschen, die durch eine Krankheit zu Monstern mutiert sind, plötzlich genesen und wieder in die Gesellschaft entlassen werden? Diese spannende Frage stellt der irische Regisseur und Drehbuchautor an den Anfang seiner postapokalyptischen Erzählung und gibt dem ausgelutscht scheinenden Untoten-Subgenre damit einen reizvollen Dreh. So sehr man sich über die vielversprechende Grundidee auch freuen mag, so wenig lässt sich wegdiskutieren, dass Freyne das Potenzial seines symbolträchtigen Szenarios nur zur Hälfte auszuschöpfen weiß.

Während der sogenannte Maze-Virus, der Infizierte in psychotische Gewalttäter verwandelt, auf dem europäischen Festland größtenteils eingedämmt werden konnte, hat er in Irland für schlimmste Verheerungen gesorgt. Medizinern gelang es allerdings, ein Gegenmittel zu entwickeln, das bei 75 % der Erkrankten zu einer erfolgreichen Behandlung führte, ohne jedoch das Wissen um ihre blutigen Taten auszulöschen. Gerade als die Regierung darüber diskutiert, auf welche Weise man sich der hartnäckig resistenten Virusträger entledigen solle, verlässt der geheilte, aber von Albträumen verfolgte Senan (Sam Keeley, „Monsters: Dark Continent“) ein Internierungslager und findet Unterschlupf bei seiner Schwägerin Abbie (Ellen Page, „Flatliners“) und ihrem Sohn Cilian (Oscar Nolan). Sein Bemühen, sich wieder in die Gemeinschaft einzufügen, wird nur wenig später auf eine harte Probe gestellt, weil sein ebenfalls genesener Haftkumpel Conor (eine unbehagliche Aura verströmend: Tom Vaughan-Lawlor, „Avengers: Infinity War“) einen gewaltsamen Aufstand ins Rollen bringt.

Die Welt, die Regiedebütant Freyne in „The Cured“ skizziert, ist ein denkbar trostloser Ort. Düstere Hallen, wenig einladende Militäranlagen und triste Wohnhäuser bestimmen das Bild. Überall patrouillieren Soldaten. Und an den Wänden vieler Gebäude prangen wüste Beschimpfungen und Parolen, die sich gegen die geheilten Rückkehrer richten. Ein Großteil der Bevölkerung ist nicht bereit, die von den einst Infizierten begangenen Taten zu vergessen, und steht einer Wiedereingliederung äußerst kritisch gegenüber. Mehrfach fühlt man sich angesichts der aufgeheizten Stimmung und der im Film auftretenden Mobs an das Schicksal von Flüchtlingen erinnert, die nach wie vor in zahlreichen europäischen Ländern auf Ablehnung und Anfeindung stoßen.

Nicht nur die aggressive Hetze erschwert es Senan, sich zu resozialisieren. Auch die wiederholt überfallartig hervorbrechenden, akustisch beunruhigenden Erinnerungen an sein früheres Zombie-Treiben setzen dem gebrochenen Heimkehrer spürbar zu. Unter die Haut geht „The Cured“ vor allem dann, wenn sich Freyne darauf konzentriert, das Trauma des Protagonisten zu ergründen und die langsame Annäherung an Abbie und Cilian in den Blick zu nehmen, die aufgrund eines düsteren Geheimnisses hochgradig gefährdet ist. Dieser Umstand und die Frage, ob sich Senan von seinem früheren Mitstreiter Conor instrumentalisieren lassen wird, erzeugen eine brauchbare Grundspannung. Wirklich veredeln kann der Regisseur die starken Ansätze allerdings nicht, da der losgetretene, an die irische Geschichte gemahnende Untergrundkampf zuweilen arg schematisch und etwas holprig abläuft. Manche Nebenfiguren – etwa die von Paula Malcomson („Die Tribute von Panem – The Hunger Games“) gespielte Ärztin Dr. Lyons – handeln erstaunlich kurzsichtig. Und einige Entscheidungen der Protagonisten werden eher plump motiviert, was der Ausdruckskraft des Films nicht gerade zuträglich ist.

Im letzten Drittel lässt Freyne die Konflikte erwartungsgemäß eskalieren, macht es sich dabei erzählerisch manchmal etwas einfach, beweist aber, dass er klassische Zombie-Action trotz merklich begrenzter Mittel packend in Szene setzen kann. Unter dem Strich gibt der Ire mit seinem Debütwerk eine ordentliche Visitenkarte ab. Beim nächsten Mal gelingt es ihm dann vielleicht seine interessanten Ausgangsideen noch kreativer auszuarbeiten.

>> von Christopher Diekhaus

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